Fahrzeugbau

Fliegl erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016

Geschäftsführer Helmut Fliegl nahm den Deutschen Nachhaltigkeitspreis entgegen.

Düsseldorf (ABZ). – Zum neunten Mal wurde kürzlich in Düsseldorf der Deutsche Nachhaltigkeitspreis verliehen. 1200 Gäste erlebten die Gala, bei der "Spitzenleistungen bei der Bewältigung ökologischer und sozialer Herausforderungen der Zukunft" gewürdigt wurden. Die Stars des Abends waren die Fantastischen Vier und Nicholas Cage, die Ehrenpreise für ihr ökologisches, soziales und humanitäres Engagement bekamen. Höhepunkt aus Sicht von Fliegl Trailer: der Gewinn des Sonderpreises Ressourceneffizienz, der den "ganzheitlichen Ressourceneffizienzansatz" des mittelständischen Nutzfahrzeugbauers würdigt.

Geschäftsführer Helmut Fliegl nahm den Deutschen Nachhaltigkeitspreis entgegen: "Wir stehen dafür, dass Güter mit möglichst wenig Schadstoff, Kraftstoff oder Verschwendung transportiert werden. Das verdanke ich meinen Mitarbeitern." Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit über 800 Bewerbern ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. vergeben – in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. "Die Preisträger des Jahres 2016 sind wichtige Impulsgeber auf dem Weg zu einer Green Economy", so die Stiftung.

Die Jury begründet die Auszeichnung Fliegl Trailers mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 (Auszug): In den Unterstützungsfunktionen liegt der Fokus auf Wasser, Energie, Papier und Abfall. Mit Blockheizkraftwerken und PV-Anlagen (mehr als 4000 Solarmodule) erzeugt Fliegl dreimal mehr Energie und Elektrizität als benötigt wird. Neu ist ein Biobrennstoff-Heizkraftwerk, das den Ölverbrauch des Unternehmens um 50 % (mehrere 10 000 l) reduziert hat. Regenwasser wird für die Lkw-Reinigung und im Sanitärbereich (z. B. WC-Spülung) genutzt. Warmwasser wird mit Solaranlagen erzeugt und mit Hilfe von Druckluftkompressoren aufbereitet. Fliegl nutzt Gebäudeisolierung (z. B. mit Sandwichelementen) zum Energiesparen und reduziert mit elektronischen Rechnungen und Cloudlösungen zusätzlich den Papierverbrauch. Ein eigener Müllpresscontainer spart pro Monat 20 Lkw-Anfahrten.

Im Einkauf nutzt das Unternehmen wiederverwendbare Transportgestelle und -behälter für Komponenten, die von Lieferanten bezogen werden. Lieferanten haben auf wiederverwendbare Verpackungen (z. B. Gitterboxen) umgestellt, nachdem Fliegl sie verpflichtet hatte, Entsorgungskosten für Einwegverpackungen selbst zu tragen. Der Nutzfahrzeugbauer hat den Einstieg in erneuerbare Rohstoffe geschafft und bezieht seine Siebdruckplatten aus zertifizierter, nachhaltiger EU-Forstwirtschaft. Im Kernbetrieb schließt das Unternehmen Ressourcenkreisläufe in der Produktion: Verpackungsholz wird als Brennmaterial genutzt, Bremsleitungsreste werden zu Granulat verarbeitet, das dem Kunststoffrecycling zugeführt wird, und das Hochregallager für Blechteile speist aufgewandte Energie wieder in den Kreislauf ein.

