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Die Kunst der Fuge

Fassade wurde kontrastreich gestaltet

Die oberen Ebenen wurden mit dem Röben Keramik-Klinker "Oslo perlweiß" in einem 190 x 90 x 90 mm großen Modulformat ausgebildet.

Antwerpen/Belgien (ABZ). – Mit dem Antwerpener Projekt "Luno" zeigt das Büro Collectief Noord Architecten, dass sich gute Architektur auch mit den Mitteln des Sozialen Wohnungsbaus umsetzen lässt. Der Komplex "Luno" mit 73 Sozialwohnungen wurde durch die Antwerpener Wohnungsbaugesellschaft Woonhaven in Auftrag gegeben. Er liegt zentral im Stadtteil Luchtbal, direkt neben einer 1967 im Stil des Nachkriegsfunktionalismus errichteten Backsteinkirche.

Die drei Baukörper des Komplexes sind über einem flachen Sockel ausgebildet. Sie haben drei bis acht Geschosse und sind U-förmig um einen halböffentlichen Raum angeordnet. "Die kontrastreiche Gestaltung der Fassaden mit hellen und dunklen Röben-Klinkern schafft dabei einen direkten Bezug zur heterogenen Bebauung in der Umgebung", wie Projektarchitekt Peter Wils erklärt.

Für die Gestaltung der jeweils unteren beiden Ebenen der drei Riegel und für die unterschiedlichen Mauerwerkseinfassungen und die Anlagen im halböffentlichen Hof wurde der dunkle Röben-Handstrichverblender Wiesmoor kohle-bunt im Normalformat eingesetzt. Die oberen Ebenen wurden demgegenüber mit dem Röben Keramik-Klinker "Oslo perlweiß" im 190 x 90 x 90 mm großen Modulformat ausgebildet. "Der dunkle Handstrichverblender hat uns vor allem durch seinen handwerklichen Charakter angesprochen", begründet Peter Wils die Materialwahl. "Er schließt damit direkt an die Architektur der angrenzenden Wohnsiedlung an. Ebenso hat der Stein aber auch eine ganz besondere industrielle Ausstrahlung, die wunderbar mit den alten Industriegebäuden in der Umgebung harmoniert."

Im deutlichen Kontrast dazu stehe der für die oberen Ebenen verwendete Klinker Oslo, erläutert Projektarchitekt Wils weiter. Mit seiner hellen Ausstrahlung sorge er dafür, dass der optische Schwerpunkt der Bebauung eher auf dem Sockel liege und sich das Gebäude nach oben hin aufzulösen scheine.

Eine Besonderheit des durchgehend im Läuferverband mit hellen Fugen verarbeiteten Mauerwerks ist die Vorkerbung der weißen Modulsteine durch eine Scheinfuge. Auf diese Werde wird der Fugenanteil optisch erhöht und der geometrisch-abstrakte Charakter des hellen Mauerwerks verstärkt.

Für einen schnellen und kostengünstigen Baufortschritt wurden insgesamt rund 850 m aufgelegte Stürze eingesetzt: L-förmige Verblendstürze von in etwa 290 x 290 mm und vorgefertigte Zierbänder von etwa 135 x 240 mm in Grenadieroptik.

Das Projekt stellte eine besondere Herausforderung für den Röben-PlanungsService dar, teilt das Ziegelunternehmen Röben mit. Diese bestand darin, die Maßordnung so aufzunehmen, dass die durch die Scheinfuge auch in den Fertigteilen erzeugte Kacheloptik unsichtbar in das konventionell erstellte Mauerwerk überging.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 17/2020.

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