Allround-Traggerüst des Typs TG 60 bewährt sich

Hohe Lasten beim Beschleunigerzentrum wirtschaftlich gemeistert

Darmstadt (ABZ). – Für den Bau des Beschleunigerzentrums FAIR entstehen zahlreiche Gebäude wie das CBM-Bauwerk. Das Betonieren einer 3 m dicken Decke war dabei keine leichte Aufgabe: Es galt nicht nur, hohe Lasten abzutragen, sondern auch verschiedene Baustellenanforderungen wie einen Zugang zur Baugrube wirtschaftlich zu realisieren.
Layher Schalung
Beim Bau des neuen internationalen Beschleunigerzentrums FAIR in Darmstadt konnten die zuständigen Gerüstbauer mit dem Allround-Gerüst nicht nur eine sehr tragfähige und gleichzeitig optimal an Gebäudegeometrie angepasste Unterstützung für das Betonieren einer rund 3 m dicken Decke errichten – sondern auch eine Kombination aus Treppenturm und Überbrückung als Zugang zur Baugrube nutzen. Foto: Layher

Die Lösung war eine Kombination aus digitaler Vorplanung im Rahmen von Layher SIM, Montage durch Profi-Gerüstbauer und Einsatz des Allround-Gerüsts. Wenige und leichte Grundbauteile sowie die schraubenlose Verbindungstechnik sorgen für eine schnelle Montage, Ausbau- und Ergänzungsbauteile für eine hohe Flexibilität:

Die Schalungsunterstützung wurde mit den Allround-Traggerüstrahmen des Typs TG 60 umgesetzt – inklusive Rahmenbündelung bei Lastkonzentrationen, materialsparender Verbreiterung mit Allround-Konsolen und integrierter Laufgänge aus Serienböden. Und auch die kombinierte Treppen- und Überbrückungskonstruktion als Baustellenzugang ließ sich mit Serienteilen realisieren.

"Das Universum im Labor", das ist das Motto des neuen internationalen Beschleunigerzentrums FAIR in Darmstadt, einem der größten Forschungsvorhaben weltweit. Mit FAIR – kurz für Facility for Antiproton and Ion Research – soll laut dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, dem deutschen Gesellschafter des internationalen FAIR-Projekts, künftig Materie im Labor erzeugt und erforscht werden, wie sie sonst nur im Universum vorkommt. Ziel sind neue Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums – vom Urknall bis heute.

Auf rund 20 ha entstehen für das komplexe Bauvorhaben zahlreiche Gebäude wie Beschleuniger- und Experimentierbauwerke und Labore. Mit einer Deckenstärke von rund 3 m stellte das sogenannte CBM-Bauwerk – CBM steht für "Compressed Baryonic Matter", also komprimierte Baryonische Materie – im Hinblick auf den Traggerüstbau beziehungsweise die abzutragenden Lasten eine Besonderheit dar. Keine leichte Aufgabe für Porr, verantwortlich für die erweiterten Rohbauarbeiten im Anlagenbereich Nord des Projekts FAIR. Durch die Kombination aus guter Vorplanung, qualifizierter Montage und Einsatz des Allround-Traggerüsts TG 60 schlossen sich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bei diesem Projekt jedoch nicht aus.

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Layher Schalung
Durch die Kombination aus guter Vorplanung, qualifizierter Montage und dem Einsatz des Allround-Traggerüsts vom Typ TG 60 schlossen sich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bei diesem Projekt nicht aus. Foto: Layher

Da es neben dem hohen Lastabtrag auch verschiedene Baustellenanforderung wie Geometrieanpassungen sowie einen Zugang zur Baugrube zu beachten gab, wandte sich Porr für die Vorplanung des über 36 m langen, mehr als 15 m breiten und rund 18 m hohen Traggerüsts an die Layher Anwendungsingenieure. Unter der Leitung von Bauingenieur Roland Hassert unterstützt die Abteilung "Anwendungstechnik Bau" Kunden je nach Bedarf von Anwendungs- und Baustellenberatung bis hin zur Ausführungsplanung und Projektbegleitung. Ein wichtiger Erfolgsfaktor stellt hierbei die digitale 3D-Planung im Rahmen von Layher SIM dar. Layher SIM – kurz für "Scaffolding Information Modeling" – ist ein von Layher entwickelter Prozess zur Digitalisierung der gerüstspezifischen Prozesse Planung, Logistik und Ausführung.

"Digitale Prozesse haben entscheidende Vorteile. Dazu gehören nicht nur die hohe Transparenz in allen Arbeitsschritten und die stetige Kostenkontrolle, sondern vor allem Planungs- und Terminsicherheit. Bei Großprojekten wie dem Bau von FAIR heute unerlässlich", berichtet Hassert. "Wir haben für Porr die digitale Vorplanung mit LayPLAN CAD übernommen, um mithilfe unserer Erfahrung die Vorteile des Allround-Traggerüsts TG 60 optimal auszunutzen.

