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Vorstandswahl des Fachverbandes Betonbohren und -sägen

Aufbruchstimmung in Willingen

Von Kai-Werner Fajga

Der neue Vorstand des Fachverbandes Betonbohren und -sägen 2021 (v. l.): Michael Huber, Dr. Reiner Schulze, Barbara Prestin, Manfred Witzke, Britta Keinemann, Manfred Dziuba, Matthias Seliger.

Willingen. – Ende September fand in Willingen im Sauerland die Mitgliederversammlung des Fachverbandes Betonbohren und -sägen statt. Das jährliche Event sollte indes zu einer besonderen Veranstaltung werden, denn der Vorstandswechsel und Weichenstellungen für die Zukunft erzeugten eine Aufbruchsstimmung bei allen Anwesenden.

Dass die jährliche Mitgliederversammlung des Fachverbandes Betonbohren und -sägen in diesem Jahr anders wird als in den Jahren zuvor, hatte sich schon vorher durch zwei wesentliche Punkte abgezeichnet: Einerseits musste die sonst parallel zur Versammlung stattfindende, stets gut besuchte Fachausstellung BeBoSa kurzfristig pandemiebedingt abgesagt werden und anderseits wurde der langjährige Vorsitzende Thomas Springer in den Ruhestand verabschiedet. Dass die BeBoSa nicht stattfinden konnte, wog schwer. Nach mehrmaliger Verschiebung schien die Ausstellung im Herbst 2021 ein sicherer Termin zu sein, ein abgestimmtes Hygienekonzept lag vor. Und doch fehlte es letztlich an ausreichenden Zusagen seitens der Aussteller. Die Absage bedauerten sowohl der Verbandsvorstand als auch seine Geschäftsführung ausdrücklich. "Ich möchte nochmals meine Enttäuschung zum Ausdruck bringen über die für mich nicht nachvollziehbare Entscheidung", sagte der noch amtierende Vorsitzende Thomas Springer.

Der zweite wesentliche Punkt der Jahresversammlung fand sich unter Top 11 der Tagesagenda: "Neuwahl des 1. Vorsitzenden". Zwölf Jahre leitete Thomas Springer als Vorsitzender bis zu diesem Abend die Geschicke des Fachverbands BBS und wurde nun in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Meilensteine prägten die Arbeit von Springer. Dazu zählen beispielsweise die Stärkung der Geschäftsstelle mit heute drei Mitarbeitern, die Einführung eines Ehrenkodex 2011 und des Ehrenrates als außergerichtliches Schlichtungsorgan innerhalb des Verbandes, die regelmäßige Präsenz auf der bauma oder die Etablierung der Fachausstellung BeBoSa, ebenfalls seit 2011. Mit zahlreichen Grußnoten und stehenden Ovationen verabschiedeten die Mitglieder und Wegbegleiter Springer würdevoll in den Ruhestand und ließen keinen Zweifel daran, dass er maßgeblich zum Erfolg des Verbands beigetragen hat. Die langjährigen Verdienste von Thomas Springer für den Fachverband würdigten die Mitglieder auch mit seiner Wahl zum Ehrenvorsitzenden.

Symbolische Staffelstabübergabe in Form einer Bohrkrone von Thomas Springer (r.) an Manfred Witzke.

Zum angekündigten Ausscheiden von Thomas Springer war die Neubesetzung der Position des ersten Vorsitzenden innerhalb des Vorstands im Vorfeld der Veranstaltung ausführlich besprochen und einstimmig beschlossen worden, Manfred Witzke als Kandidaten vorzuschlagen. Er ist Geschäftsführer der Kurt Klingspohn Spezialabbruch GmbH, das Unternehmen ist seit 1991 Mitglied im Fachverband. Der diplomierte Bauingenieur ist seit 2005 im Verband aktiv. Seine Arbeit für den Fachverband begann als Regionalleiter Nord. Nachfolgend übernahm er Aufgaben in verschiedenen Ausschüssen, unter anderem für Qualitätssicherung und Erhalt, Normen und Toleranzen sowie im Bereich Weiterbildung. Die Mitglieder wählten Manfred Witzke einstimmig zum neuen Vorsitzenden.

