"Ohne Kompromisse"

Hitachi erweitert 6er-Serie bei Baggern und Radladern

Von Robert Bachmann

Mit den neuen Radladermodellen der Serie 6 (im Bild: ZW180-6) möchte HCME den europäischen Markt auch in diesem Segment durchdringen.

Amsterdam. – Hitachi Construction Machinery Europe (HCME) hat seine Produktreihe von Zaxis-6-Baggern und ZW-6-Radladern erweitert. Am Standort der Europazentrale des Unternehmens in Amsterdam konnten sich Vertreter der internationalen Fachpresse davon überzeugen, was sich in denund um die Maschinen getan hat. Mit einer Vielzahl an neuen Maschinenmodellen hat HCME sein Produktangebot für Bagger und Radlader deutlich erweitert. Mit der Zaxis-6-Serie sowie den ZW-6-Radladern will HCME bisherige Lücken im Anwendungsspektrum schließen und noch offene Optimierungspotenziale ausschöpfen.

Begrüßt wurden die anwesenden Fachpressevertreter durch Makoto Yamazawa, CEO von HCME. Zuletzt habe das Unternehmen teils starke Einbrüche in den traditionellen Mining-Märkten hinnehmen müssen, so Yamazawa in seinem Geschäftsüberblick. So befinde sich etwa Nordamerika nach wie vor mit 12 % im Minus. Auch Russland mache dem Unternehmen aufgrund des niedrigen Ölpreises zu schaffen. In China, dass zuletzt 2015 mit einem Minus von rd. 36 % eingebrochen war, zeige sich hingegen ein leichter Aufwärtstrend. Sehr optimistisch äußerte sich Yamazawa auch zu Westeuropa, das sich mit einem erwarteten Plus von 3 % in 2016 sehr stabil zeige. Erfreut zeigte sich der CEO auch über die neue ICT Demonstration Site im japanischen Hitachinaka, welche im Oktober letzten Jahres eröffnet wurde. Die Testbaustelle ermögliche dem Unternehmen fortan, Neuentwicklungen im Bereich Telematik und Automatisierung ausgiebig zu testen und den Kunden zu demonstrieren.

Ziel der mittelfristigen Unternehmensentwicklung sei nun vor allem, Kosten zu reduzieren und so die Geschäftseffizienz zu steigern. Um die teils schwächelnde Nachfrage in der Gewinnungsindustrie abzufangen, soll zudem das Radladergeschäft deutlich ausgebaut werden.

Im Zentrum dieser Strategie stehen die neuen Radlader der Serie 6. Damit reagiere HCME auf eine immer stärkere Nachfrage, insbesondere aus den europäischen Märkten, erklärte Produktmanager Vasileios Drougkas. Das stark ausgeweitete Modellangebot zwischen 5 und 47 t Betriebsgewicht decke nun von kleineren Bautätigkeiten bis hin zu anspruchsvollen Aufgaben in der Gewinnungsindustrie das komplette Anwendungsspektrum am Bau ab. Zusätzlich seien zahlreiche Detailverbesserungen umgesetzt worden. U. a. hat HCME den neuen Modellen eine automatische Wandlerüberbrückung spendiert. Zusammen mit dem 5-Gang-Getriebe, der verbesserten Bodenhaftung und der neuen Eco-Anzeige sollen Anwender damit deutlich Kraftstoff sparen. Darüber hinaus seien die neuen Modelle deutlich robuster, einfacher in der Wartung und komfortabler zu bedienen, so Drougkas. Um die Rundumsicht noch weiter zu verbessern, wurde zudem die Motorhaube umgestaltet und Komponenten wie der Auspuff versetzt. Für zusätzliche Sicherheit sorgt die nun serienmäßige Rückfahrkamera. Nicht zuletzt sei es den Ingenieuren bei HCME gelungen, sowohl innen wie außen den Geräuschpegel der Maschinen deutlich zu senken.

Auch im Mobil- und Raupenbaggersegment gibt es neue 6er-Modelle. Bis zu 200 konstruktive Verbesserungen wurden in der Entwicklung umgesetzt.

Auch bei den neuen Mobil- und Raupenbaggermodellen wurden z. T. bis zu 200 konstruktive Verbesserungen vorgenommen, wie Burkhard Janssen, General Manager Produktmanagement & Engineering, erklärte. Um eine noch höhere Haltbarkeit der stark beanspruchten Bauteile zu erreichen, wurde bspw. der Unterwagen der Raupenbagger durch robuste Stahlbleche verstärkt und die Kabine mit einer Mittelsäulenverstärkung optimiert. Durch den Einsatz von drei Laufrollenschutzblenden wurden zudem die Kettenglieder zusätzlich vor Schäden geschützt. Für mehr Sicherheit sorgen darüber hinaus eine verstärkte Plattform auf dem Oberwagen sowie stabile Handläufe. Beim neuen Kurzheckbagger ZX145W-6 wurden auch Verstärkungen am Stiel und Arm vorgenommen.

Um Energieverluste durch den Rücklauf des Hydrauliköls auf ein Minimum zu reduzieren, wurde auch das Hydrauliksystem der Bagger überarbeitet. Die neuen Motoren genügen der europäischen Abgasnorm Stufe IV. Mittels SCR werden dabei die Stickstoff-Emissionen deutlich verringert. Parallel dazu hat Hitachi ebenfalls den Kraftstoffkreis überarbeitet und die Verbrennungskammer verstärkt, was für eine hohe Zuverlässigkeit auf der Baustelle sorge. Direkt an den Hydraulikrücklaufrohren ist jetzt ein Gummischlauch angeflanscht und die O-Dichtungsringe am Steuerventil und am Schwenkmotor bestehen aus Fluorid-basiertem Material. Diese Dichtungsringe vertragen auch hohe Öltemperaturen, so dass in Kombination mit dem neuen Schlauch Öllecks nahezu ausgeschlossen seien.

Damit die Maschinen jederzeit flexibel eingesetzt werden können, wurden sie mit dem sogenannten Tool-Control-System für Anbaugeräte ausgestattet. Damit können die verschiedenen Schwenk- und Dreh-Schwenk-Modi komfortabel ausgewählt werden. Außerdem erleichtern zwei zusätzliche Hydraulikkreise den Anschluss von Anbaugeräten.

Auch in puncto Service hat HCME aufgestockt. Tom van Wijlandt, Service Business Support, stellte eine Reihe neuer digitaler Dienstleistungen vor, mit denen sich die Einsatzeffizienz der Maschinen noch weiter optimieren lassen soll. Gemeint sind die Telematikanwendungen ConSite und OwnersSite. Mit ConSite, dem Flotten- bzw. Baustellenmanagementsystem gelangen HCME-Kunden bequem und einfach an die von den Maschinen gesammelten Daten. Die Reporte erfolgen sowohl in Form von monatlichen Zusammenfassungen der Betriebsdaten als auch in Form von Alarmmeldungen, die bspw. auf notwendige Wartungsmaßnahmen hinweisen. Beide Systeme bieten auch die Möglichkeit, die eigenen Betriebsdaten mit allgemeinen Durchschnittswerten abzugleichen und so Optimierungspotenziale im Betrieb der Maschine zu ermitteln.

Mit den neuen Maschinen, einem guten Serviceangebot und starken Händlerpartnern an seiner Seite zeigte sich Yamazawa sehr optimistisch, auch im Radladersegment den Durchbruch an den europäischen Märkten zu schaffen. Lesen Sie hierzu auch das Interview im Anschluss.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2017.

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