Erdhobel auf sechs Rädern

Grader bearbeitet 17-Hektar-Gelände

Mit dem kleinen Wendekreis kann die Maschine auch Kanaldeckel problemlos umfahren.

Ginsheim-Gustavsburg (ABZ). – 10 000 t Schotter einbauen und auf einer Fläche von 8500 m² ein Erdplanum erstellen – damit betraut ist derzeit der neue Cat Grader 120M2 der Firma Strassing aus Bad Soden-Salmünster. Das Unternehmen schafft so die Voraussetzungen für die Erschließung des 17 ha großen Geländes für das neue Gewerbegebiet "In der Tagweide" in Bischofsheim am Main im Auftrag der Hessischen Landgesellschaft. 13 000 Bh – dann hatte der alte Grader bei Strassing das Ende seines Maschinenlebens erreicht und sollte abgelöst werden. Quasi in seine Fußstapfen trat ein Cat 120M2 aus dem Lieferprogramm der Zeppelin Niederlassung Hanau. "Die Neumaschine muss mindestens so lange halten wie der Vorgänger, besser wäre noch länger", macht Fahrer Wolfgang Schäfer klar. Mit ihm soll er Straßen, Rad-, Wald- und Feldwege für seinen Arbeitgeber anlegen oder das Planum für Parkplätze und Industrieflächen vorbereiten.

Um auch für Erdarbeiten gerüstet zu sein, erhielt die Baumaschine bei Strassing auch einen Ripper mit fünf Zähnen. Wolfgang Schäfer ist einer von zwei Graderfahrern im Unternehmen – ein Beruf, für denes immer schwieriger wird, Personal zufinden. Schäfer bedient inzwischen seit 25 Jahren Grader. Mit dem Cat 120M2 hält er erstmals nur zwei Joysticks in der Hand. Mit dem linken Joystick wird gefahren und gelenkt. Mit der rechten Hand werden die Schar, Frontschild und der Drehkranz gesteuert. "Das macht das Bedienen einfach. Ich habe nicht lange gebraucht, um mich zurechtzufinden. Nach einer Woche hatte ich mich daran gewöhnt", meint er.

Die Baumaschine erhielt eine Straßenzulassung. "Da musste ich mich zunächst schon umstellen, so eine Maschine auf der Straße mit nur zwei Joysticks zu bewegen", so der Fahrer. Mit max. 25 km/h wird von Einsatzort zu Einsatzort gefahren, wenn dieser nicht allzu weit auseinander liegt. Ansonsten kommt ein Tieflader ins Spiel. Dass der Grader auf diesem Platz hat, war ein wesentliches Kriterium in der Anschaffung. Für den sicheren Transport wurden die Zurrpunkte optimiert.

Ausgesprochen kraftvoll gehe der Grader zur Sache, sind die Erfahrungen von Wolfgang Schäfer. Für entsprechende Leistung sorgt der Acert-Motor C7.1, der an die 200 PS erreicht. Aber die Stärke des Cat 120M2 liegt auch in den 3 t, die er gegenüber dem Vorgänger zusätzlich auf die Waage bringt – somit kommt er auf 19 t Einsatzgewicht. Selbst Kanalschächte wie für das neue Industriegebiet lassen sich mit der neuen Baumaschine gut umfahren. "Trotz der Größe der Maschine haben wir einen kleinen Wendekreis, bedingt durch den zweiten Knick hinter der Kabine", erklärt Zeppelin Verkaufsrepräsentant Sascha Ofenstein.

Erhebungen und Unebenheiten der Fahrbahn werden durch das dreh- und senkbare Mittelschild begradigt – man könnte auch sagen abgehobelt. Denn umgangssprachlich wird dieser Baumaschinentyp auch als Erd- oder Straßenhobel geführt. Wird der vordere Bereich nach links oder rechts ausgeschwenkt, wechselt der Fahrer in den Hundegang, Vorder- und Hinterräder der Baumaschine laufen spurversetzt. Bei Geradeausfahrt hinterlässt die Maschine so ein spurenfreies Planum, in Kurven wird der Wendekreis reduziert. Mit der Seitenneigung der Vorderräder gleicht der Fahrer seitliche Drift der Maschine durch die Arbeitskräfte aus.

Was den 2,75 m langen Frontschild betrifft, so musste sich Wolfgang Schäfer bislang auf sein Fingerspitzengefühl verlassen. "Man wusste nicht, wann er die perfekte Position zum Wegschieben erreicht hat." So konnte es passieren, dass der Schild bereits zu tief eindrang. Abhilfe schaffen soll eine mechanische Anzeige – einfach, aber wirkungsvoll. Ein Zeiger signalisiert ihm, wann der Schild auf den Untergrund trifft. Modifiziert wurde der Schild mit zwei Halbschalen, die als Seitenbegrenzung dienen. Um zu verhindern, dass Material beim Abschieben nach hinten überläuft, wurde von dem Unternehmen ein Gummilappen angebracht. Eine schwarz getönte Scheibe verhindert, dass sich die Kabine in den Sommermonaten unnötig stark aufheizt. Eine Zentralschmieranlage versorgt die Schmierstellen automatisch in regelmäßigen Intervallen mit Schmierstoff, während die Maschine in Betrieb ist und alle Lager sich bewegen.

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