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Neuheiten nach Euro IIIB

JCB nimmt Midibagger-Segment verstärkt in den Fokus

Von Robert Bachmann
JCB, Bagger und Lader, Kompaktmaschinen, Unternehmenszahlen

Enthüllte der neuen Midibagger 65R-I persönlich: Jo Bamford, seit 2007 Direktor des Geschäftsbereichs JCB Compact Products.

ROCESTER/GROßBRITANNIEN. - Bereits im März dieses Jahres gewährte JCB den Besuchern der Conexpo in Las Vegas einen ersten Blick auf seine neue Kompaktbagger-Generation. Im Rahmen eines Presseevents am Firmensitz im englischen Rocester präsentierte der britische Baumaschinenhersteller neben diversen anderen Maschinen nun die komplette Bandbreite seines neuen Midibagger-Sortiments – darunter auch das erste 10 t-Modell von JCB.

Nahezu zeitgleich zur GaLaBau in Nürnberg lud der britische Baumaschinenhersteller JCB kürzlich an den Firmensitz in Rocester (England), um ein breites Aufgebot neuer Maschinen und Geräte zu präsentieren. Nachdem lange Zeit vor allem die Baggerlader für JCB die zentrale Rolle spielten, standen dieses Mal deutlich die Kompaktbagger des britischen Familienunternehmens im Vordergrund. Mit insgesamt fünf Neuentwicklungen in diesem Bereich, darunter JCBs erster 10 t-Midibagger, zeichnet sich damit eine leichte Trendwende für den Baumaschinenproduzenten ab.

Nicht unwichtig in diesem Zusammenhang: Erstmals eröffnete Jo Bamford persönlich die Vorstellung der neuen Maschinen. Der Sohn des Geschäftsführers Lord Anthony Bamford ist seit 2007 Teil der Unternehmensleitung und verantwortet aktuell den Geschäftsbereich JCB Compact Products. Mit seinem Einstieg in das Unternehmen zeitgleich zum Beginn der Weltwirtschaftskrise, welche für JCB direkt auf eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre in der Unternehmensgeschichte folgte, gestaltete sich der Start in das Unternehmen für den Enkel des 2001 verstorbenen Firmengründers denkbar schwierig. Dank der starken Marke JCB und einer Reihe groß angelegter Investitionen sei es jedoch gelungen, der Rezession erfolgreich zu trotzen, so Jo Bamford. Insgesamt rd. 20 Mio. Pfund (ca. 25 Mio. Euro) sind nach Angaben des Direktors Kompaktmaschinen seit 2007 in neue Technologien und Produktionsprozesse geflossen.

JCB, Bagger und Lader, Kompaktmaschinen, Unternehmenszahlen

Auch bei den Großen gab es Neuigkeiten. Unter anderem präsentierte JCB den komplett neu designten Radlader 457 mit CommandPlus-Kabine.

Erste Ergebnisse dieser Entwicklungsoffensive waren auf der diesjährigen Conexpo in Las Vegas zusehen. Dabei stand nicht, wie gewohnt die Baggerlader-Sparte von JCB im Vordergrund, sondern eine Reihe neuer Kompaktbagger, mit der das Unternehmen auf den starken Wachstumstrend im Midibagger-Bereich setzt. Mit dem 86C-I (konventionelles Heck) und dem 85Z-I (Nullheckmodell) konnte das Fachpublikum in Las Vegas einen ersten Blick auf die neuen Modelle in der 8,5 t-Klasse werfen. Daneben gab es zur Conexpo den 67C-I, ebenfalls mit konventionellem Heck, aus der 6,5 t-Klasse zu sehen. Komplettiert wird dieses Angebot nun durch den 65R-I (6,5 t) mit reduziertem Hecküberstand und das Modell 100C-I.

