Kommentar

Nachmachen

von:

Rainer Oschütz

Erfreuliche Nachricht aus dem Norden: Dänemarks Regierung kündigte jetzt zusätzliche Investitionen für den Bau des geplanten Ostseetunnels unter dem Fehmarnbelt an. Das bedeutet den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke auf dänischer Seite für Züge, die statt der geplanten 160 dann 200 km pro Stunde das Reisen schneller machen werden – ein Großprojekt, das vom Abgeordnetenhaus unterstützt wird. Wo bleibt der "deutsche Parlamentssegen"?

Statt gigantischer Brückenpfeiler über den Fehmarnbelt wollen die Skandinavier jetzt den längsten Absenktunnel der Welt mit vorgefertigten Betonröhren errichten. Die Dänen finanzieren das 17,6 km lange Bauwerk nach heutigen Schätzungen mit 5,5 Milliarden Euro allein. Für Deutschland fallen Anbindungskosten an Land von "nur" bis zu 1,7 Milliarden Euro an. Auch die bisher nicht geplante gut 3 km lange Anschlussbrücke zwischen den Inseln Falster und Seeland (540 Millionen Euro) wurde vom Parlament des Nachbarlandes genehmigt.

Gespannt darf die Bauwirtschaft sein, wie und letztendlich wann auf deutscher Seite weitergebaut werden darf. Sicherlich kann man bei dem einen oder anderen Projekt verschiedener Auffassung sein, doch sollten entsprechende Lösungen im Vorfeld der Vertragsabschlüsse gefunden werden und nicht, nachdem Genehmigungen längst erteilt wurden.

Vielleicht wird der Bau des Fehmarntunnels in Deutschland zu einem Beispiel, wie Großprojekte im geplanten Zeitraum und den vorgegebenen Kosten errichtet werden. Denn das sind auch wichtige Referenzen für die deutsche Bauindustrie und ihre Ingenieurkunst, die oft im Ausland mehr Beachtung findet als im eigenen Lande.

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