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Kommentar

Höchste Eisenbahn

Robert Bachmann

Bahnfahrer benötigen dieser Tage starke Nerven. Wenn der Zug überhaupt kommt, ist er mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit verspätet und nicht selten überfüllt. Die Liste der Probleme, mit denen sich Pendler und Bahnreisende seit Jahr und Tag herumschlagen müssen, lässt sich dabei beliebig erweitern. Dass die Missstände bei der Bahn in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen haben, ist längst auch keine gefühlte Realität mehr. Spätestens seit der Veröffentlichung des Brandbriefs, mit dem sich DB-Vorstand Richard Lutz kürzlich genötigt sah, seine Führungskräfte zur Ordnung zu rufen, wissen wir: Es hapert im Grunde an allem, insbesondere der Pünktlichkeit.

Ab dem kommenden Jahr müssen sich Bahnreisende auf noch mehr Verspätungen einrichten. Dann beginnt die Bahn umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an zwei der wichtigsten Fernverkehrsstrecken des Landes. Die Bahn wirbt bereits jetzt bei ihren Kunden umVerständnis für damit verbundene Zugausfälle und Verspätungen von bis zu 45 Minuten.

Über diesen Treppenwitz könnte man nun vortrefflich klagen. Im Grunde geht die Bahn mit derartigen Maßnahmen jedoch endlich in die richtige Richtung. Während sich das Unternehmen jahrelang kaputt gespart hat, um sich auf Profitabilität zu trimmen, sind die Fahrgastzahlen Jahr für Jahr gestiegen. Auch, weil die Bahn zuletzt eine fast schon groteske Rabattschlacht losgetreten hat, um immer mehr Kunden in ihre wenigen veralteten Züge und die schon lange modernisierungsbedürftige Schieneninfrastruktur zu locken.

Dass nun massiv in das Streckennetz investiert wird, ist ein gutes Zeichen. Hier wäre auch eine stärkere Beteiligung des Bundes wünschenswert. Dieser hat schließlich jahrelang auch die Automobilindustrie gefördert. Wie sich diese bei den Bürgern dafür bedankt hat, ist hinlänglich bekannt. Auf der Schiene hingegen liegt nach wie vor viel Potenzial, die Klimaschutzziele des Landes noch zu erreichen. Dafür muss jedoch noch einiges mehr passieren und die Zugreisenden werden einen langen Atem brauchen.

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