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Schulgebäude in Leverkusen saniert

Wetterschutzdach und Einhausung benötigt

Teupe und Söhne Gerüstbau GmbH wurde von der Stadt Leverkusen für die energetische, statische und konstruktive Sanierung des Schulgebäudes mit der Ausführung der Gerüstarbeiten inklusive Wetterschutzeinhausung sowie mit der Stellung von Innenraumgerüsten beauftragt.

Leverkusen (ABZ). – Das Schulgebäude aus dem Jahre 1913 ist eine der wenigen in seiner Originalsubstanz erhaltenen Schulen in Leverkusen. Der vielgliedrige, zweigeschossige Ziegelbau hat eine Nettogrundfläche von rund 4250 m² und liegt in der Kernstadt Leverkusen-Opladens zwischen der Fußgängerzone und der unmittelbar angrenzenden Neustadt und ist umgeben von Wohnbebauung. 1987 wurde der Bau in die Denkmalliste der Stadt Leverkusen eingetragen – er gilt sowohl städtebaulich als auch architektonisch und geschichtlich als herausragendes Baudenkmal. Seit Anfang 2018 werden an dem Schulgebäude Im Hederichsfeld in mehreren Bauabschnitten verschiedene Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen durchgeführt. Außerdem wird das Dach im Rahmen von ohnehin erforderlichen Sanierungsmaßnahmen energetisch saniert. Des Weiteren werden die Fenster und haustechnischen Anlagen erneuert. Alle Arbeiten sind unter der Maßgabe der Substanzschonung auszuführen und erfordern neben einer hohen fachlichen Qualifikation der Fachfirmen einen hohen Grad an Sensibilität im Umgang mit dem denkmalgeschützten Bauwerk. Teupe und Söhne Gerüstbau GmbH wurde von der Stadt Leverkusen für die energetische, statische und konstruktive Sanierung des Schulgebäudes mit der Ausführung der Gerüstarbeiten inklusive Wetterschutzeinhausung sowie mit der Stellung von Innenraumgerüsten beauftragt. Bei der Planung waren einige Besonderheiten zu beachten, deshalb musste bereits bei der Angebotsabgabe im Vorfeld ein Konzept für alle Gerüstkonstruktionen vorgelegt werden, heißt es von Unternehmensseite.

Das Projekt ist in drei Bauabschnitte (BA) unterteilt, die Ausführung der Arbeiten erfolgt abschnittsweise, das heißt 1. BA Sanierung Schultrakt (Naturwissenschaftlicher Trakt und Klassentrakt), 2. BA Hauptgebäude, 3. BA Mehrzweckraum einschließlich Nebenräumen.

Für die Dachsanierung der Bauabschnitte 1 und 2 wurde jeweils ein Wetterschutzdach und eine Einhausung benötigt. Der Dachstuhl des Schultraktes wurde komplett ausgebaut und neu erstellt. Der Dachstuhl des Hauptgebäudes bestand teilweise aus einer Stahlkonstruktion, die zu ertüchtigen war. Außerdem wurden die Holzkonstruktionen ausgetauscht. Hierfür wurde im kompletten Dachstuhl ein Raumgerüst montiert, um alle Bauteile handnah bearbeiten zu können. Das Dach des Hauptgebäudes (2. BA) ist mit einem ovalen Dachreiter erhöht und mit einer Spitze bekrönt. Das Außengerüst diente zum einen als Auflager des Wetterschutzdaches und zum anderen als Fassadengerüst zur Bearbeitung der Fenster und Fassaden.

