Kiefer Klimatechnik

Hauptsitz der Obermeyer Gruppe im laufenden Betrieb saniert

München (ABZ). – Sanierungen im laufenden Betrieb sind anspruchsvoll und aufwendig – vor allem wenn sie im eigenen Haus stattfinden. Der Planungsprofi Obermeyer hat laut eigenen Angaben mit mehr als 60 Jahren Erfahrung als eine der größten unabhängigen Planungsgesellschaften in Deutschland die besten Voraussetzungen, ein solches Projekt erfolgreich umzusetzen.
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Entsprechend der Aufteilung werden zunächst die Umluftkühleinheiten für das Akustiksegel Plus, die Zuluftkanäle für die Variante Air sowie die Vorrichtung für das Akustikpaneel Silent an den Unterzügen installiert. Foto: Kiefer Klimatechnik

Bei der Luft- und Klimatechnik in den neuen Büroräumen setzt das Unternehmen auf Sonderlösungen vom Stuttgarter Spezialisten Kiefer Klimatechnik.

Das 1958 von Bauingenieur Dr. Leonhard Obermeyer gegründete Planungsunternehmen deckt alle Bereiche der Bauplanung in gesamtplanerischer Verantwortung ab. Mehr als 1400 Mitarbeiter beschäftigt die Firma in Niederlassungen und Beteiligungen im In- und Ausland.

Bis heute befindet sich die Firmenzentrale in München. Der 2011 verstorbene Firmengründer erbaute 1973 das Bürogebäude mit 12.000 m² Geschossfläche, verteilt auf sechs Voll- und zwei Untergeschosse. Nach umfassender Planung entschieden sich die Verantwortlichen damals für eine ringförmige Anordnung eines Großraums um einen zentralen Kern. So sind pro Geschoss zwei gegliederte Raumbereiche von etwa 800 m² Bruttogeschossfläche entstanden. Durch die versetzte Anordnung der zwei Funktionseinheiten vergrößert sich die Gebäudeaußenfläche, sodass knapp 60 % der Nettonutzfläche nah an den Fenstern liegt. Die Ortbeton-Skelettkonstruktion wird durch Rundstützen und dem innenliegenden Kern getragen. Hierbei entschied sich der Bauherr, alle Konstruktionsglieder unverkleidet zu belassen.

Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen musste der Brandschutz den heutigen Anforderungen angepasst werden. Die Organisatoren nutzten die Gelegenheit zudem, um die neuen Büroflächen für den digitalen Wandel in der Bauwirtschaft zu ertüchtigen. Die Sanierung erfolgte im laufenden Betrieb in zwei Bauabschnitten. Simon Mündler, betreuender Architekt bei Obermeyer, erklärt: "Die wichtigste Anforderung war ein rücksichtsvoller und angemessener Umgang mit dem Bauwerk, sodass die Seele und der Charakter des Gebäudes als Erbe von Dr. Leonhard Obermeyer erhalten bleiben."

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Der Obermeyer-Hauptsitz in München wurde in einem ersten Bauabschnitt im laufenden Betrieb saniert. Foto: Obermeyer

Eine besondere Herausforderung war die Sanierung der als Kassettendecke konzipierten Geschossdecken. "Zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes 1973 wählten die Ausführenden im Bestandsgebäude ein Lichtbandsystem mit eingebauten Leuchten, die konzentrisch um beide Kerne laufen. Langfeldleuchten wurden asymmetrisch in der Kassette angeordnet, das Restfeld als Akustikdecke in Form textiler Spannstoffelemente ausgeführt. "Die Leuchten waren zudem integraler Bestandteil des Lüftungssystems. Genau diese spezielle Ausbildung der Geschossdecken erforderte nun eine Sonderlösung bei der Sanierung", erläutert Mündler.

Aus gestalterischer Sicht wollten die Planenden ein einheitliches Deckenbild mit nicht sichtbarer Technik vereinen. Kühlung und Lüftung sollten versteckt in der Decke untergebracht sein und nicht wie die brandschutztechnische Zuführung der Frischluft entlang der vollverglasten Fassade. Die Stuttgarter Klima- und Lüftungsspezialisten hatten mit dem Akustiksegelsystem Indusail genau das für die Sanierung passende Produkt im Portfolio.

Oliver Gössler, Vertriebsingenieur bei Kiefer Klimatechnik berichtet von der Vorplanung: "Obermeyer wünschte sich eine aufeinander abgestimmte technische Ausrüstung, die gestalterisch ansprechend ist und eine angenehme Arbeitsumgebung für Mitarbeitende und Besuchende gewährleistet. Das Indusail-System vereint die Aspekte Akustik, Licht, Kühlung sowie Lüftung und bietet zusätzlich maximale Flexibilität bei der Konzeption von Bürolandschaften. Wir haben zusammen eine erste Entwurfsplanung gemacht und anderen Systemen gegenübergestellt." Im Vergleich zu den Alternativen – einer herkömmlichen Kühldecke oder Umluftkühleinheiten an der Fassade – habe das Kiefer-System die Bauherren nicht nur aus technischer Sicht sondern vor allem optisch überzeugt.

