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Können Herausforderungen ruhigen Mutes begegnen

Von Andreas Böhm, Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG, Bulle (Schweiz)

Mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr sind wir bei Liebherr sehr zufrieden. Wir werden 2019 mit über 11 Milliarden Euro nochmalig einen Umsatzrekord erzielen und liegen damit deutlich über der bisherigen Bestmarke von 2018. Den Ausschlag bei der Bewertung dieser sehr positiven Entwicklung geben für uns als Familienunternehmen die Hintergründe: Dass wir auch in einer Phase rückläufiger Wirtschaftsdynamik weiter wachsen, spricht für den von uns gewählten Weg. Es spricht dafür, dass wir gut aufgestellt sind für eine langfristige, erfolgreiche Entwicklung.

Für unsere Firmengruppe ebenfalls erfreulich: Sowohl unser Bereich Baumaschinen und Mining als auch unsere anderen Produktbereiche sind gleichermaßen am Wachstum beteiligt. In den ersten drei Quartalen des Jahres haben wir in allen unseren Absatzregionen Umsatzzuwächse erzielt. Am stärksten gewachsen sind wir in Nordamerika. Auch in unserem traditionell stärksten Markt Europa konnten wir nochmals zulegen.

Positiv entwickelte sich auch unsere Mitarbeiterzahl. Nachdem wir im Verlauf des Jahres in unserer Firmengruppe 3000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben, beschäftigen wir nun weltweit über 48 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Investiert haben wir nicht nur in unsere Belegschaft, sondern auch in unsere Produktionsstätten und in unser Vertriebs- und Servicenetz. Planmäßig fielen die Investitionen in 2019 leicht geringer aus als in den Vorjahren. Mit einer Investitionsquote von etwa 6 Prozent liegen wir jedoch nach wie vor über dem Branchendurchschnitt.

Beispielsweise haben wir im Jahr 2019 in unsere Geschäftstätigkeit in China investiert. Zu den Projekten zählten die neu gegründete Liebherr-Transportation Systems (China) Co., Ltd., die Produktionsstätte der Liebherr-Verzahntechnik in Yongchuan und die Kooperation der Liebherr-Components mit der Shanghai Diesel Engine Co., Ltd. – einem Tochterunternehmen des größten Fahrzeug- und Komponentenherstellers des Landes. Auch in Deutschland haben wir umfangreiche Investitionsprojekte erfolgreich abgeschlossen, darunter das Kundenzentrum der Liebherr-Hausgeräte in Ochsenhausen und unser neues Vertriebs- und Service-Center im Hamburger Hafen.

Über alle unsere Produktbereiche hinweg haben wir im vergangenen Jahr zahlreiche Innovationen vorgestellt. Zu den Neuheiten aus dem Bereich Baumaschinen gehörten unter anderem die Flat-Top-Kranbaureihe EC-B, die Planierraupen-Generation 8 und unser LB 16 unplugged – das weltweit erste akkubetriebene Großbohrgerät. Markteinführung feierte auch das intuitive User Interface INTUSI, das Bedien- und Maschinenintelligenz miteinander vernetzt.

Diese und viele weitere Innovationen waren auf der bauma zu sehen, die für unseren Bereich Baumaschinen und Mining zweifellos zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres zählte. Was wir uns in München vorgenommen haben, haben wir erreicht: Kunden, Partner, Fans, Standbesucher und die Liebherr-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenbringen, mit Innovationen von heute begeistern und mit Lösungen für die Baustelle der Zukunft faszinieren. In unserer Vision der Baustelle der Zukunft sorgen Digitalisierung, Vernetzung und Maschinenautomation für schnellere, sicherere und effizientere Prozesse, und es entstehen weniger lokale Emissionen. Exemplarisch dafür stehen etwa unsere Raupenbagger mit höherer Motorleistung, einem größeren Fassungsvermögen der Schaufel und reduziertem Kraftstoffverbrauch, eine Vielzahl an neuen, intelligenten Assistenzsystemen zur Steigerung des Komforts und der Sicherheit im täglichen Gebrauch oder unser vollelektrischer Mining-Bagger.

Den Prognosen des IWF zufolge wächst die Weltwirtschaft im nächsten Jahr langsamer als in den Jahren zuvor. Dasselbe gilt laut Euroconstruct auch für den Bausektor. Vor diesem Hintergrund rechnen wir für unsere Firmengruppe mit einer stabilen Entwicklung in etwa auf dem Niveau von 2019. Wir alle wissen: Prognosen basieren auf Hypothesen über die Zukunft. Diese zu antizipieren, fällt angesichts allgegenwärtiger makroökonomischer Unsicherheiten nicht leicht. Jede Prognose steht daher unter Vorbehalt. Wenn wir uns dennoch auf das neue Geschäftsjahr freuen, so liegt das an der Gewissheit, allen Herausforderungen ruhigen Mutes begegnen zu können – unserer finanziellen Unabhängigkeit, unserem diversifizierten Produktprogramm, unserer dezentralen Struktur, unseren langfristigen und vertrauensvollen Kundenbeziehungen, unserer Technologiekompetenz und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei Dank.

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