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Akkubetriebenes Drehbohrgerät wird eingesetzt

Spezialtiefbau nahezu emissionsfrei möglich

Liebherr zufolge sei das unplugged-betriebene Drehbohrgerät LB 16 ebenso anwenderfreundlich und leistungsstark wie die konventionelle Ausführung.

Bludenz-Bürs/Österreich (ABZ). – An der Anschlussstelle der österreichischen A 14 Bludenz-Bürs führt die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) bis Ende 2021 ein Großprojekt durch. Auf diesem Autobahnabschnitt kommt es immer wieder zu massiven Verkehrsbehinderungen und Staus. Um dem entgegenzuwirken, wird ein Kreisverkehr mit zwei Brücken über die A 14 gebaut. Hinzu kommen zwei neue Anbindungen an Landesstraßen, ebenfalls mit einem Kreisverkehr und einer Gewässerschutzanlage. Für die Gründungsarbeiten setzt das lokale Unternehmen i+R einen akkubetriebenen Großdrehbohrer LB 16 unplugged von Liebherr ein. Herstellerangaben zufolge sei es das erste Bohrgerät auf dem Markt mit Local Zero Emission. Der Unplugged-Bohrer des Typs LB 16 wird elektrohydraulisch angetrieben und kann auch kabellos eingesetzt werden. Nachhaltigkeit am Bau sei gelebte Praxis für die ASFINAG.

Die Pfahlgründungen müssen direkt unter einer Hochspannungsleitung eingebracht werden. Der Liebherr-Bohrer sei für diesen Einsatz mit engen Platzverhältnissen und geringer Arbeitshöhe gut geeignet, weil er als Low-Head, mit verkürztem Mäkler, ausgeführt ist, so i+R. 148 Pfähle wurden für die Baustelle erstellt. Es wurden insgesamt 1742 m in den Boden gebohrt. Für die Umsetzung des Projektes werden Unternehmensangaben zufolge etwa 1200 m³ Beton verbaut. Die Pfähle sind zwischen 10 und 14 m tief verbaut und haben einen Durchmesser von 900 mm. Das Drehbohrgerät LB 16 unplugged schaffe es, etwa zwei Pfähle pro Tag zu verbohren, so Liebherr.

Dass der Bohrer elektrisch angetrieben wird, hat Liebherr zufolge zwei Vorteile. Zum einen verursache das Gerät keine lokalen Abgase und zum anderen sei es leiser als andere Maschinen. "Man muss nicht die ganze Zeit schreien. Man kann normal reden, dann hört das der Kollege auch, wenn er weiter weg steht", sagt Vorarbeiter Sebastian Timpe. Bei der Arbeit mit motorbetriebenen Baumaschinen höre man durch den hohen Lärmpegel nicht, was außerhalb der Baustelle passiere. Außerdem müsse man ständig die Stimme erheben, was auf Dauer auch eine Belastung sei, so Timpe.

Liebherr zufolge sei das unplugged-betriebene Drehbohrgerät LB 16 ebenso anwenderfreundlich und leistungsstark wie die konventionellen Ausführung. Der Akku des Liebherr-Bohrers sei für einen 10-Stunden-Arbeitstag konzipiert. Über einen herkömmlichen Baustellenanschluss (32 A, 63 A) könne er über Nacht geladen werden. Außerdem ist auch ein Liebherr-Betonmischer des Typs ETM 905 mit elektrischem Trommelantrieb auf der Baustelle im Einsatz. Seine Akkuladung reiche Unternehmensangaben zufolge ebenfalls für einen ganzen Arbeitstag. Die Batterie könne bei diesem Plug-in-Hybrid während der Fahrt oder extern über einen Stecker geladen werden. Dies sei beispielsweise an einer Betonmischanlage möglich. i+R nutzt auch einen elektrischen Kompaktbagger – so werde erstmals eine Baustelle im Spezialtiefbau mit fast ausschließlich elektrisch angetriebenen Maschinen umgesetzt. Auf ein Jahr hochgerechnet könnten so Liebherr zufolge etwa 35 000 l Diesel eingespart und ein CO2-Ausstoß von mehr als 92 t vermieden werden.

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