Die Gebäudeteile des 1. BA sind in einer L-Form angeordnet. Um eine optimale Führung des Wetterschutzdaches und die Montage in einem Stück zu realisieren, wurde das Hauptgebäude nicht wie üblich in Quer-, sondern in Längsrichtung überspannt, da auch die Giebelseiten des Dachs abgeschrägt waren. Eine weitere grundlegende Herausforderung war der Umstand, dass die horizontalen Lasten nur in die Decke über dem Erdgeschoss in das Bauwerk eingeleitet und daher nicht mit der üblichen Ankertechnik umgesetzt werden konnten. Deshalb war es erforderlich, durch die Wände zu bohren und die Gerüstkonstruktion mittels Spannstäben und innenliegenden Doppel-U-Profilen auf Zug und außenliegenden Kanthölzern sowie Gitterträgern auf Druck zu verankern. Hierfür wurden die Doppel-U-Profile unmittelbar unterhalb der Decke eingebaut. Die Gerüstkonstruktion wurde dann oberhalb dieser Verankerung bis zu 16 m hoch freistehend erstellt. Die Aussteifung des Wetterschutzdaches wurde als Kederplanendach mit einer Spannweite von etwa 26 m auf den Giebelseiten des Gebäudes gegründet. Hierfür wurde in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Roth eine parallel zum Ober– und Untergurt verlaufende Stahlrohraussteifung entwickelt.

Das Außengerüst diente zum einen als Auflager des Wetterschutzdaches und zum anderen als Fassadengerüst zur Bearbeitung der Fenster und Fassaden.

Ebenso komplex war die Gerüstkonzeption für das Hauptgebäude im 2. BA, da dieses Gebäude höher als der Schultrakt und zudem mit einem ovalen Turm und einem Dachreiter erhöht ist.

Hierfür wurde das Auflagergerüst mit einer Höhe von 21 m und als komplett freistehende Konstruktion geplant, da die Lastaufnahme beziehungsweise die Verankerung nicht am Gebäude erfolgen konnte. Die Basisverbreiterung wurde erweitert auf 7,5 m und mit 112 t Ballast, bestehend aus mit Rheinsand befüllten BigBags, beschwert. Die dadurch entstandenen mehr als doppelt so hohen Stiellasten konnten nicht über eine normale Lastverteilung in den Untergrund eingeleitet werden. Stattdessen erfolgte die Gründung mittels Kantholzstapeln.

Zusätzlich wurde die Eingangstreppe mit einem Fachwerkträger überspannt. Auch die drei angrenzenden Gebäude mussten überspannt werden. Aufgrund der hohen aufzunehmenden Lasten und Spannweiten von 15 m wurde dies mit Stahlprofilträgern HEB 400 umgesetzt. Die Überbrückungen erfolgten auf Lasttürmen, deren Gründung teilweise im Inneren des Gebäudes passieren und durch das Dach geführt werden mussten. Weiterhin wurden von Teupe für die auszuführenden bauseitigen Arbeiten eine Transportbühne und Lastpodeste sowie Treppenaufgänge an dem freistehenden Gerüst angeschlossen, deren Lasten ebenfalls von der Konstruktion aufzunehmen waren. Alle Gerüstaußenseiten wurden bis zu einer Höhe von 4 m komplett mit einem Aufkletterschutz aus Trapezblechen versehen.

Zur Bearbeitung des Dachstuhls und der Stahlkonstruktion wurde im obersten Geschoß ein Raumgerüst erstellt. Da die Decken in diesem Bereich nicht tragfähig waren, mussten alle Gerüststiele durch jede Gebäudeebene bis zum Boden des Kellers mittels Stützen durchgesteift werden.

Der Auftragsumfang von Teupe umfasst sämtliche Leistungen inklusive der Vorlage eines technischen Konzeptes sowie anschließend die detaillierte Konstruktion und Planung, Nachweisführung einschließlich Ausführungszeichnungen, Montage und Demontage der Wetterschutzeinhausungen und Gerüstkonstruktionen.

Die Umsetzung aller Sanierungsmaßnahmen erfolgt in einem Zeitraum von insgesamt zwei Jahren. Mit den Arbeiten des ersten Bauabschnitts wurde im ersten Quartal 2018 begonnen, die Baumaßnahme wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 abgeschlossen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 40/2019.

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