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Pumpwerk Oberhausen

Inbetriebnahme ermöglicht saubere Emscher bis Ende 2021

Das neue Pumpwerk in Oberhausen wurde kürzlich in Betrieb genommen.

Oberhausen (ABZ). – Mit einer Länge von 51 Kilometern schlängelt sich der Abwasserkanal Emscher durch das Ruhrgebiet. Ende des 20. Jahrhunderts galt die Emscher noch als schmutzigster Fluss Europas. Jahrzehntelang stand der Gewässerschutz im Hintergrund. Das von der Emschergenossenschaft geleitete umfassende Generationenprojekt Emscher-Umbau ändert das.

Als größtes europäisches Abwasserprojekt wird die Emscher von einem offenen Abwasserkanal zu einem natürlichen Gewässer umgestaltet. Im Rahmen dieses nachhaltigen Masterplans beauftragte die Emschergenossenschaft die Porr, Ingenieurbau Berlin, mit dem Teilprojekt BA 60.3 Bautechnik Pumpwerk Oberhausen des Abwasserkanals Emscher. Die Arbeiten begannen im März 2017 und umfassten die Realisierung der Bautechnik des Pumpwerks Oberhausen, des benachbarten Pumpwerks Oberhausen-Handbach sowie der Außenanlagen innerhalb des Rondells inklusive Zufahrt. Jetzt ist der größte und wichtigste Meilenstein im Gesamtprojekt erreicht: Das Pumpwerk Oberhausen wurde kürzlich in Betrieb genommen.

Das neue Pumpwerk Oberhausen wird das Abwasser aus dem tiefliegenden Kanal über einen oberirdischen Freigefällekanal zur Kläranlage Emscher-Mündung in Dinslaken führen. Das Pumpwerk Oberhausen-Handbach pumpt anfallendes Abwasser aus dem Abwasserkanal Handbach in den hochliegenden Doppelrohrkanal, der zur Kläranlage Emscher-Mündung führt. Die erforderlichen Baugruben für beide Pumpwerke wurden in einem separaten Bauabschnitt durch Dritte in Schlitz- und Bohrpfahlbauweise erstellt. Das Pumpwerk Oberhausen besteht aus einem zylinderförmigen Tiefbauteil mit einem Durchmesser von 46 Metern und einer Gründungstiefe von 44 Metern unter Geländeoberkante. Das Pumpwerk Oberhausen-Handbach verfügt über einen Durchmesser von 7 Metern und eine Tiefe von 12 Metern. Neben der Realisierung der Pumpwerke gehörten noch weitere Ingenieurleistungen zum Bauvorhaben, wie der Bau des 220 Meter langen Rohrvortriebs, zwei Entspannungsschächte inklusive der Einhausung für die Fotooxidationsanlagen, das Betriebsgebäude mit Pultdach, die Dosierstation inklusive Aussichtsturm, der Rahmenkanal und die Schachtbauwerke, der Rohrleitungsbau und die Realisierung der Außenanlagen.

Die Porr verbindet unter einem Dach vielseitige Fachkompetenzen, die es für die Realisierung des komplexen Bauvorhabens Emscher-Umbau bedarf. Damit ein derartiges Projekt der Superlative sicher und wirtschaftlich gelingt, war der Einsatz digitaler Werkzeuge nötig: BIM wurde zur Dokumentation, Bewehrungsabnahmen, Betonüberwachung sowie zur Dokumentation der Frischbetonprüfungen genutzt. Darüber hinaus erhielt der Ingenieurbau Planungsunterstützung durch die Schwesterfirma pde Integrale Planung GmbH, die am Termincontrolling beteiligt war und dafür sorgte, dass alle vertraglichen Zwischentermine eingehalten wurden. Und nicht nur der Porr Ingenieurbau wurde im Rahmen des Gesamtprojekts involviert: Der Bauabschnitt 40 des Emscher Abwasserkanals, ein 10 Kilometer langes Kanalteilstück bestehend aus zwei parallelen Tunnelröhren, wurde durch die Porr Bau GmbH Infrastruktur Tunnelbau realisiert.

Die technische Abnahme des Pumpwerks Oberhausen durch die Emschergenossenschaft ging bereits Ende Juli erfolgreich über die Bühne. An den Außenanlagen stehen nun noch die letzten Restarbeiten an. Jetzt wurde das Pumpwerk im Beisein des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet offiziell in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme des Pumpwerks in Oberhausen stellt somit auch die wichtigste Voraussetzung für die Abwasserfreiheit in den Städten Dortmund, Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne, Herten, Bochum, Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop, Essen, Oberhausen, Duisburg und Dinslaken dar. Für die Emscher bedeutet das: Ende 2021 wird der Fluss zum ersten Mal seit mehr als 170 Jahren von seiner Schmutzfracht befreit sein. Denn sobald das Pumpwerk aktiv ist, können schrittweise alle noch verbleibenden Abwassereinleitungen in die Emscher mit dem unterirdischen Abwasserkanal verknüpft werden. Zukünftig wird sauberes Fluss- und Regenwasser offen in der Emscher fließen, während das Abwasser durch die unter Tage liegenden Abwasserkanäle zur Kläranlage befördert wird.

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