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"Käthchen" schafft den Durchbruch

Zweite Röhre des Boßlertunnels fertig gestellt

Von Anfang an vollbrachte "Käthchen" Höchstleistungen. Bereits im Juni 2015, zwei Monate nach Vortriebsstart in der ersten Röhre, konnte sie die 100-m-Marke knacken. Sie hatte nach sechs Monaten Vortrieb schon 3 km aufgefahren.

Schwanau (ABZ). – Das Baustellenteam um die Tunnelbohrmaschine "Käthchen" hat die zweite Röhre des Boßlertunnels fertig gestellt. Der Durchbruch nahe Mühlhausen im Tale in Baden-Württemberg ist ein weiterer Meilenstein beim Bau der Bahnstrecke Stuttgart-Wendlingen-Ulm. Der Boßlertunnel gehört zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm und kann voraussichtlich 2022 in Betrieb gehen. Als "Käthchen" (Ø 11 340 mm) die Zielwand durchbricht, hat der Erddruckschild (EPB) rd. 18 000 Vortriebsmeter im Sand-, Kalk-, und Tongestein hinter sich gebracht. Die Tunnelbohrmaschine (TBM) aus dem Hause Herrenknecht hat Anfang Juni die zweite Röhre des Boßlertunnels vollendet. Damit ist der Rohbau der Tunnelröhren fertig. Der Bahntunnel ist von großer Bedeutung für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und kann voraussichtlich 2022 in Betrieb gehen. Die Reisezeit auf der Strecke Stuttgart-Ulm soll sich nahezu halbieren. 10 Mio. Fahrgäste jährlich profitieren vom Bahnprojekt. Die zweite Röhre des Boßlertunnels verläuft parallel zur ersten, welche die Mannschaft der ARGE ATA Tunnel Albaufstieg (Porr Deutschland GmbH, G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m. b. H., Östu-Stettin Hoch-und Tiefbau GmbH, Swietelsky Baugesellschaft m. b. H.) schon im November 2016 vollendet hatte. Die TBM "Käthchen" wurde danach in ihre Einzelteile zerlegt, zurück zum Ausgangspunkt transportiert und fit für den zweiten Vortriebsstart gemacht. Ab April 2017 arbeitete sich die Maschine dann wieder kontinuierlich durch den Berg.

Im neuen Boßlertunnel wurden insgesamt 60 000 Tübbinge verbaut. Hergestellt wurden sie in der eigens errichteten Fabrik im Bereich des Tunnelportals Aichelberg. Die erste Röhre des Tunnels hat die Baustellencrew der ARGE ATA Tunnel Albaufstieg schon im November 2016 fertiggestellt.

Der Bau beider Röhren lief anders als ursprünglich geplant. Nach der geologischen Voranalyse hatte das Baustellenteam "Käthchens" Einsatz nur auf einer Länge von rd. 2,8 km vorgesehen. Doch während weiterer Erkundungsarbeiten stellten sich die Bodenverhältnisse als günstiger dar als erwartet. So konnte die TBM von Herrenknecht in der ersten Röhre knapp 7,8 km und in der zweiten Röhre sogar 8,8 km auffahren – das entspricht fast der gesamten Tunnelstrecke. Die Arbeiten kamen hierbei äußerst zügig voran. Von Anfang an vollbrachte "Käthchen" Höchstleistungen. Bereits im Juni 2015, zwei Monate nach Vortriebsstart in der ersten Röhre, konnte sie die 1000-m-Marke knacken. Sie legte bis zu 38 m/Tag zurück und hatte nach sechs Monaten Vortrieb schon 3 km aufgefahren – eine starke Leistung des Baustellenteams. Insgesamt 60 000 Tübbinge wurden im Boßlertunnel verbaut. Hergestellt wurden sie in der eigens errichteten Fabrik im Bereich des Tunnelportals Aichelberg.

Zum Neubau der Bahnstrecke Wendlingen-Ulm gehört ebenso der Albvorlandtunnel. Dort sind die Herrenknecht-Tunnelbohrmaschinen "Wanda" und "Sibylle" (Ø 10 820 mm) im Einsatz – sie haben bisher knapp 4 km Tunnel aufgefahren. Für Stuttgart 21 arbeitet die Vortriebstechnik von Herrenknecht außerdem am Fildertunnel. Die Multi-Mode-TBM "Suse" (Ø 10 820 mm) hat bereits mehr als 10 km der Tunnelstrecke aufgefahren, die den Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbinden soll.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 31/2018.

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