Das Modell 65R-I ersetzt mit einem Tier-3-konformen 36,9-kW-Dieselmotor (48 PS) den 8065 RTS. Gegenüber dem 67C-I, der mit seinem Tier-4-Final-konformen Motor vorrangig für den nordamerikanischen Markt entwickelt wurde, ist der 65R-I auf alle Märkte außerhalb Nordamerikas ausgerichtet. Dabei blickt JCB insbesondere auf Europa, wo geringere Emissionen und höhere Leistungen erforderlich sind. Wie alle neuen Midibagger von JCB besitzt auch der 65R-I ein überarbeitetes Laufwerk in H-Bauweise.

Ein Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung lag nach Aussage des Herstellers auf der Verringerung der Wartungskosten. So wurde u. a. die Schwenkbolzenaufnahme der Maschinen mit extrabreiten, verschleißhemmenden Lagerbuchsen ausgestattet. Zusätzlich wurden Zapfen und Buchsen der JCB Midibagger aus Grafit gefertigt. Die daraus resultierenden Schmierintervalle von 500 Std. sollen den laufenden Wartungsaufwand und die Betriebskosten deutlich reduzieren. Gleiches gilt für den 100C-I. Mit seinem ersten 10 t-Midibagger reagiert der Hersteller nach eigener Aussage auf eine gestiegene Nachfrage von Kunden aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA. Das Modell basiert auf dem Grundrahmen des 8,6 t-Midibaggers 86C-I, verfügt laut JCB aber über einen stärkeren Motor, einen größeren Löffelstiel und mehr Hydraulikleistung. Die Maschine wird von einem JCB by Kohler-Dieselmotor mit 55 kW (74 PS) angetrieben. Mit einem Betriebsgewicht von 9,5 t hat der 100C-I dieselbe Breite und Höhe über der Kabine wie die leichtere 86C-I-Maschine, jedoch einen Hecküberstand von 450 mm. Das sind 90 mm mehr als bei der 8,6 t-Maschine. Die zusätzliche Karosserie bietet Raum für den stärkeren Motor und die leistungsfähigere Hydraulik. Dank der längeren Grabausrüstung verfügt das Model 100C-I über eine maximale Grabtiefe von 4628 mm, eine Überladehöhe von 5603 mm und eine Reichweite vom Boden aus von 7475 mm.

Natürlich gab es aber auch im Bereich Baggerlader, dem Steckenpferd des Herstellers, Neuigkeiten. Neben dem 1CX-T, der Raupenfahrwerk-Version von JCBs kleinstem Baggerlader, und dem voll auf die Abfall- und Recyclingwirtschaft zugeschnittenen 5CX Wastemaster präsentierte der Hersteller die weiter optimierte Version seines Verkaufsschlagers, dem 3CX. Neu sind hier vor allem weitere Automatisierungsfunktionen wie eine automatische Leerlaufschaltung, Drehzahlsperre und Drehzahlregelung. Zudem soll die Überarbeitung der Software des T4 Interim-Motors zu einer verbesserten Grab- und Fahrleistung führen. Speziell für den kommunalen Straßenbau bietet JCB den 3CX zusätzlich auch in der Sonderausführung "Pothole Master" (dt. Schlagloch-Meister) als Rundumlösung für die Straßeninstandhaltung. Hierfür hat JCB den 3CX mit einer hinten am Ausleger montierten Asphaltfräse sowie einer Kehr- und Räumschaufel an der Ladeschwinge kombiniert.

JCB, Bagger und Lader, Kompaktmaschinen, Unternehmenszahlen

Der JCB 100C-I ist der erste 10 t-Midibagger des britischen Baumaschinenherstellers.

Einmal in Fahrt gekommen, geizten die Produktverantwortlichen von JCB auch in den übrigen Segmenten nicht mit Produktneuheiten. So wurden u. a. drei neue Teleskoplader vorgestellt: das Schwerlastmodell 560-80 (Nenntragfähigkeit von 6 t), eine Hochleistungsmaschine für harte industrielle Einsatzbereiche; den zwischen Kompakt- und Radlader angesiedelten 516-40 (Nenntragfähigkeit von 1,6 t) und das mit Seitenmotor versehene Kompaktmodell 525-60 (Nenntragfähigkeit von 2,5 t), das in seiner Vielseitigkeit, so der Hersteller, gleich drei Modelle der Vorgängergeneration ersetzen soll.

