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Komplettsanierung eines Stahlskelettbaus

Klinker verleihen Uni-Gebäude High-Tech-Look

Architektur, Fassade, Klinker, BAU München

Für die an der TU-Fassade eingesetzten Sonderkonsolen lieferten Jordahl-Ingenieure eine spezifische Statikberechnung.

MÜNCHEN (ABZ). - Fassaden spiegeln auch den Charakter der Nutzung eines Gebäudes wider. Für die Sanierung eines Stahlskelettbaus der Technischen Universität München plante das Architekturbüro Hild und K Architekten Aden eine außergewöhnliche, dem High-Tech-Anspruch der Universität entsprechende Klinkerfassade

Zur sicheren Befestigung der Fassade entschied sich das ausführende Unternehmen für Verblenderkonsolen eines Berliner Herstellers.

Das Gebäude 0505 im Stammgelände der Technischen Universität München wurde im Jahr 1959 als Stahlbetonskelettbau errichtet. Damals fanden hier die Fakultät für Maschinenwesen inklusive Versuchshallen sowie die Betriebshauswerkstätten Platz. In Folge grundlegender Nutzungsänderungen wurde eine Sanierung und bauliche Anpassung des Gebäudes notwendig. Anhand von Bauteiluntersuchungen wurde festgestellt, dass die bestehende Fassadenkonstruktion mit Betonfertigteilen aus statischen sowie aus energetischen und wirtschaftlichen Gründen nicht erhalten werden konnte. Deshalb wurde neben der Entkernung des Gebäudes die Fassade bis auf die Tragkonstruktion komplett demontiert und neu konzipiert. Für die Fassade des rund 21 Mio. Euro teuren Projektes entwarf das Münchner Architekturbüro Hild und K Architekten Aden eine Vorsatzschale aus Klinkern, die an den senkrechten Pfeilern eine in der Höhe versetzte Wellenform erhielt. Diese Wellen ragen bis zu 700 mm aus der Fassade heraus. Damit ergaben sich variierende Schalenabstände von bis zu 600 mm.

Für die Montage und Befestigung der Fassade zeichnete das Klinkerzentrum Roland Weigel GmbH & Co. KG verantwortlich. Das im bayerischen Mellrichstadt ansässige Fachunternehmen besitzt jahrzehntelange Erfahrungen bei der Ausführung von Klinkerfassaden. Eine eigene Klinkerplanungsabteilung und der zum Unternehmen gehörende Klinkerfachhandel unterstützten die effiziente Ausführung des Fassadenprojektes. Für die Befestigung der Fassade entschied sich das Klinkerzentrum Roland Weigl im Bauabschnitt 2 für Jordahl Verblenderkonsolen der Typen JVA+F, JVA+FAR und JVA+NFT in Standard- und Sonderausführungen. Die Konsolen der Produktfamilie JVA+ F / FAR sind kombinierte Abfangkonsolen mit durchgehendem Auflagerwinkel und 2 oder mehreren Konsolrücken. Die in Edelstahl (Korrosionswiderstandsklasse III) ausgeführten Einzel- und Winkelkonsolen sind für einen problemlosen Ausgleich von Bautoleranzen vertikal verstellbar und für verschiedene Abfangsituationen, wie Normalwand-, Eck-, Pfeiler- oder Sturzbereiche lieferbar.

Bei ebenen Fassadenabschnitten zwischen den Brüstungen kamen Standard-Konsolen für einen Schalenabstand von 190 und 250 mm in den Lastklassen 3,5 und 7,0 zum Einsatz. Eine besondere Herausforderung bildete die wellenförmige Verblendung der senkrechten Pfeiler. Hier wurden Sonderanfertigungen für Schalenabstände von bis zu 600 mm mit einer Konsolrückenhöhe von bis zu 750 mm benötigt. Diese Konsolen in der Lastklasse 10,5 bestehen aus 6 mm starken Blechen mit einer zusätzlichen Aussteifung gegen Knicken. Während die Jaordahl-Standard-Konsolen über eine generelle Typenprüfung (Nr. TP 08/004) verfügen, war für die großen Sonderkonsolen eine spezifische Statikberechnung durch die Ingenieure der Berliner Jordahl GmbH erforderlich, die dann von einem externen Prüf-Statiker freigegeben wurde. Insgesamt 1200 Konsolen im vertikalen Abstand zwischen 1,80 und 2,30 m wurden für die sichere Abfangung der Verblenderfassade verarbeitet. Da es sich bei diesem Projekt um eine Sanierung bei Nutzung des vorhandenen Stahlskelettbaus handelte, konnten die Konsolen nicht – wie normalerweise üblich – an Ankerschienen befestigt, sondern es musste gedübelt werden. Um dabei nicht die Bewehrung zu beschädigen, wurde eine Vielzahl vorhandener Pfeiler und Brüstungselemente mit Röntgentechnik untersucht. Nur so konnten sichere Befestigungspunkte bestimmt und genutzt werden.

Architektur, Fassade, Klinker, BAU München

Sonderlösung auch für die Luftschichtanker: Gerippter Edelstahl mit einem Durchmesser von 8 Millimetern und Längen von bis zu 820 mm.

Auch bei den Luftschichtankern zur horizontalen Lagesicherung musste wegen der großen Schalenabstände eine Sonderlösung gefunden werden, da Standardanker aus Edelstahldraht mit 4 mm Durchmesser nur bis zu einem Abstand von 200 mm zugelassen sind. Stattdessen lieferte Jordahl 4700 Anker aus geripptem Edelstahl mit einem Durchmesser von 8 mm in Längen zwischen 450 und 820 mm. Für die Verankerung wurden eine eigene statische Berechnung und ein spezielles Ankerungsschema erstellt.

Die Entscheidung für Jordahl-Konsolen und Luftschichtanker fiel, so Roland Weigel, Geschäftsführer des Klinkerzentrums Roland Weigel, aufgrund der bisherigen guten Erfahrungen mit diesem Unternehmen. "Die Zusammenarbeit mit Jordahl hat in den letzten Jahren immer gut funktioniert. Wir sind sehr zufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und der Termintreue der Berliner." Nach nur fünfmonatiger Bauzeit konnten nun die Fassadenarbeiten des 2009 begonnenen Projektes abgeschlossen werden. Die TU München ist damit um ein architektonisch interessantes und Identität stiftendes Detail reicher geworden.

Besucher der diesjährigen Bau in München können sich an Stand 408 in Halle A1 persönlich von den Produkten der Jordahl GmbH überzeugen. Dort präsentiert der Hersteller zusammen mit der Pfeifer Seil- und Hebetechnik GmbH und der H-Bau Technik GmbH am gemeinsamen Markenverbundsstand seine aktuellen Neuheiten.

ABZ-Stellenmarkt

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 02-2013.

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