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BIM im Infrastrukturbau

Vor der Planung Koordinatensystem festlegen

Alle Beteiligten sollten sich vor dem Start eines Bauprojekts verpflichtend auf ein Koordinatensystem einigen, um Probleme zu vermeiden. Das rät die Softwarefirma RIB.

Stuttgart (ABZ). – Die Digitalisierung wird im Infrastrukturbau relevanter: Auf der Schiene ist die Deutsche Bahn führend im Bereich Bauen nach der BIM-Methode (Building Information Modelling). Genauso ist das virtuelle Planen vor dem realen Bau auf der Straße künftig nicht mehr wegzudenken, prognostiziert der Softwarehersteller RIB. Denn insbesondere im Straßenbau mit Maßnahmen mit zahlreichen Bauabschnitten, einer Vielzahl von beteiligten Unternehmen und einem riesigen Maschinenpark könne BIM zu erheblichen Einsparungen beitragen. Voraussetzung dafür sei, dass die verantwortlichen Unternehmen mit durchgängig digitalisierten Prozessen arbeiten. Denn das A und O für erfolgreiches, modellbasiertes Planen und Bauen nach der BIM-Methode seien Kommunikation und Kollaboration.

Genau daran scheitern Projektpartner immer wieder, warnt RIB. Als Beispiel schildert die Firma den Fall dreier Unternehmen, eines Straßenbauers, eines Spezialisten für den Brückenbau und eines Entwässerungsplaners, die Pläne für eine aktuelles Autobahnprojekt erstellen und dabei mit verschiedenen Koordinatensystemen arbeiten. Während der Straßenbauer das Projekt auf Basis von Gauß-Krüger-Koordinaten aufbaue, arbeiten die Partner mit UTM- oder lokalen Koordinaten. Damit die Modelle sinnvoll zusammengeführt werden können, seien komplexe Umrechnungen nötig, was zu Fehlern führen könne. Erfolge hingegen bereits vor Start des Bauprojekts eine Festlegung über das eingesetzte Koordinatensystem, das für alle Beteiligten verpflichtend sei, könnten auf Grund unterschiedlicher Koordinatensysteme entstehende Probleme vermieden werden. Die Unternehmen würden Zeit und Geld sparen.

Doch Abstimmung und eine saubere, integrierte Planung vor Projektbeginn seien nicht nur für die erfolgreiche partnerschaftliche Zusammenarbeit mit beteiligten Unternehmen unabdingbar wichtig. Kommunikation und Kollaboration seien auch unternehmensintern Schlüssel für ein zielführendes, modellbasiertes Arbeiten. Denn die BIM-Planung mit all ihren Möglichkeiten funktioniere nur dann Erfolg versprechend, wenn die dafür notwendige Vorarbeit im Unternehmen geleistet worden sei. Zunächst müssten sämtliche Elemente, die verbaut würden, eindeutig und mit jeglichen Details zu definieren sein. Für die einzelnen Einbauschichten einer Straße etwa bedürfe es einer exakten Angabe der Mischgutsorte und der Belastungsklasse. Werde ein Kanal realisiert, seien Material, Durchmesser und viele weitere Attribute in der Planung exakt zu spezifizieren. Sei dies nicht der Fall, könne es in der Bauphase wieder und wieder zu Verzögerungen kommen, da bspw. dafür vorgesehene Maschinen für die zu verbauenden Elemente, etwa aufgrund von Größe und Gewicht, nicht geeignet seien. "Ideal ist es, wenn diese Definitionen bereits innerhalb der CAD-Planung erfolgen", weiß Andreas Dieterle, Produktmanager für den Bereich Civil Solutions bei der RIB Deutschland GmbH. "Moderne Softwaresysteme für den Infrastrukturbau, wie etwa iTWO civil, ermöglichen eine umfassende Attributierung im CAD-Plan. Auf diese Weise werden die Grundsteine für einen erfolgreichen 5D-Prozess gelegt, der Geometrie, Zeit und Kosten im BIM-Modell vereint", fügt der Experte hinzu und empfiehlt eine durchgängige Integration des Standardleistungskatalogs für den Straßenbau in den Planungs- und Bauprozess.

"Der CAD-Plan und das daraus entwickelte Modell dient als Grundlage für viele nachfolgende Prozesse und Aufgaben", ergänzt Rainer Diehl, Product Manager Building & Construction. So liefere das Modell bspw. auch Informationen für Baumaschinen und bilde das Fundament für eine Abrechnung anhand des BIM-Modells. Die Voraussetzung sei eine integrierte Arbeitsweise, bei der Normen und Standards beibehalten würden.

Der Vorteil bei der Arbeit mit einem durchgängigen IT-System: Sämtliche im CAD-System erstellten Informationen werden unmittelbar in den 5D-Prozess transferiert. Der Softwarehersteller RIB bietet einen eigens entwickelten und offenen CPIXML-Standard bspw. für die Programme iTWO civil und iTWO 5D. Dadurch entstehe ein einheitliches, in sich geschlossenes Gesamtsystem, das eine einfache Anwendung möglich mache, so RIB. Genauso schaffe der unabhängige buildingSMART e. V., der das IFC-Austauschformat (Industry Foundation Classes) aktuell für die Anforderungen für den Straßen- und Tiefbau definiere, einen Standard für einen durchgängigen Prozess. Hierbei sei RIB beteiligt.

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