Die Integration in die jeweiligen Deckenfelder und eine Reduktion der Kühlwasserleitungen sprachen ebenfalls dafür. Zudem verringert das Akustiksegel Störfaktoren wie etwa Lärm. Die einheitliche Optik der Decke mit integrierter Beleuchtung und versteckter Kühl- und Lüftungstechnik sorge ebenfalls für eine angenehme Atmosphäre.

Durch die gemeinsame Planung konnten die Verantwortlichen eine Sonderlösung für das Projekt realisieren: Quadratische statt rechteckige Abmessungen führten dazu, dass der Hersteller die 1550 x 1550 mm großen Akustikmatten als Sonderanfertigung bereitstellte. Auch beim umlaufenden Profil sollten aus optischen Gründen 70 mm statt der üblichen 50 mm realisiert werden. "Wir benötigten daher zusätzlich ein Sonderbefestigungssystem, das auf die vorhandene Deckenkonstruktion abgestimmt sein musste und eine gute Zugänglichkeit der Technikkomponenten sicherstellt", erläutert Gössler.

"Damit die Lüftung unabhängig von der Kühlung betrieben werden kann, kamen auf der großen Deckenfläche verschiedene Module des Indusail-Systems in Kombination zum Einsatz." Mit dem Akustiksegel Plus erfolgt die Kühlung der Raumluft, das Akustiksegel Air dient der Frischluftzufuhr. Dazwischen sorgt das Akustikpaneel Silent als erweitertes Gestaltungselement ebenfalls für Schallabsorption und Lichtreflexion. Für 10.000 m² Deckenfläche fertigte Kiefer ein multifunktionales System, das mittels Sensoren für ein durchgängig angenehmes Raumklima sorgt: Die Zuluft richtet sich nach einem CO2-Wert und ist abhängig von der Anzahl an Personen im Raum. Das Einbringen der Luft erfolgt über hochinduktive Schlitzauslässe. Durch die speziell entwickelte Ausblasgeometrie ergeben sich feine Einzelstrahlen, an deren Oberflächen effektiv Raumluft induziert werden kann. Die Kühlung erfolgt anhand der Raumtemperatur und der jeweils festgelegten Anforderung.

Im Foyer des Bürogebäudes galt es, besondere Brandschutzvorgaben zu erfüllen. Aus diesem Grund mussten auch die Deckensegel brandschutzertüchtigt werden. In den Regelgeschossen ist das Trägermaterial der Segel vlieskaschiert und offenporig. Die Brandschutzanforderungen erzwangen in diesem Fall den Ersatz des Akustikmaterials durch Brandschutzmaterial. Zusätzlich gab es eine projektspezifische Konstruktionsüberarbeitung, um die Leuchten in das System zu integrieren. Neben der Schallabsorption unterstützt der hohe Lichtreflexionsgrad des Indusail-Systems alle wesentlichen Beleuchtungsarten.

Daneben ist eine Lichteinheit als zusätzliche aktive Beleuchtung für alle Komponenten erweiterbar. Kiefer lieferte die passenden LED-Leuchten steckerfertig. Auch hier wurde eine Sonderbefestigung realisiert, die eine werkzeuglose Demontage für Wartungs- und oder Reparaturarbeiten ermöglicht. Über ein Klappscharnier kann das Segel mühelos geöffnet werden.

Bei der Montage war es wichtig, dass die Akustiksegel nicht verschmutzt wurden. Grundsätzlich wird bei Ausführungen mit Umluftkühlgerät dieses zuerst installiert. Um die Akustiksegel vor Baustaub zu schützen, wurden sie in diesem Fall eingepackt und erst kurz vor Bezugstermin geöffnet. Inzwischen ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen und Oliver Gössler zieht ein positives Zwischenfazit: "Dank frühzeitiger Planungen und regelmäßigem Austausch aller Projektbeteiligten haben wir den ersten Teil dieses großen Auftrags erfolgreich beendet." Die Rückmeldung der Mitarbeitenden sei durchweg positiv – trotz weiterhin bestehender baustellenbedingter Enge und anderer Störungen. Die Sorge des Bauherrn, dass die Raumakustik problematisch sein würde, habe sich als unbegründet erwiesen.

Auch der betreuende Architekt Mündler ist zufrieden: "Durch die Zusammenarbeit mit Kiefer konnte für unser anspruchsvolles Projekt eine technisch optimale und gestalterisch ansprechende Lösung gefunden werden." In diesem Herbst soll nun auch der zweite Bauabschnitt abgeschlossen werden.

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