In der Nutzungsphase liegt der größte Ressourceneffizienzhebel: Durch nachhaltige(s) Design und Produktkonstruktion können der Ressourcen- und Energieverbrauch der Fahrzeuge in der Nutzung entscheidend beeinflusst werden. Geringe Leergewichte und Aerodynamik-Pakete senken den Treibstoffverbrauch und damit die CO2-Emission, z. B. von bis zu 10 % bei Fliegl Sattelkippern. Hohe Nutzlasten erhöhen die Transportkapazität und optimieren die Auslastung. Am Ende der Nutzungsdauer von Anhängern oder Aufliegern bietet Fliegl eine Inzahlungnahme an, um Gebrauchtfahrzeuge wieder instand zu setzen und neu zu nutzen. Falls dies nicht möglich ist, werden die Fahrzeuge verwertet. Dabei werden mindestens 95 % eines Nutzfahrzeugs recycelt, z. B. Felgen, Metall- und Kunststoffbauteile und Reifen. Fliegl zeigt, dass mittelständische Unternehmen in ihrer jeweiligen Branche wichtige Ressourceneffizienzhebel bewegen können.

Das Unternehmen fungiert damit als sehr gutes Beispiel in der noch traditionellen Nutzfahrzeugbranche und für den Technologiestandort Ostdeutschland. Fliegl motiviert dabei seine Lieferanten und Kunden über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg zu konkreten Ressourceneffizienzverbesserungen.

Das klare Bekenntnis zu Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und ökologischer Verantwortung ist fest in der Unternehmensphilosophie von Fliegl Trailer verankert. "Die Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ehrt uns und macht uns stolz. Wir verstehen sie als Anerkennung und Bestätigung und als Ansporn, den Kurs der Nachhaltigkeit konsequent beizubehalten", sagt Helmut Fliegl. "Wenn wir andere Unternehmen unserer Branche inspirieren können, Althergebrachtes zu überdenken, sind wir gerne Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit."

Bereits bei der Herstellung von Anhängern und Aufliegern für Bau, Spedition und Logistik achtet Fliegl auf Nachhaltigkeit. So wird an einem zentralen Standort konstruiert, produziert und montiert; CO2 verursachende Zwischenwerksverkehre über weite Distanzen entfallen. Für sein modernes Trailerwerk in Thüringen weist Fliegl eine positive Energiebilanz aus – die Stromproduktion liegt über dem eigenen Verbrauch. Fliegl betreibt ein Blockheizkraftwerk und hat großflächige Photovoltaikanlagen installiert; geheizt wird mit Hackschnitzeln und Abfallholz.

Die Lackierung der Fahrzeuge erfolgt in einer hocheffizienten, ressourcenschonenden Anlage, energieintensive Einbrennvorgänge sind nicht nötig. Um den Energieverbrauch weiter zu drosseln, hat Fliegl in Puls-Schweißmaschinen und in Fiber Laseranlagen investiert und die Hallenbeleuchtung komplett auf LED umgestellt. Das neue Hochregallager speist aufgewandte Energie wieder in den Kreislauf ein. Beim Einkauf von Fahrzeugkomponenten achtet Fliegl auf die Abnahme von Full Truck Loads, so dass Anlieferungen immer unter optimaler Auslastung erfolgen.

Fliegls Fahrzeugkonzepten liegt eine nachhaltige Produktphilosophie zugrunde. Leichtbau besitzt einen hohen Stellenwert, so dass Fliegl beim Trailergewicht Spitzenwerte erzielt – zugunsten von Nutzlast und CO2 Ausstoß. Das Fliegl Quick Lock System generiert ein Aerodynamik-Plus bei Gardinenaufliegern. Es kommt ohne hervorstehende Verschlussschnallen aus, sodass eine völlig ebene Planenfläche entsteht.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=167&no_cache=1

Unbegrenzter Zugriff auf alle Online-Inhalte:

Lernen Sie ABZPLUS kennen

Als PLUS Abonnent genießen Sie unbegrenzten Zugriff auf das Online-Portal der Allgemeine Bauzeitung ABZ mit allen Artikeln der Print- und Onlineversion!

Optimiert für Desktop-PCs und als Mobilversion.

Jetzt mehr erfahren

ABZ ePaper

Weitere Artikel