"Dank der erfolgreichen Arbeit von Thomas Springer, dem gesamten Vorstand, dem Team der Geschäftsstelle sowie allen ehrenamtlich aktiven Mitgliedern übernehme ich den Vorsitz eines erfolgreichen und leistungsstarken Interessensverbandes unserer Branche mit zahlreichen wertvollen Angeboten für seine Mitglieder. Mit meinem persönlichen Engagement möchte ich diese Leistungsfähigkeit erhalten, ausbauen und die Verbandsarbeit weiterhin lebendig gestalten. Darauf dürfen die Mitglieder zählen", kündigte Witzke an.

Witzke ist bereits seit 2017 im Vorstand tätig und machte keinen Hehl daraus, dass sein Vorgänger ihm sehr große Fußstapfen hinterlässt. "Mit dem langfristig geplanten Ausstieg von Thomas Springer als Vorsitzender des Fachverbandes stand die Suche nach einem Nachfolger im Raum. Interne Abstimmungen im Vorstand ließen keinen Zweifel aufkommen, dass meine Kollegen mir dieses Amt anvertrauen wollten", erläutert Witzke und führt aus: "Somit stand ich vor der Entscheidung – kann ich dieses Amt stemmen? Denn natürlich ist es mit neuen Verpflichtungen verbunden. Im Ergebnis meiner Überlegungen – auch mit meiner Familie – habe ich dem Vorschlag des Vorstands aus tiefstem Herzen zugestimmt, verbunden mit einem gesunden Respekt vor dem, was da auf mich zukommt."

Die Mitgliederversammlung des Fachverbandes Betonbohren und -sägen bei der Vorstandswahl 2021 in Willingen.

Dass der neue Vorsitzende keine leichte Aufgabe übernimmt und der Verband vor großen Aufgaben steht, verdeutlichte Manfred Witzke sogleich in seiner Antrittsrede: "Zu den zukünftigen Herausforderungen zählen für mich beispielsweise die Schärfung des Profils unserer Branche in der Öffentlichkeit. Wir werden uns noch stärker als eigenständige Branche definieren", kündigte er an. Das Berufsbild des Fachverbands – vom Azubi bis zum Meister mit Aus- und Weiterbildungsangeboten hinterlegt – soll mehr junge Menschen und Quereinsteiger für die Arbeit in BBS-Fachbetrieben begeistern, so Witzke. Das bisherige Angebot des Verbands gelte es zu stärken und auszubauen.

"Ich setze mich dafür ein, junge Nachwuchskräfte für eine aktive Verbandsarbeit zu gewinnen", so Witzke weiter. "Wir haben in den letzten zwei Jahren Meister in unserer Branche ausgebildet, zahlreiche Altunternehmer vollziehen derzeit die Übergabe an die nachfolgende Generation – dieses Potenzial wollen wir nutzen. Dafür etablieren wir 2022 den Arbeitskreis für Jungunternehmer als eine agile Plattform, um neue Ideen zu generieren und konstruktive Veränderungen zu ermöglichen. Es gibt viele Stellschrauben, die wir bedienen können." Der Verband sei zum heutigen Tag gut aufgestellt, Positionierung und Ausrichtung stimmten, resümierte Witzke und forderte auf: "Ich sehe meine Weiterentwicklung deshalb nicht als Revolution, sondern als Evolution. Gestalten wir die Zukunft unserer Branche gemeinsam auf Basis unserer Erfolge!"

Zur Wiederwahl stellten sich an diesem Abend Dr. Reiner Schulze als Vertreter der Herstellerfirmen zum zweiten Vorsitzenden und Manfred Dziuba zum Schriftführer, beide wurden in ihrem Amt bestätigt. Barbara Prestin wurde als neues Vorstandsmitglied für besondere Aufgaben (Beisitzerin) gewählt, sie ist für den Fachverband bereits im Museumsverein für alte Betonbohr- und -sägemaschinen aktiv. Der Fachverband Betonbohren und -sägen Deutschland ist mit mehr als 750 Mitgliedern nach eigenen Angaben weltweit der stärkste Arbeitgeberverband dieser Branche. Mitglieder sind Dienstleistungsbetriebe und Herstellerfirmen rund ums Betonbohren und Betonsägen.

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