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Radlader "Dragon" in Betrieb genommen

100-Tonner haben eine lange Tradition

Hebt die 12,5-m³-Schaufel, bestückt mit Sägezahnmesser: der neue Cat 992K. Stegketten sorgen für eine höhere Bodenhaftung und Griffigkeit und verhindern Radschlupf beim Füllen der Schaufel.

Karlstadt (ABZ). – Einen Cat Radlader 992K mit einer 12,5-m³-Schaufel, bestückt mit Sägezahnmesser, nahm kürzlich die Unternehmensgruppe Schwenk am Standort Karlstadt, 30 km nördlich von Würzburg, von Zeppelin und ihrer Niederlassung Ulm in Betrieb. "Schwenk und Zeppelin pflegen ein partnerschaftliches Miteinander in ihrer langjährigen Zusammenarbeit. So geht jeder Investition ein intensiver Austausch voraus. Auch wenn der Radlader viele Stärken hat, müssen wir uns jedes Mal aufs Neue bewähren. Wir sind immer offen für Anregungen, was wir noch verbessern können", forderte Fred Cordes, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Zeppelin Baumaschinen, Dietmar Meul vom Zentraleinkauf bei Schwenk, Wolfgang Schwörer, stellvertretender Werksleiter in Karlstadt, und Gottfried Geist, Steinbruchleiter, bei der Übergabe auf. Radlader in der 100-t-Klasse haben in Karlstadt eine lan-ge Tradition. Caterpillar führte das Modell 992 vor mehr als 50 Jahren ein – bei Schwenk wird eine solche Baumaschine seit 1986 am Standort eingesetzt. Auch andere Abbaustätten in der Firmengruppe arbeiten damit. Der 992 hat sich als passende Größe für den Einsatzzweck erwiesen, heißt es seitens des Unternehmens. Darum greift Karlstadt für das Laden von gesprengtem Kalkgestein auf einen weiteren Vertreter in der 100-t-Klasse zurück. Ein Radlader (eine Nummer kleiner) ist dort in Form des Cat 990 ebenfalls präsent. Ausgestattet wurde die neue Baumaschine mit Michelin-X-Mine-Bereifung und Stegketten, was zu einer höheren Bodenhaftung und Griffigkeit beitragen soll. Ketten verhindern Radschlupf beim Füllen der Schaufel. Wenn tagein, tagaus kantiges Kalkgestein mit dem Reifengummi in Berührung kommt, bleibt Verschleiß am Reifenprofil nicht aus. Ketten schützen daher den Reifen zusätzlich sowohl auf der Lauffläche als auch an den Flanken vor Beschädigungen.

Arbeits- und Gesundheitsschutz haben innerhalb der Unternehmensgruppe einen großen Stellenwert. Das lässt sich auch an der Ausstattung der neuen Baumaschine ablesen. Rückfahrkamera und zusätzliche LED-Beleuchtung wie am Cat 992K sind längst unverzichtbar geworden und haben eine elementare Bedeutung erlangt. Darüber hinaus wird auf Ergonomie geachtet. So sind Bedienelemente leicht erreichbar. Auch sollen die Baumaschinen wie der neue Radlader standsicher sein, wenn sie das Kalkgestein umschlagen. Eine komfortabel gestaltete Kabine sorgt schließlich dafür, dass der Fahrer der Baumaschine über eine längere Zeit und ohne Beeinträchtigung seiner Gesundheit Leistung bringen kann. Und da in der Unternehmensgruppe Schwenk das Thema Ergonomie bei der Anschaffung neuer Arbeitsgeräte sehr ernst genommen wird, wurde im Fall des Cat 992K bewusst in einen Fahrersitz von Grammer investiert.

Schlüsselübergabe für das Schlüsselgerät von Schwenk am Standort Karlstadt.

Fahrerschulungen stehen regelmäßig an allen Standorten der Firmengruppe auf der Tagesordnung. In Karlstadt wurde die Inbetriebnahme des Radladers genutzt, um das Wissen der zwölf in der Gewinnung tätigen Mitarbeiter aufzufrischen. Frank Kranich von der Zeppelin Projekt- und Einsatztechnik sensibilisierte das erfahrene Abbauteam dahingehend, was alles beim sicheren Umgang mit den Lade- und Transportgeräten zu beachten ist. Auf der Agenda standen auch eine spritsparende Fahrweise und ein effizienter Betrieb beim Laden von Muschelkalk. Das erfolgt auf allen sechs Sohlen, die jeden Tag zweimal angefahren werden, um eine ausgewogene Homogenisierung sicherzustellen. Die Sohlenhöhe beträgt 12–30 m. Die Mächtigkeit des Vorkommens macht 90 m aus. Vom Radlader wird eine Tagesleistung von 9000 t erwartet. Vier Ladezyklen sind nötig, um Skw mit Einsatzgewichten von 90 t ausgewogen zu befüllen. Sie bringen dann den Rohstoff zum Brecher, wo er dann auf eine Kantenlänge von max. 80 mm weiterverarbeitet wird.

Anhand der chemischen Zusammensetzung des Natursteins, der im Brecher zerkleinert und dort sofort auf seine Bestandteile analysiert wird, entscheidet sich, an welchen Stellen und in welchen Mengen der Abbau erfolgen soll, um ein homogenes Mischungsverhältnis für Zement und dessen 25 verschiedene Produktgruppen zu erhalten. Somit wird flexibel auf die sich ständig wechselnden Anforderungen reagiert. Der Brecherdurchsatz beträgt 1200 t/h – das sich anschließende Zementwerk braucht unentwegt Nachschub. Im Mischbett mit 80 m Ø können 40 000 t zerkleinertes Gesteinsmaterial gelagert werden – es dient als Puffer für den Drehofen und reicht für eine Woche. Der homogenisierte Kalkstein wird mit einer Leistung von 500 t/h über die Mainbandbrücke zu den Rohmühlen im weiterverarbeitenden Werksbereich befördert. Die Ofenanlage, die am anderen Mainufer 1986 gebaut wurde, ist bis heute in Betrieb. Doch sie wurde in den letzten 20 Jahren immer wieder automatisiert und modernisiert.

In diesem Jahr soll eine neue SCR-Anlage zur Abgasreinigung des Drehofens in Betrieb gehen. Die neue Katalysatortechnik soll ihren Beitrag zu den immer höheren Anforderungen der Umweltgesetzgebung leisten. So wie auch die Abbautechnik immer wieder modernisiert wird, wird auch die Produktion kontinuierlich auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Nicht umsonst gilt Karlstadt als eines der modernsten Werke in der Firmengruppe. 1887 gegründet, gehört es seit 1937 zu Schwenk und beschäftigt mehr als 140 Mitarbeiter. Einer von ihnen ist Manfred Bachmann – ihm wurde der Cat 992K als neues Arbeitsgerät zugewiesen. Seit 30 Jahren arbeitet er für Schwenk, 25 Jahre seines Arbeitslebens bewegt er Baumaschinen. Für den 992K hat er sich den Namen Dragon ausgedacht. Auch die anderen eingesetzten Baumaschinen am Standort sind keine anonymen Arbeitsgeräte, sondern haben von den Mitarbeitern Namen erhalten. Das schafft eine persönliche Bindung, aber dient v. a. einem funktionalen Zweck: der besseren Kommunikation untereinander – die Fahrer können sich leichter per Funk verständigen, wenn vom "Dragon" die Rede ist.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 32/2019.

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