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Digitalisierung beschleunigt Planungs- und Bauprozesse

"Umsetzung erfolgt bislang trotzdem nur in kleinen Schritten"

Bernhard Überle: "Ich bin davon überzeugt, dass 'am Bau' der direkte Kontakt und das persönliche Miteinander noch lange die entscheidenden Erfolgsfaktoren sein werden."

Weißenhorn (ABZ). – Der Trend bei der Baudigitalisierung geht vermehrt zu den kleinen digitalen Lösungen; meist in Form von Apps, glaubt Bernhard Überle, Geschäftsführer von Peri Deutschland. In der Bauindustrie und auf den zahlreichen Baustellen wirken sich die Herausforderungen der weltweiten Corona-Pandemie zum Teil recht unterschiedlich aus.

Neben den immer wichtiger werdenden Anforderungen an die Arbeitssicherheit stehen vor Ort natürlich die Hygiene-Konzepte und Abstandsregeln im Vordergrund. Auf sehr unterschiedliche Art und Weise zeigen sich die Einflüsse der stark zunehmenden Digitalisierung. Besprechungen und Planungsabläufe laufen praktisch durchgängig online ab. Der mediale Hype von BIM ist in der Praxis aber noch nicht wirklich angekommen, ist Bernhard Überle, Geschäftsführer von Peri Deutschland überzeugt.

"Die Digitalisierung in der Bauindustrie ist ein Prozess der kleinen Schritte. Hier gibt es im Gegensatz zur stationären Industrie keine fixen Betriebsstätten, die mittel- oder langfristige Produkt- und Fertigungsstandards erlauben", erklärt Überle. Auch aus diesem Grund gehe der Trend bei der Baudigitalisierung vermehrt zu den kleinen digitalen Lösungen; meist in Form von Apps. "Hier kann ich als Anwender den Nutzen unmittelbar sehen und verstehen. Sie helfen vielfältige Planungs- und Ausführungsentscheidungen auf der Baustelle sicherer zu machen."

Vereinfachende Werkzeuge beziehungsweise digitale Tools würden schließlich auch der Forderung des Bauherrn gerecht, das individuell gestaltete Gebäude vertragsgemäß, technisch und wirtschaftlich optimal zu realisieren. Als Reaktion darauf habe sich bei vielen Bauunternehmen die Praxis durchgesetzt, Bauleistungen immer weniger gewinn-, sondern abschlussorientiert anzubieten. Dabei entstehen aus Sicht von Peri zwangsläufig erhebliche Kalkulations- und Angebotsrisiken, die es über eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Abläufe zu analysieren gilt, um die eigene Ertrags- und Kostensituation dauerhaft zu verbessern.

Die notwendige Steigerung der Bauproduktivität hängt wiederum davon ab, wie schlank und verlustfrei ein individuelles Bauprojekt über alle Planungs-, Logistik- und Ausführungsstufen hinweg abgewickelt werden kann. Großen Einfluss nehmen an dieser Stelle Schalungs- und Gerüstsysteme, wenn sie im Ortbetonbau beziehungsweise für die Höhenarbeit im Hoch- und Ingenieurbau eingesetzt werden. "Dabei muss sorgfältig zwischen Materialkosten und den Prozess- und Lohnkosten unterschieden werden, die sich im Schalungs- und Gerüstbau durchschnittlich im Verhältnis 1:3 bewegen", sagt Überle. Somit liege das tatsächliche Wertschöpfungspotential für Bauunternehmen in der intelligenten Reduktion der Prozess- und Lohnkosten, ohne dabei Defizite in der Bauqualität zu riskieren.

"Schlanke, effiziente technische Lösungen brauchen genauso schlanke und effiziente Prozesse. Darunter verstehen wir mehr als nur die Entwicklung einer möglichst effizienten Technik. Im Kern geht es dabei um das über Jahrzehnte entstandene verfahrenstechnische Wissen, das Peri rund um den Ortbetonbau gewonnen hat. Das dafür notwendige Schalungs- und Gerüstwissen wollen wir auf jede nur erdenkliche Art und Weise für unsere Kunden verfügbar machen", erklärt der Peri-Geschäftsführer. Zu dieser Vermittlung gehören auch die konsequente Digitalisierung und Vernetzung dieses Wissens. "Das geschieht einerseits durch ein umfangreiches Angebot aus Apps und Software-Tools. Andererseits wird digitales Wissen durch die Integration digitaler Sensortechnik auch immer mehr zum direkten Bestandteil der Schalungs- und Gerüstsysteme von Peri werden."

Peri versteht sich als Pionier und zuverlässiger Partner seiner Kunden auf dem Weg in die digitale Welt und präsentiert ihnen inzwischen auch ein umfassendes digitales Portfolio an produktbegleitenden Apps für den Arbeitsalltag. Zudem gehören weiterentwickelte CAD-Lösungen, das Kundenportal "myPERI" sowie anspruchsvolle Anwendungen im Rahmen erfolgreicher Referenzprojekte, die mit "Building Information Modeling" (BIM) umgesetzt wurden, zum digitalen Portfolio.

Die "PERI Extended Experience"-App für die mobile 3D-Visualisierung von Bauprojekten ermöglicht die Darstellung von 3D-Modellen in den drei Darstellungsarten Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) sowie Mixed Reality (MR) auf dem Display von Mobilgeräten. Durch die unterschiedlichen Visualisierungsmöglichkeiten können Nutzer die jeweiligen Modelle optimal in ihren Planungs- und Bauprozess einbinden.

Beim Thema BIM gehört Peri seit Jahren zu den führenden Unternehmen der Branche. Die BIM-Kompetenz hat Peri bei internationalen Projekten gemeinsam mit dem Kunden erfolgreich aufgebaut. Thematische Schwerpunkte sind neben der 3D-Planung und der Visualisierung die Planungskoordination, die automatisierte Kollisionsprüfung, Sicherheitschecklisten sowie QR-Codes für die Objektnavigation. Darüber hinaus geht es um die Verfügbarkeit relevanter Daten mittels Tablet-Lösungen für den Alltag auf der Baustelle.

"In vielen Projekten ist BIM aber dennoch nicht umsetzungsrelevant", betont Bernhard Überle. "BIM ist Stand heute in Deutschland auf Großobjekte der Bundesbauten und auf Industrie- beziehungsweise Wirtschaftsbauten beschränkt. Der Fehler der zurückliegenden Jahre war gemäß unserer Einschätzung, dass über solche Konzepte wie BIM oder Lean Construction oft sehr abstrakt gesprochen wurde. Es sollte von jetzt auf gleich alles radikal auf den Kopf gestellt werden – das Unternehmen, der Führungsstil, die Mitarbeiterorganisation, die Abläufe. Auf Managementebene sind solche Konzepte leicht aufgestellt, die Überführung dieser Konzepte in die Praxis steht allerdings auf einem anderen Blatt Papier."

Für die meisten Roh- und Ausbauunternehmen muss diese digitale Neuausrichtung ein gleitender Übergang aus vielen kleinen Veränderungs- und Anpassungsschritten sein. "Dort wo digitale Lösungen bereits gefordert sind, sind wir bei Peri wirklich gut aufgestellt. Dennoch bin ich tief davon überzeugt, dass die Vision von BIM als planungs- und gewerkeübergreifender Bauablauf absolut richtig ist und nach und nach immer mehr zum allgemeinen Standard werden wird. Deswegen sind wir zusammen mit unseren Kunden schon seit Langem in diese Prozessthemen eingestiegen und begleiten sie auf dem Weg der Digitalisierung", sagt Bernhard Überle.

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