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Neuer Prallbrecher

Technik-Paket überzeugte

Rubble Master, Handel und Verleih, Kölsch, Gewinnung und Recycling

Ein Technik-Paket gab beim Bauunternehmen Gilch den Ausschlag für den Kauf eines neuen RM100GO! Prallbrechers. Als raupenmobiler Prallbrecher mit 29 t Basisgewicht ist der RM100GO! die Referenzmaschine in ihrer Klasse.

Abenberg (ABZ). – Wenn sich Günter Gilch, Geschäftsführer und Inhaber des seit 70 Jahren bestehenden Bauunternehmens Gilch GmbH entspannen will, kann es gut sein, dass er für ein paar Stunden aus dem Büro verschwindet. Man findet ihn dann eventuell auf dem Recyclinghof seines Unternehmens im mittelfränkischen Abenberg an der Fernbedienung seines neuen, auf der diesjährigen bauma gekauften RM100GO! Prallbrechers. Angesichts von 50 Mitarbeitern bräuchte sich der Seniorchef natürlich nicht selbst um diese Arbeit kümmern. Doch zum einen gehört er zu der Generation Unternehmer, die es nicht lassen kann, gelegentlich noch einmal selbst die Ärmel hochzukrempeln. Zum anderen gehören Rubble Master Brecher zu dem Typ Maschine, der nicht nur einen guten Job macht, sondern regelrecht Spaß. Freilich ist der RM100GO! nicht allzu oft "zu Hause" anzutreffen: Die meiste Zeit ist er auf Tour, reist auf dem Tieflader von Einsatzort zu Einsatzort um Abbruchmaterial zu zerkleinern.

Das Unternehmen Gilch hat zwei Standbeine. Man ist aktiv in Erdbau und Transport, übernimmt Erdbauarbeiten rund um Hausbau, Abriss und Verwertung alter Bausubstanz und übernimmt Aufträge in Straßen- und Gewässerbau. Das zweite Standbein ist die Omnibus-Touristik. Die neueste Anschaffung von Gilch ist freilich kein Reisebus – auch wenn sie etwa das gleiche kostet. Sieist ein raupenmobiler Prallbrecher des österreichischen Maschinenbauers Rubble Master, der in diesem Marksegment, nach eigenen Angaben, führend ist.

Empfohlen, verkauft und ausgeliefert wurde die Maschine durch die Jürgen Kölsch GmbH. Der im Unterallgäu beheimatete Spezialist für Abbruch- und Recyclingmaschinen versorgt den gesamten süddeutschen Raum und war für das Unternehmen Gilch kein Unbekannter. Denn mit dem Warrior 1400, einem Sieb von Powerscreen, konnte Kölsch vor einem halben Jahrzehnt hier schon einmal überzeugen. Diesmal war Kölsch auf der Bieterliste für einen Brecher, der schwerpunktmäßig für das Recycling von Abbruchmaterial eingesetzt wird. Auf der bauma 2016 wurde der Kauf perfekt gemacht, die Gilch-Maschine war am Kölsch Stand auch ausgestellt. Doch die Entscheidung dafür war bereits im November letzten Jahres getroffen worden.

Ein in Gewicht und Austragsleistung vergleichbarer Brecher eines Mitbewerbers war in die engere Wahl gekommen. Im Gegensatz zum direkt angetriebenen RM 100 GO! handelte es sich um eine vollhydraulische Maschine. Eine Technologie, die lange Zeit zumindest bei Brechern für zukunftsweisend gehalten wurde. Doch eben diese Hydraulik war schließlich die Achillesferse des Mitbewerbers.

Der Wirkungsgrad hydraulisch angetriebener Maschinen ist im Vergleich mit direkt angetriebenen systembedingt immer ein wenig geringer. Das Hydraulik-öl erwärmt sich im Betrieb: nichts anderes als verlorene Energie und Mehrverbrauch. Das hätte man noch in Kauf genommen, jedoch erwies sich die eingeschränkte Zugänglichkeit der Technik bedingt durch zahlreiche Hochdruck-Hydraulikschläuche als weiteres Problem.

Im Gegensatz dazu ist der unter der Vibrorinne eingebaute Motor des RM100-GO! von drei Seiten ebenerdig zugänglich, das Konzept dahinter nennt sich "ground based service", also Wartung und Service vom Boden aus.

Service braucht Nähe. Dass Gilch weder von Rubble Master in Linz noch von Kölsch in Heimertingen allzu weit entfernt ist, war nicht unerheblich. Den Ausschlag gab am Ende jedoch ein Technik-Paket, das in dieser Form als eines der derzeit modernsten und elegantesten angesehen werden kann.

Als raupenmobiler Prallbrecher mit29 t Basisgewicht ist der RM100GO! die Referenzmaschine in ihrer Klasse – und für Gilch gerade eben noch ohne Sondergenehmigung transportierbar. Im Einsatz schleust er, optimales Aufgabematerial vorausgesetzt, bis zu 250 t/h durch. Seine Einlauföffnung von 950 x 70 mm lässt Aufgabe-Stückgrößen von bis zu 750 mm zu.

Beim Antrieb stehen zwei Aggregate zur Wahl: eines zertifiziert nach Stufe 3A, eines nach 3B. Gilch entschied sich für die 3B-Variante, die dank Konstantdrehzahlmotor im gesetzlich tolerierten Emissionsbereich bleibt. Bärenstark, bissig und dank enormen Drehmoments ist dieses Antriebsaggregat nicht nur unaufhaltsam, sondern darüber hinaus auch noch extrem sparsam.

Zu den weiteren technischen Finessen des RM100GO! gehört die Siebeinheit mit Rückführband. Als Einheit ausgeführt verbleibt sie während des Transports an der Anlage. Bei Bedarf entfaltet sie sich auf Tastendruck. Das mühsame und zeitintensive "in Montageposition hieven" mittels Bagger oder Lader entfällt.

Das Rückführband hat eine clevere Doppelfunktion: Es kann auch als Austragsband für extremes Überkorn umfunktioniert werden. So wird etwa grobes Verfüllmaterial fein säuberlich separat aufgehaldet.

Die auf der bauma 2016 präsentierte Maschine, die nach Messeende an Gilch geliefert wurde, ist zudem mit einem Windsichter im Übergabebereich zwischen Sieb und Rückführband ausgestattet. Wer um die Sensibilität dieser Technik weiß, wird beim RM100GO! aufs Angenehmste überrascht: In der Kombination mit der richtigen Absiebung werden bis zu 90 % an Holz und Kunststoff entfernt, das gilt vor allem für die sonst nur schwer entfernbaren großen Holzstücke. Um Metallanteile kümmert sich bei der Gilch Maschine der integrierte Magnetabscheider, der selbständig Eisen- und Armierstahlanteile aus dem Brecheraustrag entfernt.

Der RM100GO! ist darüber hinaus mit dem so genannten ECO-Paket ausgestattet, das für ein Bündel aus energiesparenden Maßnahmen steht. So wird der Lüfter nur noch dann angefahren, wenn er gebraucht wird, seine Drehzahl wird stets auf das technisch notwendige Maß reduziert. Den Wunsch nach einem hochflexiblen, sparsamen, mobilen und intelligenten Brecherkonzept erfüllt der RM-100GO! für Gilch geradezu vorbildlich. Angesichts immer höherer Ansprüchean Recyclingmaterial ist auch der in die Maschine integrierte, extrem wirksame Windsichter von hohem Charme.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 32/2016.

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