Rekord-Unterfangen auf deutschen Straßen gemeistert

Spektakulärer Transport problemlos bewerkstelligt

Neustadt an der Donau (ABZ). – Im Auftrag von Bayernoil transportierte Schmidbauer in nur vier Etappen zwei riesige Reaktoren von Kelheim nach Neustadt an der Donau. Der Schwerlasttransport bewegte sich auf 336 Reifen und brachte 880 t Gesamtgewicht auf die Waage.
Tadano Krane und Seilmaschinen
Am Zielort kam für den Hub der Reaktoren wieder der CC 8800-1 und ein CC 2800-1 als Nachführkran zum Einsatz. Foto: Schmidbauer

660 und 600 t wiegen die zwei neuen Reaktoren, die Schmidbauer vom Hafen Kelheim nach Neustadt an der Donau transportierte. In der Erdölraffinerie der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH sollen nun die Reaktoren mit einem jeweiligen Volumen von 400 m³ als Teil der Mild Hydrocracker-Anlage die Anhebung des Durchsatzes an schweren Gasölen auf 300 t/h ermöglichen. Sie werden zur Herstellung von schwefelfreiem Dieselkraftstoff benötigt. Schon der Hub am Anfang und am Ende des Projektes war eine beeindruckende Leistung: Weltweit gibt es derzeit nur 51 Geräte in der entsprechenden Bauart, die ihn bewerkstelligen können: Schmidbauer hatte für die Hubarbeiten einen Tadano-Raupenkran der Bezeichnung CC 8800-1 eingesetzt, der den Umschlag im Hafen Kelheim sowie den Aufbau der Reaktoren in der Raffinerie meisterte.

Dazwischen lagen für den Auf- beziehungsweise Abbau des Krans und dessen Transport nur wenige Tage. Die gewaltigen Reaktoren wurden dann von zwei selbstfahrenden SPMTs (Self-Propelled Modular Transporter) mit je 2x22 Achsen und 176 Reifen bewegt. Nur solche Spezialtransporter können derartigeAchslasten aufnehmen. Die maximalen Abmessungen der einzelnen Kolonnen lagen hier bei 37 m Länge, 8,2 m Fahrhöhe und einer Breite von 6,6 m. "Solche riesigen Abmessungen können schnell zum Problem werden, denn weder die Straßen in Deutschland noch die übrige Infrastruktur sind für diese Dimensionen ausgelegt", erklärt Stefan Schmidbauer, Geschäftsführer der Schmidbauer-Gruppe und Projektverantwortlicher für den Transport. "Speziell Brückenüberquerungen aber auch Bahnübergänge sind besondere Problemstellungen, auf die wir ganz besonders achten müssen." Für die Strecke waren vier Etappen vorgesehen. Dabei war nicht nur die schnelle Durchführung sowie die kurze Vorbereitungszeit von nur sechs Monaten eine echte Herausforderung: Die Strecke, die zwar nur 30 km lang war, führte teilweise durch sehr enge Ortschaften und über mehrere Brücken, zudem galt es, erhebliche Steigungen zu überwinden.

Dabei hielt jede Etappe ihre eigenen Herausforderungen bereit: Der Start in Kelheim wurde durch unwetterartige Regengüsse begleitet. Der Weltenburger Berg auf der zweiten Etappe mit einer bis zu 8° starken Steigung galt als eines der schwierigsten Hindernisse. Aber das Wetter spielte mit und der Transport über den Berg gelang nahezu reibungslos. Bei der dritten Etappe nach Bad Gögging musste dann bei der Überquerung einer Brücke eine zusätzliche Konstruktion mit 22 hydraulischen Pressen zur Sicherung der Statik die gefahrlose Überfahrt sicherstellen. Bei der finalen Strecke nach Neustadt an der Donau kam noch Zeitdruck dazu: Für die Überquerung eines Bahnübergangs stand um 3 Uhr morgens ein Zeitfenster von nur vier Stunden zur Verfügung.

Für das gesamte Projekt waren im Vorfeld weitreichende Durchführbarkeitsstudien, geotechnische Gutachten und Ingenieursleistungen für die Standsicherheiten, sowie statische Gutachten für die nötigen Bauwerksüberfahrungen und Straßenanalysen einschließlich der Bodenpressung erforderlich. Unzählige Verkehrsschilder, Straßenbeleuchtungen, Telefonleitungen, Kurven, Steigungen, Baustellen, Brücken, seitliche Gefälle, Kreuzungen und Kreisverkehre mussten berücksichtigt werden. Zusätzlich wurden verschiedene Behelfsstraßen gebaut. "Die Auftragsvergabe erfolgte erst im Dezember 2020. Alle diese Schritte bis zum Transport Anfang Juni umzusetzen, war eine echte Herausforderung, die wir aber gern angenommen haben", ergänzt Stefan Schmidbauer. Am Zielort kam für den Hub der Reaktoren wieder der CC 8800-1 und ein CC 2800-1 als Nachführkran zum Einsatz. Mit einer Tragkraft von 1600 t und 900 t Ballast führte er den wahrscheinlich schwersten Einzelhub Deutschlands mit 700 t bei 26 m Ausladung durch.

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