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Einführung der neuen Lkw-Generation fortgesetzt

Baustellenfahrzeuge für extremes Terrain

Von Martina Monsees

Scania, Nutzfahrzeuge

Das Angebot von Scania für die Baubranche zeichnet sich durch exakte Anpassung an die jeweilige Transportaufgabe aus. Dies gilt sowohl für das Design des Fahrzeugs als auch für die vernetzten Fahrer- und Werkstattservices.

Södertälje/Schweden. – Die größte Produkteinführung in der Geschichte von Scania begann im Sommer 2016 mit Lösungen für den Fernverkehr. Mit der Einführung der XT-Baureihe startet der Hersteller eine Offensive mit Transportlösungen, die sich an Kunden in der europäischen Baubranche richtet. Kunden sowie Vertreter der Fachpresse nahmen die Lösungen beim "Test & Drive" rd. um das firmeneigene Demo-Centre in Södertälje jüngst unter die Lupe. XT steht für "Extreme" bzw. "Extra Tough": Die Buchstaben am Kühler drücken aus, dass es sich bei der von Scania neu entwickelten Baureihe um Baustellenfahrzeuge handelt und dass sich damit schwierige Herausforderungen auf unterschiedlichsten Untergründen meistern lassen. Die Motivation zur Einführung des XT ist schnell erläutert: "Wir verfügen über die richtigen Produkte, die richtigen Dienstleistungen und das richtige Können und wollen nun die Position einnehmen, die wir bei den Fernverkehrsfahrzeugen in allen Märkten innehaben. Die neue Scania Baufahrzeug-Generation eignet sich für anspruchsvollste Bedingungen und Kunden, die eine Lösung benötigen, die 100 %-ige Leistung, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit bietet", sagt Anders Lampinen, Product Director, Construction, bei Scania Trucks. Das neue Design mache sich von der Frontansicht über das Fahrerhausangebot bis hin zur Reifenkonfiguration bemerkbar.

Während der Veranstaltung wurde erläutert, dass der XT mit allen Motor- und Fahrerhausvarianten kombinierbar ist. Ein robuster Stoßfänger bildet das Fundament des XT. Dieser weist vorn am Fahrerhaus einen Überstand von 150 mm auf und ermöglicht – je nach Reifen- und Fahrgestellkonfiguration – einen Böschungswinkel von ca. 25°. Die Kombination aus Stoßfänger, Unterbodenschutzplatte und Scheinwerferschutz sorgt für eine robuste und widerstandsfähige Fahrzeugfront, sodass die Karosserie auch bei Kollisionen mit kleineren Objekten keinen Schaden nehmen soll. Die Abschleppvorrichtung ist für 40 t ausgelegt. Somit lassen sich andere Fahrzeuge oder Maschinen damit bewegen oder lässt sich das eigene Fahrzeug ggf. mit Ladung abschleppen.

"Der Scania XT ist speziell für die verschiedensten Anwendungen von Baustellenfahrzeugen, die häufig auf und abseits der Straße unter härtesten Bedingungen eingesetzt werden, konstruiert", betont Lampinen. Diese Fahrzeuge stellten allerdings nicht nur besondere Anforderungen an Konfiguration und Fahreigenschaften, sondern auch an Services, Wartung und Reparatur. Die Fahrzeuge würden oft in Kiesgruben und auf Baustellen eingesetzt und müssten Einiges aushalten können. Gleichzeitig legten die Fahrzeuge häufig mehr als 80 000 km pro Jahr auf normalen Straßen zurück. Da sich Baustellen oft auch in Städten befänden, seien gute Sicht sowie Wendigkeit gefragt.

"Scania bietet eine Reihe verschiedener Services für Transportunternehmen in der Baubranche an. Und zwar jene Services, die für eine gute Gesamtwirtschaftlichkeit eines Baustellenfahrzeugs essentiell sind", meint Lampinen. Die Scania Werkstatt und ein Reparatur- und Wartungsvertrag – vorzugsweise die Scania-Wartungsverträge mit flexiblen Plänen, die exakt auf den Geschäftsbetrieb abgestimmt sind – sollten für einen guten Start sorgen. Für Transportunternehmer mit mehreren Fahrzeugen werde bspw. "Scania Fleet Care" angeboten – eine Fuhrpark-Dienstleistung, die die Vernetzung aller Scania-Fahrzeuge nutzt. Diese ermögliche, die Verfügbarkeit zu optimieren, für eine bessere Auslastung zu sorgen sowie einen Überblick über Kosten, Erträge und Abläufe des kompletten Fuhrparks zu erhalten. Mit dem Servicepartner gelinge es Transportunternehmen, nachhaltig Profitabilität zu erzielen. Das Angebot von Scania sei auch um ein speziell für den Baustellenbetrieb konzipiertes Fahrtraining erweitert worden.