Das Ergebnis ist eine Kombi aus 2D-Plänen und 3D-Gerüstmodell, das via QR-Code auf den 2D-Plänen verlinkt ist. Auf dieser Basis übernahm das Technische Büro von Porr anschließend die Ausführungsplanung. Layher stellt hierfür eine umfangreiche Technische Dokumentation zur Verfügung – inklusive Materialbedarfstabellen, Bemessungshilfen für Schalungsträger, detaillierter Aufbau- und Verwendungsanleitungen und erklärender Produktvideos."

Dass sich Wirtschaftlichkeit und Sicherheit beim Traggerüstbau nicht ausschließen, stellte das Allround-Traggerüst TG 60 bei diesem Projekt unter Beweis. Im Vergleich zu einzelnen Traggerüsttürmen mit fixem Grundriss handelt es sich um eine integrierte Allround-Lösung. "Bei Layher setzen wir auf ein Baukastensystem", erläutert Vertriebsleiter Bau Konrad Böhnke, der gemeinsam mit seinem Team aus Vertriebsingenieuren Kunden vor Ort berät und eng betreut. "Das Allround-Gerüst hat sich als modulares System für zahlreiche Anforderungen auf Baustellen bewährt.

Wenige und leichte Grundbauteile sowie die schraubenlose Keilschlossverbindung sorgen für eine effiziente Montage, verschiedene Standardlängen und ein umfassendes Angebot an Ausbau- und Ergänzungsbauteilen wie die Allround Traggerüstrahmen TG 60 für eine flexible Anpassung an Geometrievorgaben und Baustellenanforderungen. Auf diese Weise lassen sich Traggerüsttürme mit einer Stieltragfähigkeit von bis zu sechs Tonnen aus Serienteilen realisieren – zugelassen und typengeprüft vom DIBt."

Durch den modularen Ansatz sei es außerdem möglich, die Feldlänge der Traggerüsttürme flexibel an die Lastvorgaben anzupassen. "Im Hinblick auf die hohen Lasten wählten unsere Anwendungsingenieure ein Raster aus quadratischen Traggerüsttürmen – mit punktueller Rahmenbündelung bei Lastkonzentrationen. Die Tragfähigkeit der Türme lässt sich dadurch einfach steigern", so Böhnke. Auch die Anpassung an die Gebäudegeometrie und die Baustellenanforderungen war mit Allround-Serienteilen mühelos möglich. "Je nach Gebäudegeometrie können Traggerüste im Randbereich mit einzelnen Allround-Stielen verlängert werden", erklärt Hassert. In der obersten Lage kamen Allround-Konsolen zur Verbreiterung der Traggerüstkonstruktion zum Einsatz. "Eine materialsparende Lösung, das Stellen weiterer Traggerüste ist nicht erforderlich" ergänzt Böhnke.

Zum Ein- und Ausschalen wurden zudem mit Serienböden Laufgänge unterhalb der Schalung integriert. Eine zentrale Anforderung war darüber hinaus der Baustellenzugang in die Baugrube. Auch dieser ließ sich mit dem Allround-System in Form einer kombinierten Treppen- und Überbrückungskonstruktion umsetzen. "Projektbezogen gefertigte Sonderkonstruktionen aus Stahl sind wenig wirtschaftlich, da sie abgesehen vom zeitlichen Aufwand für die Fertigung meist nicht für weitere Projekte verwendet werden können. Mit dem integrierten Layher-System verfolgen wir – wie bereits erwähnt – einen effizienteren Ansatz.

Die Kombination aus Grund- und Ausbauteilen wie beispielsweise Podesttreppen gewährleistet nahezu unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten für das breite Anforderungsprofil auf Baustellen: Klassische Fassadengerüste. Trag- und Bewehrungsgerüste. Und nicht zuletzt Überbrückungen und Treppentürme. All dies lässt sich mit dem Allround-Gerüst verwirklichen. "Ein System – viele Lösungen", bekräftigt Böhnke.

Der Aufbau des Traggerüsts selbst erfolgte liegend, das heißt die Allround-Traggerüsttürme TG 60 wurden sicher am Boden vormontiert und schnell per Kran eingehoben. Aber auch bei stehender Montage lassen sich geltende Sicherheitsvorschriften problemlos erfüllen, da Gerüstersteller durch die fest vorgegebene Aufbaufolge automatisch einen rundumlaufenden Seitenschutz haben – selbst ohne Zusatzbauteile wie ein Montage-Sicherungs-Geländer. Porr beauftragte für Auf- und Abbau eine Gerüstbaufirma.

Laut Böhnke profitieren Bauunternehmen dadurch in doppelter Hinsicht: "Zum einen kann eigenes Personal für andere Aufgaben eingesetzt werden, zum anderen montieren qualifizierte und erfahrene Gerüstbauer in der Regel deutlich schneller als Monteure ohne Gerüstbauerfahrung und besitzen eine fundierte Kenntnis aktueller Normen und Vorschriften. Angesichts des wachsenden Zeitdrucks und der gestiegenen Sicherheitsvorgaben auf Baustellen ein maßgeblicher Faktor", so Böhnke. "Wir haben bundesweit ein dichtes Netz an professionellen Gerüstbaukunden. Die Layher Berater vor Ort vermitteln gerne den passenden Kontakt."

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