Eine echte Innovation konnte JCB auch in der Sparte Stromgeneratoren aufweisen. Mit insgesamt zehn neuen Modellen baut JCB Power Products die QS-Baureihe mit Stromgeneratoren zur Erzeugung von 22 bis 220 kVA aus. Besonderes Highlight dabei: der weltweit erste intelligente Hybrid-Stromgenerator. Der Intelli-Hybrid-Generator (100-kVA) verfügt über Batteriezellen mit hoher Kapazität und Zyklenfestigkeit im unteren Teil des Geräts. Die Batterien werden von dem Stromaggregat zu Zeiten höherer Last gespeist. In Zeiten, in denen der Lastbedarf niedriger ist, kann der Motor abgestellt und der benötigte Strom von den Batterien bezogen werden. Etwa 40 l Diesel sollen sich nach Aussage des Unternehmens auf diese Weise einsparen lassen.

Bei den Geländestaplern von JCB stach vor allem der neue TLT 35D 4x4 hervor. Das erste Teletruk-Modell mit Stufe 3B-/Tier 4 Final wird von einem JCB Diesel by Kohler-Motor mit 62 PS (46 kW) Leistung bei 2600 U/min angetrieben. Dank sparsamer Antriebstechnik, hoher Vorwärtsreichweite und großer Einsatzflexibilität soll das neue Modell dem Kunden eine Kraftstoffeinsparung von rd. 35 % ermöglichen.

Auch jene, für die ein Bagger erst ab 15 t Einsatzgewicht interessant wird, zeigte JCB im Rahmen des Presseevents einige Highlights aus der aktuellen Produktentwicklung. Neben den für die Abfall- und Recyclingwirtschaft konstruierten Mobilbaggern JS200 und JS175 gab es hier den neuen 30 t-Raupenbagger JS300 zu sehen. Der brandneue JS300 ersetzt den JS290 von JCB und wird von einem 6-Zylinder-Motor von Isuzu mit 161 kW (216 PS) angetrieben, der die Abgasnormen EPA Tier 4 Interim/EU Stufe 3B erfüllt. Neben einer Kraftstoffeinsparung von 5 % soll die Maschine vor allem durch seine beachtliche Löffel-Ausbrechkraft von bis zu 253,6 kN und seine maximale Löffelstiel-Reißkraft von 173,1 kN überzeugen (mehr dazu Lesen Sie auf Seite 14).

Mit den Neuauflagen der Modelle 406, 407 und 409 wurde auch das Radlader-Sortiment von JCB überarbeitet. Alle drei Maschinen werden von JCB Diesel by Kohler-Motoren mit 2,5 l ohne Dieselpartikelfilter angetrieben. Der 406 stellt nun mit einem mechanischen Motor mit 37 kW (50 PS) das Einstiegsmodell für den Mietbereich dar. Der 407 übernimmt mit seinem wassergekühlten und elektronisch geregelten Motor mit 48 kW (64 PS) die Rolle des bisherigen Modells 406. Der 409 ist weiterhin das Hochleistungsmodell und verfügt über eine 55-kW-Version (74 PS) desselben äußerst effizienten Motors. Basierend auf den Radladern 407 und 409 wurden auch die Teleskop-Radlader Modelle TM180 und TM220 motorentechnisch aufgerüstet. Beide profitieren dabei von den selben Überarbeitungen ihrer konzeptionellen Vorbilder.

Das Highlight im Radlader-Segment bildet jedoch der komplett neu designte WL457. Als erster Großradlader von JCB verfügt die Maschine nicht nur über einen leistungsstarken 7,7-l-Tier 4 Final-Motor von MTU mit 193 kW (258 PS), sondern ist als erste JCB-Maschinen überhaupt auch mit der neuen JCB CommandPlus Kabine ausgestattet. Das neue Kabinendesign bietet u. a. einen signifikant vergrößerten Innenraum inklusive Panoramawindschutzscheibe, ein komplett überarbeitetes Bedienkonzept sowie einer laut Hersteller auf 67 dB(A) reduzierten Geräuschentwicklung.

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