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Suedlink-Stromtrasse

Thüringen wehrt sich gegen Zusatzleitung

Sonneberg (dpa). - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist empört über einen Vorschlag von vier westdeutschen Bundesländern, die Suedlink-Stromtrasse mit einer zusätzlichen Leitung zu versehen. „Das bedeutet, dass sich West-Bundesländer auf dem Rücken eines Ost-Bundeslandes aus der Affäre ziehen“, sagte Ramelow kürzlich bei seiner Thüringentour im Kreis Sonneberg. „Das finde ich schändlich.“

Hintergrund ist nach seinen Angaben ein Brief der Fachminister aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Darin werde vorgeschlagen, eine Leitung mit der Suedlink-Trasse zu verbinden, die auch durch Thüringen führen soll. Ramelow: „Es ist nie mit uns darüber gesprochen worden.“

Nach einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ sagte Ramelow: „Wir sind nicht das Stromklo Deutschlands“. Gegen das Suedlink-Projekt, gegen das sich Thüringen im vergangenen Jahr vergeblich vor Gericht wehren wollte, machen auch Bürgerinitiativen Front.

Ein Sprecher von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte, im Widerstand gegen die Suedlink-Trasse und eine mögliche zusätzliche Leitung sei sich die Landesregierung einig. Thüringen habe seinen Beitrag zum Ausbau des Stromnetzes mit einer fertiggestellten neuen Trasse und dem geplanten Ostlink bereits geleistet, so der Sprecher.

Schleswig-Holstein verwies laut „Spiegel“ auf Anfrage darauf, dass der Trassenverlauf nicht endgültig festgelegt sei. Außerdem, so die West-Minister in ihrem Brief, sei eine erweiterte Trasse schneller und deutlich billiger zu realisieren als eine komplett neue in einem anderen Korridor.

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