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Renaturierungsmaßnahmen

Unter allen Umständen effizient

Beim Ausheben der Vortriebsgrube kann der Maschinenführer den Grund nicht sehen und ist auf eine genaue Einweisung ebenso angewiesen wie auf eine präzise reagierende Maschine.

Baienfurt/Ravensburg (ABZ). – Die Firmengruppe Echterhoff aus Westerkappeln gehört eigenen Angaben zufolge zu den erfahrensten Unternehmen der Branche. Gegründet 1860, gibt es nur wenige Baufirmen mit einer längeren Historie – und das als Familienunternehmen. Bei anspruchsvollen Bauvorhaben im Spezialtiefbau habe sich die Echterhoff Bau-Gruppe erfolgreich etabliert. Ein Beispiel dafür ist ein derzeit laufendes Mammutprojekt, bei dem die Emscher im Ruhrgebiet renaturiert wird.

Hier setzt Echterhoff auf Raupenbaggertechnik von Hitachi – modifiziert durch Spezialanpassungen von Kiesel und der Kiesel Technologie- & Entwicklungsgesellschaft (KTEG). Im Kanal- und Rohrleitungsbau führt Echterhoff alle Leistungen bei Entwässerung und Wasserversorgung aus. Es stand ein Rohrvortrieb in einer Tiefe von 15,5 m an. Die wesentliche Vorbereitung bestand darin, die Pressgrube auszuheben. Das musste innerhalb eines runden Schachtes, von 8 m Durchmesser, durch eine Bohrpfahlauskleidung geschehen. Demnach mussten die Verantwortlichen auf engem Raum eine extreme Tiefe erreichen. Das sei mit dem Hitachi ZX350 kein Problem gewesen. Die Maschine konnte ihre Stärken unter den gegebenen Voraussetzungen gut ausspielen, so Kiesel. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, nahmen Echterhoff und Kiesel gemeinsam Spezialanpassungen vor und modifizierten den ZX350.

Nur das Gesamtpaket war laut Kiesel in der Lage, sich effizient in diese Tiefen vorzuarbeiten. Um 15,5 m im senkrechten Schacht zu erreichen, hat Echterhoff eine 6 m lange Greiferverlängerung gebaut. Damit die Arbeiter die Vorrichtung passend nutzen konnten, verlängerte Kiesel den Löffelstiel am ZX350 von 3,2 m (Standardlänge) auf 3,9 m. Ist der Greifer mit Verlängerung im Einsatz, hängen im gefüllten Zustand 8 t mehr Last am Löffelstiel. Um in dieser Konstellation effizient zu arbeiten, ist sowohl ein erfahrener Maschinist als auch ein starkes Gerät nötig. Maschinist Markus Louven kennt die Möglichkeiten des Baggers und kann auch bei derartigen Tiefen auf volle Leistung vertrauen. Bei diesem Einsatz hat er besonders auf die "Power-Boost"-Funktion des ZX350 zurückgegriffen. Diese steigere die Leistung auf Knopfdruck, teilt Kiesel mit. "Für schnelle Ladespiele durch eine höhere Grab- und Hubleistung bietet der 'Power-Boost' einen enormen Mehrwert", so Polier Dirk Pippel. "Innerhalb von drei Sekunden steht die zusätzliche Power zur Verfügung, genauso brauchen wir das hier."

Für das Renaturierungsprojekt an der Emscher nutzen die Verantwortlichen ein weiteres Kiesel-Flaggschiff, das die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Echterhoff Bau und dem Maschinenhersteller bezeugt: ein KTEG Lift Star (KLS) 400. Die Maschine sei bereits in der Vergangenheit sehr hilfreich gewesen: "Bei der Eröffnung des Coreum konnten wir uns von den Eigenschaften des KLS400 überzeugen und griffen gleich zu, weil wir erkannten, wie gut das Gerät unseren Maschinenpark bereichert", so Axel Geselbracht. Einige Alleinstellungsmerkmale haben sich bei Echterhoff schon jetzt bewährt, teilt Kiesel mit. Das habe mit dem stufenlos teleskopierbaren Fahrwerk begonnen, das der Maschinenführer von 3 auf 4,5 m verstellen kann. Damit sei die Maschine Geselbracht zufolge auch auf unbefestigtem Grund absolut standfest.

Zudem verbessere der Ausleger die Einsatzflexibilität der Maschine enorm. Der gelenkige Verstellausleger – eine weitere KTEG-Spezialität am KLS400 – ermögliche außerdem schnelle Ladespiele. Um auch auf engem Raum, etwa bei anspruchsvollen Böschungsarbeiten, effektiv arbeiten zu können, hat sich Echterhoff den Löffelstiel auf 3,2 m kürzen lassen.

Besonders wichtig war für das Unternehmen die satte Hydraulikkraft des KLS400. Zur Effizienzoptimierung ist die Tritec-Hydraulik in drei Stufen schaltbar, läuft als Automatik oder permanent und kann auf die beiden Standardzylinder reduziert werden. Diese Funktion nutze Maschinist Joachim Bresges im Einsatz regelmäßig, so Kiesel. Die modifizierte Gesamtkonstruktion der Maschine habe sich in Praxistests bis 14-t-Hubleistung bei 360°-Schwenkung bestens bewährt. Kiesel-Außendienstspezialisten haben das Einsatzszenario mit den Geräteumbauten im Vorfeld der Bauarbeiten abgestimmt. "Unsere Erwartungen waren hoch – und wurden übertroffen. Der KLS400 kombiniert Spezialelemente zu einem optimalen Universalgerät. Wenn es das Modell nicht geben würde, müsste man es so erfinden", ist Geselbracht überzeugt.

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