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Kellerdicht-System

Sortenreine Materialien-Trennung

Die Bahnen des ABG-Kellerdicht-Systems werden einzeln verlegt und thermisch verschweißt.

Hamburg (ABZ). – Vor dem Hintergrund knapper und teurer werdender Ressourcen kommt den Lagerstätten, wie z. B. Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen eine wachsende Bedeutung für die Ressourcenbereitstellung zu. Neben monetären Faktoren ist aber auch die Mengenrelevanz der Bauabfälle hervorzuheben, denn ca. 50 % der Abfälle in Deutschland sind auf den Bausektor zurückzuführen. Daher ist es notwendig, die in Gebäuden enthaltenen Rohstoffe zu remobilisieren, d. h. zu einer Gebäudeplanung zu gelangen, die die Rückbauphase und die Recyclingfähigkeit der verbauten Materialien gleichwertig betrachtet mit der Erstellung des Gebäudes. In einem Forschungsprojekt der Bergischen Universität Wuppertal erarbeitete das Autorinnenteam Annette Hillebrandt, Petra Riegler-Floors, Anja Rosen und Johanna-Katharina Seggwies den "Recycling-Atlas". Dieser hebt die sortenreine Trennung der Abdichtungsmaterialien und der Kellerwand hervor. Das Ziel ist es, das Abfallaufkommen aus der Bauwirtschaft zu verringern. So soll beim Rückbau ein möglichst hoher Anteil von Stoffen in einen technischen oder biologischen Kreislauf zurückgeführt werden. Das Fachbuch liefert nach Aussage der Autorinnen das Wissen für den mit dem recyclinggerechten Planen und Konstruieren verbundenen Paradigmenwechsel im Bauen. Es zeige alle wichtigen Bauteilanschlüsse und gebe Erläuterungen zu Berechnungsmethoden und Ausschreibungsaspekten. Das AGB-Kellerdicht-System sei voll recycelbar und wird im Buch als positives Beispiel erwähnt. Laut der Architektin Petra Riegler-Floors ermöglicht das Abdichtungssystem einer schwarzen Wanne nach DIN 18195-6 nach Lebenszyklusende des Gebäudes eine im besonderen Maße einfache sortenreine Trennung der Abdichtungsmaterialien untereinander und von der Kellerwand. Damit sei es Bitumendickbeschichtung oder sonstigen verklebten Kellerabdichtungen insofern überlegen, dass sich diese später nur sehr aufwendig vom Material der Kellerwand oder Bodenplatte trennen lassen. Der Geschäftsführer der ABG Abdichtungen, Boden und Gewässerschutz GmbH, Kolja Winkler, entwickelte diese Innovation zusammen mit seinen Partnern Volker Boldt und Frank Politz.

Das Prinzip stammt aus dem Umweltschutz, genauer aus dem Tankstellen- und Deponiebau und wurde von den drei Bauingenieuren im Technologietransfer für den Einfamilienhausbau entwickelt. Wo bei der Tankstelle verhindert werde, dass Kraftstoffe in den Boden gelangen, beuge das ABG-Kellerdicht-System vor, dass Feuchtigkeit von außen ins Haus transportiert werde.

Das System besteht aus drei Schichten: 1. ABG-Schutzvlies, 2. ABG-Abdichtungsbahn (PEHD), 3. ABG-Atmungsfixbahn als Hinterlüftungsbahn. Laut Winkler kommt die druckwasserdichte Kellerausführung ohne Drainage und Bodenaustausch aus und soll verhindern, dass die Regen- und Abwasserleitungen der Städte durch abgepumptes aufsteigendes Sickerwasser überlastet werden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 45/2018.

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