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Gesundheit

Staubschutz als Marketinginstrument

Von Timo Tulikowski

Eine Staubschutztür mit angeschlossenem Luftreiniger.

Teutschenthal. – Ein neues Bad, eine neue Heizung, die Zusammenlegung von Räumen im Zuge einer Altbaumodernisierung oder gleich eine komplette Grundrissänderung zur Schaffung zeitgemäßer, größerer Wohnräume: Solche Arbeiten gehen mit einer hohen Staubentwicklung einher. Fräsen, Schleifen, Stemmen und Bohren kann dabei schnell 100 mg Staub pro Kubikmeter Luft erzeugen. Ohne Schutzvorrichtungen breitet der sich nicht nur im ganzen Haus oder der Wohnung aus und verärgert den Auftraggeber. Er kann vor allem zu ernsten Erkrankungen der Atemwege führen.

Gerade bei Sanierungsarbeiten im Bestand ist der Staubschutz auch aus anderem Grund entscheidend: Viele potentielle Auftraggeber schrecken vor fälligen Sanierungen oder Renovierungen zurück, weil sie Staub, Schmutz oder gar Beschädigungen durch Handwerker fürchten. Handwerksunternehmen, die aktiv Maßnahmen zum Staubschutz und zum Schutz des Kundeneigentums ergreifen, werden inzwischen in der Auftragsvergabe bevorzugt. Bei öffentlichen Ausschreibungen ist die staubarme Baustelle bereits verbindlich einzuhalten. Handwerksunternehmen sollten sich nicht scheuen, die Vorteile von Staubschutz-Maßnahmen klar zu kommunizieren und diese dann auch als extra Posten in ihr Angebot einzupflegen. Bei einer mittleren bis größeren Baustelle dürfen das zwischen 200 und 500 Euro sein. Schon seit Jahren sind zahlreiche Produkte auf dem Markt, die die Ausbreitung von Staub und Schmutz verhindern. Die BG Bau empfiehlt eine Kombination aus Staubschutzwand oder -tür, Entstauber (Baustaubsauger) und Bauluftreiniger und gewährt ihren Mitgliedsunternehmen sogar finanzielle Anreize für die Anschaffung von Bau-Entstaubern, Vorabscheider für Bau-Entstauber, Absaug-Bohrer, Staubschutzwände sowie Bauluftreiniger von bis zu 25 % des Kaufpreises.

Allerdings fängt der Schutz vor Staub und Schmutz schon an der Haus- oder Wohnungstür des Kunden an. Wer mit dreckigen Schuhen in die Wohnung des Kunden läuft, macht schon mal keinen guten Eindruck. Besser ist es, Überziehschuhe zu tragen oder, was insbesondere bei laufenden Arbeiten bequemer ist, eine selbstklebende Fußmatte vor die Haustür zu legen und zusätzlich selbsthaftendes Abdeckvlies auf Laufwegen und Treppen auszurollen. Der Vorteil: Auf der Fußmatte bleibt der grobe Schmutz der Schuhsohlen beim Darüberlaufen kleben, das selbsthaftende Vlies ist schnell verlegt, kommt ohne zusätzliche Fixierung aus, verrutscht nicht und schützt Fußböden und Oberflächen vor Feuchtigkeit, Schmutz, Kratzern und Stößen.

Bei den meisten Sanierungsarbeiten ist die eigentliche Raumtür oftmals nicht nur hinderlich. Der entstehende feine Staub kann selbst bei geschlossener Tür durch jede Ritze entweichen. Staubschutztüren wirken wie eine Schmutzschleuse und eignen sich, wenn ein kompletter Raum abgegrenzt werden muss. Sie ersetzen temporär die Originaltür und werden in das vorhandene Türzarge geklemmt oder geklebt. Häufig werden sie in Kombination mit Staubabsauggeräten verwendet und verfügen über die notwendigen Schlauchdurchlässe. Um das Durchgehen von beiden Seiten zu ermöglichen, sind Staubschutztüren aus dem Sortiment von Zero Dust wahlweise mit Magnet oder Reißverschluss ausgestattet und für höchste Ansprüche an Staubschutz auf Baustellen auch als Schwing- und Pendel-Staubschutztüren erhältlich. Sie bestehen entweder aus LDPE-Folie, PP-Vlies oder Polyester.

