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Neues Wohnquartier St. Johannis

Hellgrauer Klinker bereichert historisches Stadtviertel in Nürnberg

Helle Klinker umschließen die bodentiefen Fenster entlang der Johannisstraße.

Nürnberg (ABZ). – Für die meisten Nürnberger war die Fläche zwischen der Straßenbahn-Wendeschleife und dem Ortsrand St. Johannis bisher ein weißer Fleck aufder Landkarte. Doch nun ist dort nach nur zweijähriger Bauzeit das neue Wohnquartier St. Johannis entstanden. Benannt nach dem gleichnamigen Viertel, beherbergt es insgesamt 74 Mietwohnungen sowie eine integrative Kinderkrippe, einen Servicepunkt der Wohnungsgesellschaft und einen sozialen Treffpunkt – ganz nach dem Motto nachbarschaftlich, generationsübergreifend und energieeffizient. Aus natürlichen Materialien ressourcenschonend hergestellt ist auch die Klinkerfassade von Gima. Klinkerfassaden sind nicht mehr nur in Norddeutschland oder am Niederrhein verbreitet. Und längst werden sie auch nicht mehr nur im Ingenieur- und Industriebau, an Brücken und Fabriken eingesetzt. Die Nachhaltigkeit des traditionellen Baustoffs Klinker hat sich über Jahrhunderte bewiesen, daher steigt auch seine Bedeutung für zeitgenössische Architektur im Wohnungsbau. Am westlichen Stadteingang von Nürnberg, nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt, befindet sich das urbane Stadtquartier St. Johannis. Seine Fassade bildet im Westen, Norden und Osten einen städtischen "Rücken", der die offenere Südseite mit ihren Freibereichen vor Schallemissionen schützt. Verglaste Balkone sowie ein Relief aus leicht in der Tiefe versetzten, unterschiedlich großen Fensterrahmen lockern seine Blockstruktur auf. Entworfen haben es Christian Kern und Tom Repper vom Münchner Architekturbüro Blauwerk im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft wbg. Für die Fassadengestaltung des sechsgeschossigen Bauensembles wählten sie Klinker in einem individuell entwickelten Farbton in Beige-Grau, der sich an die Glasfaserbetonprofile an Fensterbänken und Attica anpasst. Auch seine Mischsortierung aus Erbusco FK und Ebella FK sorgt für eine lebhafte Außenhülle und spiegelt dabei die heterogene Bewohnerschaft des Hauses wider: "Die Fassade ist in ihrer Materialität und Reliefstruktur eigenständig und durch ihre Qualität gestalterisch nachhaltig. Sie trägt zur Identifikation der Bewohner mit Ihrem Gebäude und dem Viertel bei", beschreibt Architekt Christian Kern.

Neben einer integrativen Kinderkrippe, einem Servicepunkt der Wohnungsgesellschaft und einem sozialen Treffpunkt im Erdgeschoss, werden 18 der insgesamt 74 Wohneinheiten nach den Kriterien der Einkommensorientierten Förderung des Freistaates Bayern gefördert. "Wir freuen uns sehr, dass wir diesen städtebaulichen Blickfang mit all seinen Angeboten, die einen Beitrag zur positiven Quartiersentwicklung leisten, heute der Öffentlichkeit übergeben können", so der wbg-Geschäftsführer Ralf Schekira am Tag der Projektvorstellung. Im Rahmen der Wettbewerbsauslobung waren nicht nur eine soziale Infrastruktur verlangt, auch ein hoher energetischer Standard und die Nachhaltigkeit des Baumaterials spielten eine wichtige Rolle.

Auf dem Dach des Gebäudekomplexes wurde daher eine Photovoltaikanlage installiert, die das Kundencenter der Genossenschaft im Erdgeschoss mit einem Energiebedarf von 86,97 kWh/(m²a) für den Eigenverbrauch versorgt. Auch der Klinker an der Fassade fördert als reines Naturprodukt den ökologischen Kreislauf und ist aus natürlichen Rohstoffen aus der Region gefertigt.

Die für das St. Johannis Quartier verwendeten Klinker verleihen durch ihre Varianten an hellen Grautönen der Fassade einen aktuell angesagten Look und kommen dabei ganz ohne künstlichen Farbauftrag aus. Neben dem Farbton ist auch die Größe eine Maßanfertigung der Firma Gima. Das schlanke Riegelformat mit einer Länge von 490 mm verleiht dem Bau eine elegante Note. Das Klinkerformat in Überlänge ist eine Spezialität des niederbayerischen Klinker-Herstellers und rückt das klassische Klinkermaterial in ein neues, modernes Licht.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 31/2019.

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