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Corona-Krise

Baumaßnahmen sollen aufrechterhalten werden

Berlin (ABZ). – Kann der Baustellenbetrieb in Deutschland auch in Zeiten der Corona-Krise fortgeführt werden? Mit eindringlichen Worten haben sich die maßgeblichen Branchenverbände in dieser Woche an die zuständigen Ministerien gewendet und davor gewarnt das Baugeschehen in Deutschland zum Erliegen zu bringen. In einem Erlass haben die Ministerien nun zugesichert, den Baubetrieb bis auf Weiteres nicht einzustellen.

Nach derzeitigem Stand (Mittwoch, 25. März) dürfen Baudienstleister und Handwerker in Deutschland trotz Corona-Pandemie ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Am Beispiel Österreich lässt sich jedoch erkennen, dass die aktuell geltenden Kontakt- und Hygienevorschriften in der Baustellenpraxis nicht immer einfach umzusetzen sind. Das betrifft unter anderem Gruppentransporte zur Baustelle oder die dort einzuhaltenden Mindestabstände. In der Folge hat der Großkonzern Strabag bereits in der vergangenen Woche rund 1000 Baustellen in Österreich vorerst eingestellt. Auch beim österreichischen Baukonzern Porr stehen derzeit fast alle Baustellen im Heimatland still. Für sein gewerbliches Personal und den Großteil seiner Angestellten in Österreich hat das Unternehmen mittlerweile Kurzarbeit beantragt, wie das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber der ABZ mitteilte.

Warnzeichen kommen jedoch nicht allein aus dem europäischen Umland. So hat zum Beispiel die Stadt Düsseldorf wegen der Corona-Krise die Auslegung von Planungsentwürfen abgesagt, woraufhin unter anderem der Bau eines neuen Wohnviertels mit beinahe 500 Mietwohnungen auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Auch die Stadt Hamburg warnte in dieser Woche vor möglichen Verzögerungen bei Bauarbeiten auf den Hamburger Autobahnen.

In einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bundesinnenminister Horst Seehofer haben Branchenverbände in dieser Woche vor erheblichen Schäden für die deutsche Volkswirtschaft gewarnt, sollte der Baustellenbetrieb hierzulande zum Erliegen kommen. „Gerade die Baustellen in Deutschland, auf denen ein monatliches Umsatzvolumen von rund 12 Milliarden Euro erwirtschaftet wird, stellen aktuell eine gute Stütze der Wirtschaft dar. Die Baubranche hängt nicht so sehr von internationalen Zulieferketten ab wie andere Branchen und kann damit viel zur Stabilisierung im Land beitragen“, betonen Martin Steinbrecher, Präsident des Bundesverbandes mittelständiger Bauunternehmen (BVMB) und seine Präsidentenkollegen Peter Hübner (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)) und Reinhard Quast (Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)) in dem gemeinsamen Schreiben.

Bundesminister Scheuer und die Verbände der Bauwirtschaft stimmen in der Meinung überein, dass eine Fortsetzung der Baustellen auch in Zeiten der Corona-Krise in Deutschland geboten ist, um die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur in Deutschland weiter zu erhöhen. Diese Leistungsfähigkeit sei für die Bevölkerung und die Wirtschaft notwendig, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise schnell überwinden zu können.

In einem Erlass haben das Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun die Fortführung der Baumaßnahmen im Hochbau, Straßenbau und Wasserbau beschlossen. „Den ergangenen Erlass (...) begrüßen wir außerordentlich. Die Weiterführung und Neuausschreibung von Infrastrukturbaustellen ist eine wesentliche Stütze der Binnenwirtschaft, die es aufrechtzuerhalten gilt“, erklärte dazu ZDB-Präsident Quast. „Nur so ist es uns möglich, dass wir in solch schwierigen Zeiten dafür sorgen können, dass die systemrelevanten Bereiche, wie Telekommunikation, Mobilität oder Energiegewinnung sowie Ver- und Entsorgung weiter funktionieren“, ergänzt HDB-Präsident Hübner.

Bundesminister Scheuer habe zugesichert, dass kurzfristig zwischen dem BMVI und der Bauwirtschaft Gespräche über die faire Verteilung Corona-bedingter Baustellenmehrkosten aufgenommen werden. Das beziehe sich auch auf Mehrkosten für den erhöhten Gesundheitsschutz der Bauarbeiter beim Transport auf die Baustellen und bei ihren Tätigkeiten.

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