Wenn während der Sanierungs- oder Renovierungsphase nur in Teilen eines Raums gearbeitet werden muss, kann der Arbeitsbereich mittels entsprechender Wand-Systeme aus Folie abgeschottet werden. So wird die Ausbreitung von Staub und Schmutz in angrenzende Bereiche verhindert. Die einfachste Variante ist eine Kombination aus Holzlatten, die mit Schnellspannern verbunden werden. Ein professionelles Staubschutzwandsystem, das mit Teleskopstangen arbeitet, ist unter anderem die "Wand-Renovierung". Zwischen den Stangen wird dabei eine PE-Folie befestigt. Diese wird an der Kopfplatte fixiert, auf die Teleskopstange gesteckt und gegen die Decke gedrückt. Dichtschienen an Wänden und Decken ergänzen das System. Ähnlich funktioniert auch das modular aufgebaute System "Curtain Wall". Es arbeitet mit Querschienen und einem Dichtungsprofil aus Schaumstoff, was unter anderem bei abgehängten Decken vorteilhaft ist. In die "Curtain Wall" lassen sich mithilfe eines aufklebbaren Reißverschlusses Türen einfügen. In nur fünf Minuten ist diese Staubschutzwand durch nur eine Person aufgebaut und einsatzfähig. Dies spart Personal, Zeit und Geld für den Handwerker.

Staubschutztüren und -wände funktionieren am besten in Kombination mit Bauluftreinigern. Bauluftreiniger führen die staubhaltige Luft aus Arbeitsbereichen oder Räumen ab. Dazu muss die Ansaugöffnung sich direkt im Arbeitsbereich befinden. Ein zusätzlich vom Bauluftreiniger erzeugter Luftstrom zum Arbeitsplatz hin führt zudem Frischluft zu und wirkt einer Ausbreitung von Stäuben entgegen. Der Bauluftreiniger muss zur Raumgröße passen: Laut Empfehlungen der BG-Bau sollte die Raumluft 15 Mal pro Stunde ausgetauscht werden. Bauluftreiniger erzeugen im Arbeitsbereich einen Unterdruck, wodurch verhindert wird, dass staubige Luft nach außen dringt. Es gibt Bauluftreiniger mit Nass- oder Trockenfilter. Während bei der Nassfilterung die Luft gewaschen – also der Staub abgesaugt und durch ein Wasserbad im Gerät geführt – wird, wird die staubige Luft bei Trockenfiltern über ein Filtersystem gereinigt. Die BG-Bau fördert übrigens nur Geräte mit M- und H-Filtern, da nur hier nachgewiesen werden kann, ob Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden. Aus dem Zero-Dust-Sortiment wird beispielsweise der "Pullman Ermator" gefördert, der ist in drei Größen – für Räume von 7 m², 17 m² und 31 m² – erhältlich ist.

Wenngleich Luftreiniger ein großes Filtrationsspektrum haben und unter anderem Quarzstaub, Holzstaub, Mineralfasern, Farbpartikel, Mehlstaub, Keime und sogar Schimmel aus der Luft filtern, sind sie kein Ersatz für einen Bau-Entstauber. Denn Bauluftreiniger befreien die Luft "nur" von Feinstaub. Staub mit einer Größe zwischen 10 und 100 µm wird nur teilweise erfasst, Staub über 100 µm gar nicht. Um die Anschaffung eines Baustaubsaugers kommen Handwerker deshalb nicht herum. Kurzerhand an die handgeführten Arbeitsmaschinen angeschlossen, saugen Baustaubsauger den Staub gleich dort ab, wo er entsteht. Im Vergleich zu einem normalen Staubsauger besitzen Bau-Entstauber spezielle Filter der Klasse M oder H, die Feinstaub aus der Luft herausfiltern und zeichnen sich durch ihre hohe Saugleistung und Langlebigkeit aus. Ein Warnton oder eine Warnlampe signalisiert zudem, wenn ein bestimmter Volumenstrom unterschritten wird und dadurch die Staubemissionen am Bearbeitungswerkzeug nicht ausreichend erfasst werden kann.

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Der Autor ist Geschäftsführer der IPR Modul Systeme GmbH und Betreiber des Online-Shops www.zero-dust.de.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 05/2020.

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