Nach Angaben des Unternehmens favorisieren viele Transportunternehmer in nordischen Ländern Scania-Lkw aufgrund der Robustheit und Produktivität der Fahrzeuge. "Mit dem Scania XT als klare Speerspitze für alle Produkte und Dienstleistungen, die wir jetzt einführen, erhoffen wir uns auch potenzielle Kunden in der Baubranche in jenen Ländern zu erreichen, in denen wir marktanteilsmäßig derzeit nicht immer an der Spitze stehen", führt Lampinen aus. Auch wenn Baustellenfahrzeuge in verschiedenen Anwendungen zunächst den offensichtlichsten Einsatz für den Scania XT darstellten, biete das modulare System großes Potenzial für maßgeschneiderte Lösungen. "Bei uns bestimmen Kunden selbst, was sie als große Herausforderung ansehen und welche Funktionen sie benötigen", unterstreicht Lampinen.

Scania, Nutzfahrzeuge

Mit dem XT stellt Scania ein Modell für härteste Aufgaben vor, für die Robustheit, Produktivität und Verfügbarkeit unerlässlich sind. Der Stoßfänger weist einen Überstand von 150 mm auf.

Im Euro-6-Markt spielen sowohl Leistungsstärke als auch Kraftstoffeffizienz eine wichtige Rolle: Nach der Einführung von 13 verschiedenen Euro-6-Motoren mit Leistungsstufen von 280 bis 730 PS basierend auf drei unterschiedlichen Motorenfamilien im Juni 2017 folgten Achs- und Getriebekonfigurationen. Diese wurden an die individuellen Anforderungen von Baustellenfahrzeugen, Holztransportern und Schwerlast-Sattelzugmaschinen angepasst – jeweils im Hinblick auf Robustheit und Produktivität. Der niedrige Kraftstoffverbrauch soll die Gesamtwirtschaftlichkeit der Kunden in den Vordergrund stellen. Z. B. präsentierte Scania eine neue Generation von 16-l-V8-Motoren, die laut Hersteller je nach Anwendungstyp eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs von 7 bis 10 % ermöglichen. Die Kraftstoffersparnis bei den V 8-Motoren lässt sich hauptsächlich auf die Übernahme jener Modifizierungen zurückführen, die erstmals bei den meistverkauften 13-l-Motoren von Scania bei der Premiere der neuen Lkw-Generation im Herbst 2016 vorgestellt worden sind. Zu den Modifizierungen gehört z. B. der Einsatz der – bis auf eine Ausnahme – rein selektiven katalytischen Reduktion (SCR-only) bei der Abgasnachbehandlung. Durch die Verwendung eines Turboladers mit fester Turbinengeometrie und das Entfallen einer Abgasrückführung in Form eines EGR-Systems sind die Motoren sowohl leichter als auch robuster.

Die Fünfzylinder-Motoren mit 9-l-Hubraum wurden im Frühsommer 2017 in drei verschiedenen Leistungsstufen eingeführt. Mit diesen lassen sich Kraftstoffeinsparungen von bis zu 3 % erzielen. Neu sind die Motorsoftware und die Gestaltung des Brennraums: Eine wichtige Optimierung stellt etwa die nun über einen Thermostat geregelte Ölkühlung dar. Sie führt zu einer Senkung des Kraftstoffverbrauchs um 1 %, da eine durchgängig höhere Betriebstemperatur des Öls möglich ist. Der Kühlerlüfter ist direkt an der Kurbelwelle montiert und wird von ihr angetrieben, sodass er weniger Leistung verbraucht. Bei der kompletten DC09-Baureihe wird – wie bei den meisten Motoren der neuen Lkw-Generation – auf einen Turbolader mit fester Turbinengeometrie (FGT) und auf SCR-only bei der Abgasnachbehandlung gesetzt – wobei der DC16 mit 730 PS eine Ausnahme bildet. "Scania hat beste Erfahrungen mit FGT und SCR-only bei der Abgasnachbehandlung gemacht", schildert Lampinen und fügt hinzu: "Es handelt sich um energieeffiziente, robuste und äußerst zuverlässige Motoren, die Tag für Tag den Antrieb vieler Baustellen- und Verteilerfahrzeuge sicherstellen." Ein erhöhtes Verdichtungsverhältnis (von 18,0:1 auf 19,0:1), eine Erhöhung des Zylinderdrucks auf max. 190 bar (180 bar beim 280-PS-Motor) und ein effizienterer Brennraum seien weitere Optimierungen, die für eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs sorgen. Der DC09 sei ein ebenso bewährter wie zuverlässiger Motor, der eine Reihe Generationswechsel erlebt hat. Durch seine zügige Drehmomententfaltung und ein Drehmoment von bis zu 1700 Nm bei 1050 U/min komme er seiner Aufgabe in Tausenden von schwerbeladenen Verteilerfahrzeugen bis hin zu vielen Baustellenfahrzeugen nach. Für diese anspruchsvolle Einsatzart mit Zuggewichten von ca. 30 t erweise sich der DC09 als passende Lösung.

