IG Bau will Comeback der Wohnungsgemeinnützigkeit

Eigenes Bauministerium nach Wahl gefordert

Frankfurt am Main (dpa). – Der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, hat nach der Bundestagswahl im September ein eigenständiges Bundesministerium für Bauen und Infrastruktur gefordert. Der Wohnungsbau müsse künftig einen anderen Stellenwert am Kabinettstisch bekommen. Robert Feiger: "Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die soziale Frage des Wohnens nicht mit einem Anhängsel-Ressort lösen lässt.

Es ist ein großer Fehler gewesen, auf ein eigenständiges, vollwertiges Bau-Ressort innerhalb der Bundesregierung zu verzichten und den Wohnungsbau dem Organigramm des Bundesinnenministeriums anzuhängen." So habe es in der Amtszeit von Bundesminister Horst Seehofer (CSU) nicht etwa mehr, sondern deutlich weniger der dringend benötigten Sozialwohnungen gegeben. "Der Schwund ist enorm: 43.000 Sozialwohnungen sind bundesweit in den vergangenen fünf Jahren vom Markt verschwunden – und zwar Jahr für Jahr. Das macht rechnerisch alle zwölf Minuten eine Sozialwohnung, die in Deutschland verlorengeht. Mittlerweile haben wir die Marke von 1,1 Millionen Sozialwohnungen unterschritten. Entsprechend haarsträubend ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt: Von zehn Mieterhaushalten, die einen Wohnberechtigungsschein bekommen könnten, hat heute nur einer die Chance, auch tatsächlich in einer Sozialwohnung zu wohnen", rechnet Feiger vor und beruft sich dabei auf eine Auswertung des Pestel-Instituts auf der Grundlage amtlicher Statistiken. Der IG BAU-Chef erinnert dabei an "deutlich bessere Zeiten": Ende der 80er Jahre habe es noch vier Millionen Sozialwohnungen gegeben – allein in der alten Bundesrepublik.

Dann sei die Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit gekommen. Für diese müsse es jetzt ein "Comeback" geben. "Und dann muss für Sozialwohnungen gelten: einmal gefördert, immer gefördert. Einmal Sozialwohnung, immer Sozialwohnung", so der IG BAU-Vorsitzende.

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