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Simpel und sinnvoll

Kita mit großem Raumprogramm geschaffen

Skulpturale Ein- und Unterschnitten im Erdgeschoss sollen in ihrer Ausprägung die Hierarchie der unterschiedlichen Zugänge deutlich machen.

Schönefeld (ABZ). – Nach den Plänen der Architekten von kleyer.koblitz.letzel.freivogel ist in Schönefeld eine neue Kindertagesstätte entstanden. Der plastische Baukörper bietet nahezu 500 Kindern Platz zum Toben und Vergnügen, aber auch um die tägliche Mittagsmahlzeit in der großzügigen Mensa zu sich zu nehmen. Der wassergestrichene Backstein, der dem Baukörper eine bewegte und sinnliche Außenhülle verleiht, stammt von der Klinkermanufaktur Deppe Backstein aus Uelsen.

Auf den städtebaulichen Entwicklungsfeldern, die rund um das neue Rathaus in Schönefeld viele Jahre brach lagen, sind in jüngster Zeit unzählige neue Wohnanlagen entstanden. Diese Entwicklung erforderte auch die Anpassung der öffentlichen Infrastruktur, so dass die bestehende Astrid-Lindgren-Grundschule zum Schulcampus umgebaut und erweitert wurde. Mit dem Neubau der Kindertagesstätte, die rund 100 Krippenplätze, etwas mehr als 430 Kita- und Hortplätze sowie eine Mensa zur Verfügung stellt, erhielt die bestehende Schule eine stadträumliche Aufwertung. Die Herausforderung für die Architekten von kleyer.koblitz.letzel.freivogel lag nicht etwa ausschließlich in der Umsetzung des für eine Kita ungewöhnlich großen Raumprogramms, sondern vielmehr in der Platzierung des darauf abgestimmten Baukörpers auf einem geometrisch anspruchsvollen und verhältnismäßig kleinen Grundstück. Auf diese Anforderungen reagiert der Entwurf mit einem verblüffend einfachen Konzept. So nimmt das Erdgeschoss das Großvolumen der Mensa mit Speisesaal und Großküche auf, flankiert von Verwaltungsflächen und den an der Fassade aufgefädelten Krippenräumen. Die Struktur des Erdgeschosses verweist bereits auf die Anordnung der darüber liegenden Kitaräume.

So kompakt die Nutzungen des Erdgeschosses angeordnet sind, so offen und licht stellt sich die Organisation des Obergeschosses dar, in dem die erdgeschossige Mensa als Luftvolumen zu einem großen und geschützten Innenhof als artifizieller Spielplatz transformiert wurde. Von einem umlaufenden Erschließungs- und Spielgang werden auch hier die an der Fassade liegenden Nutzungen erschlossen. Nach dem Prinzip "harte Schale, weicher Kern" wird die großflächig hölzern ausgebaute Innenraumwelt durch das Erscheinungsbild der äußerst robusten, roten Backsteinfassade kontrastiert. Über diese erhält das Gebäude eine wertige haptische Qualität.

"Die Umgebung steht exemplarisch für alle erdenklichen Bausünden der vergangenen 20 Jahre. Mit dem großen Volumen und der gewählten Backsteinfassade wollten wir einen wertigen und robusten Baukörper implementieren. Der Backstein ermöglichte uns dabei, eine äußerst plastische Optik zu generieren", erklärt Architekt Alexander Elgin Koblitz, Gesellschafter bei kklf.architekten, als Grund für die Wahl des Fassadenmaterials.

Die Körperhaftigkeit und Plastizität des Baukörpers wird durch die innenseitig bündig liegenden Fenster und dadurch ungewöhnlich tiefen Laibungen besonders betont. Im Verbund mit skulpturalen Ein- und Unterschnitten im Erdgeschoss, welche in ihrer Ausprägung die Hierarchie der unterschiedlichen Zugänge deutlich macht, wurde eine vergleichsweise hohe Skulpturalität des Baukörpers erzielt. Die Homogenität der Fassade wird durch eine rote Verfugung erreicht. Ein profiliertes Reliefmauerwerk im Sockel und in den obergeschossigen Brüstungsbereichen belebt das Erscheinungsbild ohne den monolithischen Gesamteindruck zu mindern.

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