Mithilfe mobiler Brechtechnik

Schotter wird für Fußball-WM und Olympia aufbereitet

Aufbereitung Erdbau und Grundbau
Die Anlagenkombination von Kleemann bereitet 900 t Material pro Stunde zuverlässig auf. Foto: Kleemann

RIO DE JANEIRO/BRASILIEN (ABZ). - Unweit von Rio de Janeiro wurde 2013 das wahrscheinlich größte mobile Schotterwerk der Welt in Betrieb genommen. Mithilfe mobiler Brechtechnik von Kleemann wird hier Gneiss für die Fußball-WM und Olympia aufbereitet.

Gleich zwei der größten Sportevents überhaupt, die Fußball-WM und die Olympischen Spiele, finden in den nächsten drei Jahren in Rio de Janeiro statt. Solche Großereignisse ziehen oft gewaltige Infrastrukturmaßnahmen mit sich, was auch beim aktuellen Projekt des brasilianischen Unternehmens Tamoio Mineração zu beobachten ist. Tamoio liegt sozusagen mittendrin, nur wenige Kilometer vom Zentrum Rio de Janeiros und den Sportstätten entfernt, und ist einer der wenigen Schotterlieferanten der Megacity. Um der steigenden Nachfrage an Zuschlagstoffen für den Straßenbau Rechnung zu tragen, entschied man sich, seine Kapazitäten im Bereich der Zuschlagstoffherstellung signifikant zu erweitern. Die Aufgabenstellung war dabei alles andere als einfach: Die neue Anlage sollte 900 t pro Stunde der Korngrößen 0 bis 32 mm produzieren, insgesamt 2,5 Mio. t pro Jahr.

Bei solchen Projektanforderungen denkt man schnell an eine stationäre Aufbereitung. "In diesem Fall gab es jedoch einige Gründe, auf eine mobile Lösung zu setzen. So sollte beispielsweise die Inbetriebnahme so schnell wie möglich erfolgen. Zudem war es wichtig, dass das Anlagensetup flexibel im Steinbruch platzierbar war, um immer möglichst nah an der Abbaustelle zu sein und so die Kosten und die Zeit des Materialhandlings möglichst gering zu halten", erklärt Luiz Zoch, Kleemann Area Sales Manager Latin America. Hinzu kam der Wiederverkaufswert der Anlagen, die jede für sich auch einzeln einsetzbar sind.

Orlando Ribeiro, Vice President von Tamoio Mineração, besuchte vor seiner Entscheidung mehrere große Steinbrüche in Nordamerika, Asien und Europa, um sich verschiedene Abläufe vor Ort anzuschauen. Am Ende waren es nicht viele Firmen, die Maschinen dieser Leistungsklasse im Angebot hatten und zudem über das entsprechende Know-how in der Verfahrenstechnik verfügten.

Kleemann bot mit seiner großen prozesstechnischen Erfahrung im Bereich mobiler Anlagenkombinationen und dem durchgehend diesel-elektrischen Antrieb im Steinbruch nach eigenen Angaben eine optimale Kombination. Auch beim Service konnte Kleemann punkten. In der Projektierungsphase leistete das Unternehmen werksseitig große Unterstützung. Mit der starken Präsenz vor Ort durch Wirtgen Brasil, das den laufenden After-Sales-Service sicherstellt, konnte Kleemann endgültig überzeugen. Am Ende entschied sich Tamoio Mineração für zwei Anlagenzüge mit fast identischem Setup. "Unsere Produktionsgeschwindigkeit ist enorm, auch durch die Mobiltät der Anlagen. Das bedeutet, dass wir flexibel auf alle notwendigen Änderungen reagieren können", freut sich Orlando Ribeiro.

Die Lösung: verkettete Anlagenkombination mit drei Brech- und einer Siebstufe. In der ersten Brechstufe sorgen zwei große Backenbrecher für die Vorzerkleinerung. Dabei handelt es sich zum einen um eine Mobicat MC 140 Z mit einer Einlaufbreite von 1400 x 1130 mm und zum anderen um eine Mobicat MC 120 Z mit einer Einlaufbreite von 1200 x 800 mm, die dann die beiden nachfolgenden Anlagenzüge direkt parallel beschicken. Die folgenden Anlagenzüge sind identisch und bestehen in der zweiten Brechstufe aus zwei mobilen Kegelbrechern des Typs Mobicone MCO 13, die das Material von ca. 280 mm auf eine Größe von null bis 90 mm herunterbrechen. In der dritten Brechstufe folgen dann jeweils wieder zwei mobile Kegelbrecher des Typs Mobicone MCO 13 S, die mit ihren integrierten Dreidecker-Siebanlagen die erste Endkörnung der Größe 22 bis 32 mm austragen. Die Endabsiebung übernehmen schließlich zwei mobile Dreidecker-Siebanlagen des Typs Mobi-screen MS 23 D. Mit Siebdeckgrößen von 8000 x 2300 mm besitzt jede der beiden Siebanlagen genügend Leistungsreserven, um die geforderten rund 400 t pro Stunde und Anlage der vier weiteren Endkörnungen kleiner 22 mm zuverlässig auszutragen.

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