Beispielhafte Sanierung

Neue Betonfahrbahn für Kreisel

Bei der Sanierung einer Kreisanlage in Dingolfing hat sich das zuständige Landratsamt für die Ausführung mit einer Betonfahrbahn entschieden.
Unweit der Autobahnausfahrt 92 Dingolfing-West erschließt ein Kreisverkehr das angrenzende Industriegebiet und bildet die Zufahrt zum BMW-Werk Dingolfing. Foto: HeidelbergCement/Michael Voit

Dingolfing (ABZ). – Im Zuge der Arbeiten kam ein klimafreundlicher Fahrbahndeckenzement der Bezeichnung CEM II/A-LL 42.5 N mit geringerem Klinkeranteil von HeidelbergCement erstmals zum Einsatz. Dieser erfüllt alle Anforderungen der ZTV Beton und kann im Betonstraßenbau uneingeschränkt eingesetzt werden, so der Hersteller.

Kreisverkehrsanlagen können die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen und den Verkehrsfluss verbessern. Unweit der Autobahnausfahrt 92 Dingolfing-West erschließt ein Kreisverkehr das angrenzende Industriegebiet und bildet die Zufahrt zum BMW-Werk Dingolfing. Der nachgeschaltete Verteiler wird durch den starken Schwerverkehr enorm belastet. Bei der aktuellen Planung wurde mit Hinblick auf die weitere Entwicklung die höchste Belastungsklasse BK 100 ausgeschrieben. Der alte Kreisverkehr in Asphaltbauweise war bereits mehrfach ausgebessert worden. "Es gab sowohl Verformungen wie auch Risse durch alle Asphaltschichten", erklärt Manuel Stanzel von der Tiefbauverwaltung des zuständigen Landratsamtes Dingolfing-Landau. "Der erhöhte Aufwand für den Unterhalt sowie die immens hohen Schwerverkehrszahlen haben uns zu der Entscheidung geführt, einen Betonkreisverkehr zu bauen." Gute Erfahrungen mit anderen Betonkreiseln hatten den Bauherrn zu dieser Entscheidung ermutigt – denn bundesweit sind in den letzten zehn Jahren mehr als 160 Betonkreisverkehrsanlagen in hervorragender Ausführungsqualität gebaut worden. Diese Erfahrungen flossen in die Planung ein.

Kreisverkehre sind stärker beansprucht als andere Verkehrswege. Schubspannungen durch Fahren in engen Radien sowie Brems- und Beschleunigungsvorgänge treten in der Fahrbahn auf. Diese enorme Beanspruchung aus den Achslasten der Lkw sowie aus Schub können dicke Betonplatten gut aufnehmen. Diese Konstruktion erfordert allerdings eine sehr sorgfältige Planung: Übertragen wurde diese der OBW Ingenieurgesellschaft, Landau an der Isar. Zusätzliche Faserbewehrung und gegebenenfalls Stahleinlagen erhöhen hier die Sicherheit gegen Verformung und Rissbildung. Ausgehend von der zu erwartenden Beanspruchung und den Vorgaben gemäß der "Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen" (RStO), konzipierten die beauftragten Ingenieure den Fahrbahnaufbau, die Plattendicke, Art und Abstand der Fugen sowie die entsprechende Betonrezeptur.

Die Ausführenden bauten die neue Betondecke in einer Stärke von 30 cm auf einer Asphalttragschicht ein und segmentierten diese mittels verdübelter Querscheinfugen. Die Anordnung von Dehnungs- und Pressfugen ergab sich aus der Planung. Grundsätzlich können Form und Abmessungen der Betonplatten für Kreisverkehrsanlagen eine Bewehrung des Betons erfordern. Im Kreisverkehr Dingolfing wurden vor allem Bereiche der angrenzenden Zu- und Ausfahrten mit Betonstahlmatten bewehrt. Für den Betoneinbau in Kreisverkehrsflächen können Mitarbeitende einen Gleitschalungsfertiger nutzen. Alternativ dazu wurden in Dingolfing von den Bauarbeitern rund 550 m³ Beton "von Hand" mit sogenannten Rüttelbohlen zwischen einer Schalung eingebaut.

Die Arbeiten führte das Unternehmen Berger Bau Passau im Auftrag der Strabag AG durch. Die Kreisverkehrsanlage präsentiert sich nach dem Abschluss der Arbeiten in einem besonders hellen Farbton. Die verkehrssichere Färbung kommt durch einen speziellen Fahrbahndeckenzement zustande. Für das Bauvorhaben in Dingolfing hat das Werk Burglengenfeld der HeidelbergCement AG einen Fahrbahndeckenzement der Art CEM II/A-LL 42.5 N entwickelt, der die Anforderungen der ZTV Beton erfüllt und im Betonstraßenbau uneingeschränkt genutzt werden kann. Bei diesem Projekt testeten die Ausführenden den Zement erstmalig. Bauherrschaft und bauausführende Firmen bewerteten die Arbeit im Anschluss als sehr positiv. Der Beton unter Verwendung des gewählten Portlandkalksteinzements habe sich gut verarbeiten lassen und einen besonders guten Oberflächenschluss erzielt.

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