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Arbeiten an der Kirchturmspitze

Präzisionsarbeit in 74 Metern über dem Straßenniveau

3000 m² Arbeits- und Schutzgerüst, 2000 m² Modulgerüst, Ein-Personen- und Material-Aufzug à 850 kg Traglast, eine Podesttreppe.

Ahlen (ABZ). – Die Einrüstung von Kirchen ist immer anspruchsvoll. Besonders Kirchen im neogotischen Stil des Historismus sind das Gegenteil von "quadratisch-praktisch-gut". Die Dächer der Schiffe bieten keinen Stand, sondern müssen aufwändig überbaut werden; wegen des Denkmalschutzes und der Gebäudegeometrie sind nicht überall Verankerungen möglich. Zudem geht es bei den Türmen oft ziemlich hoch hinaus. Ein besonderes Projekt dieser Kategorie war die Turmsanierung der St. Marienkirche im westfälischen Ahlen. Condor Gerüst, ein Unternehmen der Münsteraner Firmengruppe Brück, zeigte sich den Herausforderungen professionell gewachsen. Die Firmengruppe Brück vereint sechs Unternehmen des Handwerks und Baugewerbes an Standorten in Münster, Essen und Düsseldorf unter einem Dach. Feuchtigkeitsschäden hatten dem Kirchturm stark zugesetzt: die Kreuzblumen aus Sandstein drohten bereits hinabzustürzen. Zudem mussten das Schieferdach und Teile des Kupferhelms erneuert werden. Das Gesamtvolumen der Renovierung umfasste 1,5 Millionen Euro.

74 m über dem Straßenniveau schaute schließlich nur noch der Wetterhahn aus der Konstruktion. Das Baumaterial fuhr mit dem Lastenaufzug auf 50 m Höhe, die restlichen 24 m wanderte jedes Gerüstteil per Muskelkraft in die Höhe. Pro Tag wuchs das Gerüst im Schnitt um zwei Gerüstlagen. Da das Gerüst nicht auf dem Kirchenschiff gründen kann, muss es das Dach ohne Stützlast durch Gerüst-Sonderkonstruktionen überspannen – keine Routineaufgabe.

Hinzu kommt, dass die Stände des Ahlener Wochenmarktes direkt bis an die Kirche reichen und auch der Besuch der Messe weiterhin gewährleistet bleiben musste, sodass die Sicherheit von Passanten oberste Priorität hatte.

Wenn das Geläut der riesigen Glocken die Ahlener zur Messe rief, war das für das Condor-Team allerdings eine harte Probe. Dafür wurden die Mitarbeiter nicht nur mit einer fantastischen Aussicht belohnt, sondern auch mit denkwürdigen Erlebnissen: Mit dem Bauaufzug brachten sie ein frisch getrautes Brautpaar samt Pfarrer auf die oberste Ebene in 50 m Höhe. Hier spendete der Geistliche den Jungvermählten in luftiger Höhe den kirchlichen Segen.

Für die Gerüstbauer der Firmengruppe Brück ein nicht alltägliches Projekt, bei dem sie die ganze Bandbreite ihrer Fachkompetenz ausspielen konnten. Die einzigen, die sich nicht begeistert zeigten, waren die Turmfalken, die sich von dem ungewohnten Besuch gestört fühlten.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 40/2019.

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