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Manitou stellt neue Lösungen für den Bau vor

Elektroantrieb als Basis für alle Plattformen

Von Kai-Werner Fajga

Die Teleskoplader lassen sich je nach Anwendungsbereich mit verschiedenen Anbaugeräte ausstatten – im Bild ein MLT-961 mit festem Aufbau und Schaufel.

Ancenis/Frankreich. – Ende April informierte Manitou im Rahmen des Online-Events "BUILD THE FUTURE" über die komplette Überarbeitung und Erweiterung des Teleskoplader-Portfolios des Baumaschinenherstellers. Dabei wurden unter anderem neue Maschinen der Modell-Reihen "VISION" und "VISION +" präsentiert.

Manitou hat sich für die Zukunft eine Menge vorgenommen, wie Laurent Bonnaure, Executive Vice President Global Sales & Marketing bei der Manitou Group gleich zu Beginn des Events verdeutlichte: "Die Basis für alle unsere Plattformen wird elektrisch sein, nicht mehr Diesel." Bereits seit 2014 verfolge die Manitou Group das Ziel, den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern und habe deshalb Fahrzeuge mit niedrigsten Verbrauchswerten vorgestellt.

Vor zwei Jahren stellte das Unternehmen einen Wasserstoffantrieb vor, in den Jahren darauf folgten elektrische und hybride Alternativen. Laut Bonnaure verfolgt die Manitou Group ihr strategisches Ziel weiter, bis 2025 für Diesel-Antriebe elektrische oder hybride Alternativen anzubieten.

Drehbare MRT-Teleskoplader

Um das Angebot an rotierenden Teleskopladern für Kunden übersichtlicher zu gestalten, hat die Gruppe beschlossen die verschiedenen Baurten in die beiden Kategorien "VISION" und "VISION +" umzubenennen. Mit "VISION" werden kleinere Modelle gekennzeichnet, größere tragen die "VISION +"-Bezeichnung. Carlo Alberto Razzoli, MRT-Produkt-Manager, erklärt diese Änderung wie folgt: "Wir möchten unser gesamtes Sortiment harmonisieren, indem wir es einfacher machen."

Durch die Modernisierung des Designs und der Ergonomie der Produkte könne man nun beispielsweise die gleiche Kabine für alle Modelle der Produktreihe anbieten – unabhängig vom Modell. "Das bedeutet, dass alle Modelle über eine gleichwertige Kontrollstation verfügen und sich der Bediener so schneller zurecht findet", so Razzoli. Die Modelle MRT 1645 und MRT 1845 erweitern die "VISION"-Reihe. Sie bieten mit einer zusätzlichen Tragfähigkeit von 500 Kilogramm im Vergleich zu ihren Vorgängern eine Hubhöhe von 16 Metern beziehungsweise 18 Metern bei einer Last von 4,5 Tonnen.

Die größeren Modelle der drehbaren MRT-Teleskoplader von Manitou wurden in der sogenannten "VISION +"-Reihe zusammengefasst, zu der auch der abgebildete MRT2260 zählt. Hier trägt er die neue, optional erhältliche Arbeitsbühne.

Die Lader sind mit einem neuen Euro-V-Motor ausgestattet, der eine Leistung von 75 PS oder 116 PS leistet. Insgesamt umfasst die "VISION"-Reihe 14 Modelle, die Höhen zwischen 16 und 25 Metern und eine Tragfähigkeit von maximal 4,5 Tonnen erreichen.

Die "VISION +"-Reihe

Die größeren Modelle der MRT-Teleskolader sind in der "VISION +"-Reihe zusammengefasst. Sie umfasst zwölf neue Modelle. Dabei wurde das aktuelle Angebot mit sechs neuen Produkten komplett überarbeitet: Die Modelle MRT 2260, MRT 2660, MRT 3570 (auch in einer Version mit elektronischer Federung erhältlich), MRT 2570 und MRT 3060 sind neu bei Manitiou. "Die Nachfrage von Kunden nach Maschinen, die auf Baustellen eine höhere Leistung bieten, wächst. Diese Hochleistungsserie erfüllt diese Erwartungen perfekt mit einem sehr hohen Ausstattungsniveau", erklärte Razzoli die Gründe für die Erneuerung des Sortiments. Mit Modellen mit einer Hubhöhe von 22 bis 35 Metern und einer deutlich verbesserten Kapazität von bis zu 7 Tonnen, sei diese Baureihe ideal für die Installation von Stahlkonstruktionen, für die Renovierung von Gebäuden und auch den Abbruch geeignet. Die Sortimente "VISON" und "VISION +" sind ab sofort weltweit erhältlich und werden bis September 2021 an das Händlernetz, an Vermietungen und an Großkunden geliefert.

