HeidelbergCement

Forschung nach umweltfreundlicherem Beton

LEIMEN (dpa). - HeidelbergCement will mit neuen Betonmischungen seine Umweltbilanz verbessern. Andere Bindemittel sollen niedrigere Temperaturen bei der Herstellung ermöglichen, sagte Wolfgang Dienemann von Technology Center des Konzerns in Leimen.

Eine Absenkung um 150 bis 200° könne den CO2-Ausstoß um bis zu 30 % reduzieren. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr den ersten industriellen Großversuch starten. Bislang wird Zement bei rund 1400 ° gebrannt. Seine weltweite Produktion ist für etwa 5 % des Treibhausgases CO2 verantwortlich – das ist der doppelte Wert des internationalen Flugverkehrs. Pro Tonne Zement fallen nach Angaben von Dienemann etwa 800 kg CO2 an. Durch die Verwendung von Brennstoffen wie Reifen oder Tiermehl habe HeidelbergCement die Bilanz schon auf etwa 600 kg verbessert. An dieser Stellschraube könne jedoch nicht weiter gedreht werden. Deshalb investiere das Unternehmen in die Erforschung neuer Bindemittel.

Als Erfolg versprechend habe sich die Beigabe von Aluminium in der sogenannten Ternesit-Phase der Zementherstellung erwiesen. Das dadurch entstehende Produkt, für das bereits mehrere Patente angemeldet wurden, könne bei niedrigeren Temperaturen gebrannt werden. "Auch die Stromkosten im Herstellungsprozess sinken um rund 15 %, denn vor allem beim Mahlprozess wird weniger Energie benötigt", erläuterte Dienemann.

Allerdings gibt es in dem neuen Verfahren noch Verbesserungspotenzial: "Da die Zugabe von hochwertigem Aluminiumträgern wie beispielsweise Bauxit sehr teuer ist, experimentieren wir derzeit in Versuchen alternativ auch mit der Zugabe von aluminiumhaltigen Abfallstoffen wie beispielsweise Braunkohleflugasche und anderen Schlacken", sagte Dienemann.

Im Technology Center in Leimen arbeiten zurzeit etwa 140 Mitarbeiter an neuen Produkten. Ein Schwerpunkt ist die Reduktion von CO2. Laut Schätzungen wird der weltweite Betonverbrauch bis 2050 von jetzt 2,2 Milliarden auf 4,2 Mrd. t steigen. Wenn sich an der Umweltbilanz nichts ändert, wäre Beton dann für etwa 10 % des CO2-Aufkommens verantwortlich.

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