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Modulares Bauen mit Betonfertigteilen

Recyclinghof erhält Dach für wettergeschützte Annahme der Wertstoffe

78 Fertigteile für den Wertstoffhof wurden in nur fünf Tagen montiert.

Paderborn (ABZ). – In "Lego"-Bauweise mit Betonfertigteilen wurde ein Wertstoffhof gebaut. Dies hatte für den Betreiber einige Vorteile. Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn (ASP) betreibt zwei Recyclinghöfe. Der Recyclinghof An der Talle wurde im Jahr 2008 mit einer einfachen baulichen Ausstattung errichtet.

Er bestand aus einer gepflasterten Fläche von etwa 3700 m², auf der Anlieferer die Container entweder von vorne oder über Treppenanlagen von oben befüllen konnten. In den vergangenen Jahren wurde der Hof immer häufiger besucht. Kamen im Jahr 2009 noch 217 000 Anlieferer, waren es 2018 bereits 268 000 Anlieferer. Die Verantwortlichen wollten die Anlage daher auf neuen angrenzenden Flächen modernisieren und erweitern. Kernstück des Wertstoffhofes auf dem rund 9500 m² großen Gelände ist heute das Modulo-System mit einer wettergeschützten Annahme der Wertstoffe auf zwei Ebenen. Die Lego-Bauweise mit Betonfertigteilen hatte für den Betreiber dabei einige Vorteile.

Die Planer wollten neben einer schnellen Bauzeit erreichen, dass die Anlage kundenfreundlich ist. Sie sollte daher überdacht sein. Die Abwicklung sollte außerdem schnell und ohne Wartezeiten vonstatten gehen. Basierend auf einer wirtschaftlichen Vergleichsberechnung entschied sich der Betreiber für eine Rampenanlage. Diese wurde mittels der flexiblen Modulbauweise "Modulo" realisiert. 78 im Fertigteilwerk Kleihues in Emsbüren monolithisch hergestellte Fertigteile gelangten mit 37 Lkw-Fuhren auf die Baustelle. Sie wurden vor Ort auf tragfähigem Boden aufgestellt und konstruktiv miteinander verbunden. Die Wandstärken der Elemente betragen 14 cm, die Deckenstärken 23 cm. Alle Elemente wurden mit einer Länge von 3 m geplant. Die Höhen variieren dabei zwischen 0,5 m und 2,6 m. Die maximale Spannweite beträgt 4 m. In Summe bestehen die Elemente aus etwa 700 t Beton. Ein Vorteil der Modulbauweise war, dass die Elemente in nur fünf Tagen montiert wurden. Bereits kurze Zeit später hatte der neue Wertstoffhof bereits ein Dach über dem Kopf.

Der aus Fertigteilen konzipierte Wertstoffhof in Paderborn hat zwei Ebenen.

Bei dem zweigeschossigen Wertstoffhof zahlt der Kunde seine Gebühr an einer überdachten Kassenanlage. Er fährt auf der einen Seite der modular aufgebauten Anlage eine Rampe hoch, stellt seinen Pkw in diesem "Obergeschoss" ab und entsorgt den Abfall in tiefer stehenden Containern. Bei der Modulo-Anlage in Paderborn gibt es zehn Containerstellplätze. Vier davon haben spezielle Rutschen. Mit diesen können Kunden die Container besonders einfach befüllen. Anschließend fahren sie auf der anderen Seite wieder herunter. Der Betreiber geht davon aus, dass im Obergeschoss (auf einer Fläche von 30 x 14 m) 13 Fahrzeuge gleichzeitig abgefertigt werden können. Bei einer durchschnittlichen Entladezeit von fünf Minuten könnten somit rund 150 Fahrzeuge pro Stunde die Rampenanlage befahren.

Die Ein- und Ausfahrten der Kunden sind vom Betriebsverkehr getrennt. Ebenerdig gibt es einen Bereich mit Schüttboxen. Hier können größere Mengen angeliefert werden. Durch die zwei Ebenen soll der Verkehr künftig besser geordnet werden. Damit die Rampen im Winter gefahrlos befahren werden können, erhielten sie eine Bodenheizung.

Der interne Werksverkehr und der Kundenverkehr sind bis auf wenige Kreuzungsbereiche voneinander getrennt.

Die Pflasterfläche blieb weitgehend erhalten. Die neuen Flächen wurden in Asphalt- beziehungsweise neben der Rampenanlage im Bereich der Containerstellflächen in Betonbauweise errichtet.

Die Wandstärken der Elemente betragen 14 cm, die Deckenstärken 23 cm. Alle Elemente wurden mit einer Länge von 3 m geplant. Die Höhen variieren dabei zwischen 0,85 m und 2,6 m.

Die Überdachung wurde mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, die zusammen mit Batteriespeichern dazu dient, Strom für den Betrieb der Anlage (zum Beispiel Rollpacker, Pressen, Licht) und für elektrisch betriebene Fahrzeuge zu produzieren. Ein Vorteil des Modulo-Systems war es, dass der Bereich unter der Rampe nun als Lagerraum für unterschiedlichste Wertstoffe und Materialien genutzt werden kann. Unter anderem dient er in Paderborn dazu, Gegenstände für ein Gebrauchtwarenkaufhaus anzunehmen und zu lagern.

Aus der Bauweise ergaben sich noch weiter Vorteile: Die Fertigteilbauweise bietet Flexibilität. Verändern sich umweltbezogene und gesetzliche Anforderungen, können die Elemente angepasst, erweitert, umgesiedelt und wiederverwendet werden. Durch die hohle Unterseite kann die Fläche außerdem doppelt genutzt werden. Die Kosten seien vergleichbar mit einer konventionellen Bauweise, teilt das Fertigteilwerk Beton-Bauteile Kleihues dazu mit.

Nach Aussage der Betreiber ist der umgebaute Recyclinghof sehr großzügig und kundenfreundlich. Er werde den Ansprüchen an ein modernes und flexibles Wertstoffzentrum in jeder Hinsicht gerecht.

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