Scania, Nutzfahrzeuge

Die 9-l-Motoren von Scania (im Bild r.) werden nun in fünf Ausführungen für Euro 6 angeboten. Zwei davon können mit 100 %-Biodiesel betrieben werden.

"Baustellenfahrzeuge sind ein äußerst breit gefächertes Konzept mit vielen unterschiedlichen Anwendungsbereichen", stellt Lampinen fest. Auf den Scania XT sei das Unternehmen stolz, es stünden jedoch verschiedene Achsen, Getriebe, Rahmen und somit vielfältige Optionen zur Auswahl, die auch in einer anderen als der XT-Ausführung genauso gut funktionieren. Außerdem seien die führenden Aufbauhersteller in Europa auf Basis der neuen Lkw-Generation bereits intensiv damit beschäftigt, maßgeschneiderte Lösungen für einen vielfältigen Kundenkreis zu finalisieren. Die Grundausstattung kann nach Angaben des Product Director Construction um zwei XT-eigene Ausstattungspakete erweitert werden: Einerseits ein Exterieur-Paket, das sich durch besonders robuste Rückspiegel, eine äußere Sonnenblende und zusätzliche Dachleuchten auszeichnet – andererseits ein Interieur-Paket, zu dem bspw. Sitze in XT-Ausführung, Gummimatten mit hohen Kanten, Staufächer und ein Element gehören, mit dem sich die Instrumententafel bei Bedarf erweitern lässt und das Platz für Schalter zur Steuerung von Ausrüstung und Aufbau schafft.

Die Bedeutung einer Produkteinführung in dieser Größenordnung mit einer weltweiten Vertriebs- und Produktionspräsenz lässt sich von Außenstehenden kaum ermessen. "Tempo und Ablauf hängen u a. von der Umstellung der Produktion ab, dann gilt es, die Vertriebsmitarbeiter zu schulen [ . . .]", sagt Stefan Lindblom, Projektleiter für die Einführung der neuen Lkw-Generation. Dabei gehe es um mehr als eine neue Baureihe: "Wir legen gleichzeitig einen Gang zu, um Scania als unangefochtenen Marktführer für heutige und künftige nachhaltige Transportlösungen zu etablieren. Wir nutzen die Digitalisierung, um die Profitabilität unserer Kunden weiter zu optimieren und möchten zu einer von fossilen Kraftstoffen unabhängigen Zukunft beitragen", betont Lindblom. In Europa erfolge die Einführung in drei Etappen und in den Segmenten Fernverkehr, Bauindustrie und städtischer Verkehr, in die Scania den Lkw-Markt unterteile. In Südamerika werde die Einführung im Laufe des nächsten Jahres beginnen und soll parallel zu Einführungen in Asien, Afrika und dem Nahen Osten erfolgen. "Wenn wir den Launch abgeschlossen haben, werden unseren Kunden und Bedarfsträgern in mehr als 100 Märkten die weltweit modernsten Transportlösungen für Lkw zur Verfügung stehen", prognostiziert Lindblom und konkretisiert: "Mit dieser Investition in Training und Kundenbeziehung in Höhe von deutlich mehr als 1 Mrd. SEK (ca. 104 Mio. Euro) werden Scania und die Marke aus globaler Sicht in neue Dimensionen vordringen." Die neue Lkw-Generation solle bis 2019 in allen Märkten vollständig eingeführt werden.

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