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Hessen muss Bau von umstrittenem Windpark genehmigen

Wiesbaden (dpa). - Laut einem Gerichtsurteil muss das Land Hessen den Bau des umstrittenen Windparks auf dem Taunuskamm genehmigen. Der entsprechenden Klage der Eswe Taunuswind GmbH sei stattgegeben worden, sagte eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts in Wiesbaden. Der Energieversorger hatte geklagt, nachdem im Jahr 2016 sein beantragter Bau von insgesamt zehn Windrädern mit einer Höhe von jeweils rund 207 Metern vor allem aus Wasser- und Naturschutzgründen abgelehnt worden war. Die entsprechenden Waldflächen des Windparks „Hohe Wurzel“ befinden sich auf dem Gebiet der Stadt Wiesbaden und der Stadt Taunusstein. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

Neun der zehn Anlagen liegen in Trinkwasserschutzgebieten. Nach Einschätzung des beklagten Landes Hessen besteht die Gefahr, dass bei der Errichtung des Windparks Schadstoffe aufgrund der Felsstruktur in das Grundwasser gelangen könnten. Das Gericht sah diese Gefahr ebenfalls, ordnete das von der Eswe Taunuswind vorgelegte Sicherheitskonzept aber als ausreichend ein, um dieses Risiko zu minimieren. Ein Null-Risiko könne nicht gefordert werden.

Auch die Gefahr durch die Anlagen für die in dem Gebiet des geplanten Windparks lebenden Wanderfalken ist laut Gericht kein Grund, den Bau nicht zu genehmigen. Zwar würden die Tiere als besonders geschützte Art gelten und damit einem Tötungsverbot unterliegen, so die Richter. Aber die Windräder würden zur Versorgung und damit zur öffentlichen Sicherheit beitragen, daher liege eine Ausnahme vom Tötungsverbot vor.

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