Als weitere Neuerung wurde die optionale Fahrfernbedienung zur Steuerung der Maschine vom Korb aus oder von außerhalb der Maschine vorgestellt. Dadurch soll es dem Bediener nun möglich sein, sich sicher zu bewegen und den Lader komplett zu steuern, ohne zum Fahrerhaus zurückkehren zu müssen. In allen neuen Modellen dieser Reihe wird auch eine neue Hydraulikpumpe eingesetzt, die für 50 Prozent schnellere Ausführungsgeschwindigkeit bei gleichzeitigen Auslegerbewegungen sorgen soll. Diese Verbesserung betrage immerhin noch mehr als 30 Prozent für die großen Modelle MRT 2260 und MRT 2660. Der neue Euro-V-Motor trage darüber hinaus dazu bei, den Verbrauch aller Modelle mit einer Leistung zwischen 156 und 211 PS zu senken. Die Tragfähigkeiten und Lastdiagramme seien durch die neuen Bauweisen erheblich verbessert worden.

Um zu verdeutlichen, dass die Manitou Group den ökologischen Übergang als strategische Priorität Ernst nimmt, sollen bis Ende des Jahres 2021 eine vollelektrische Erweiterung der "VISION +"-Reihe sowie eine Hybridversion verfügbar sein. Kleinere Motoren sollen dabei mit einer Lithium-Ionen-Batterie kombiniert werden. Viele Modelle sollen rein elektrisch betrieben werden können, um Auflagen zu Arbeitsstätten oder von Behörden erfüllen zu können.

Kompakte Teleskoplader

Mit kompakten, hydrostatischen und nicht schwenkbaren Teleskopladern schafft Manitou ein neues Segment in seinem Portfolio. Der Hersteller reagiert nach eigenen Angaben damit auf die starke Nachfrage von Vermietern und Händlern nach kompakten Maschinen. Um diesen Forderungen gerecht zu werden, wurden gleich drei neuen Modelle präsentiert. Sowohl der MT 730 H, als auch der MT 930 H sowie MT 930 HA (mit Plattformkorb) erfügen über ein hydrostatisches Getriebe und einen 75-PS-Motor.

Der Platz auf städtischen Baustellen ist zunehmend begrenzt. Um diesen Begebenheiten Rechnung zu tragen, sind die Lader besonders kompakt konzipiert und 2 Meter breit und 2 Meter hoch. Aufgrund ihrer geringen Größe sind die Modelle einfach zu transportieren, teilt Manitou mit. Alle drei Modelle sind ab sofort weltweit bestellbar.

Mit drei neuen Modellen (MT 730 H, MT 930 H und MT 930) will Manitou ein neues Segment schaffen. Hier ist ein MT 930H im Einatz zu sehen.

Auch die Reduzierung der Gesamtbetriebskosten hat für die Manitou Group eine hohe Priorität. Anwender der neuen Produktreihe haben daher beispielsweise bei den neuen Modellen die Möglichkeit, ihr Hydrauliköl einfacher zu analysieren. Flottenmanager können ihren Ölverbrauch nun optimieren, indem sie Verschwendung vermeiden und Wartungsintervalle verlängern. Darüber hinaus können optional Stop-&-Start-Lösungen implementiert werden. Ebenso wie in der Automobilwelt schalte dieses System den Motor im Leerlauf automatisch ab. Die Kraftstoffeinsparung und Geräuschreduzierung seien besonders bedeutend, denn an der gesamten Nutzungsdauer dieser Modelle habe der Leerlauf einen Anteil von bis zu 45 Prozent.

Ultrakompakte Teleskoplader

Ende 2021 wird die Manitou Group außerdem das Angebot an Baumaschinen um einen ultrakompakten, geländegängigen Lader mit einer Höhe von 1,9 Metern und einer Breite von 1,49 Metern erweitern. Diese ULM (Ultra Light Manitou) genannten Modelle verfügen über ein Gewicht von nur 2700 kg mit Standardaufsatz und können Unternehmensangaben zufolge auf einem Standardanhänger transportiert werden ohne dass spezielle Genehmigungen benötigt werden. Sie sollen Anfang 2022 geliefert werden.

Ebenfalls überarbeitet wurde das bestehende Angebot an Gelenkladern. Die neuen Maschinen sind nun mit Euro-V-Motoren erhältlich, verfügen über ein neues Design und zahlreiche Ausstattungsoptionen. Zu den Innovationen gehören eine reduzierte Breite, um sich in unebenem Gelände leichter bewegen zu können sowie ein optimiertes hydrostatisches Getriebe. Die vier kompakten Modelle tragen die Kürzel MLA 2, MLA 3, MLA 4 und MLA 5 und werden wahlweise mit kurzen oder langen Ausleger ausgestattet. Die neuen Modelle sollen bis Ende 2021 innerhalb des Händlernetzes zur Verfügung stehen.

ABZ-Stellenmarkt

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 20/2021.

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