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Straßen- und Tiefbauer bei NRW-Verkehrsminister Wüst

Auftragsflut bringt Unternehmen an ihre Kapazitätsgrenzen

Die Unternehmer hatten eine Diskussion Wüsts bei einer Tagung des Straßen- und Tiefbau-Verbands Nordrhein-Westfalen zum Anlass genommen, ihm ihre Praxisprobleme mit dem Investitionshochlauf gerade bei den Fernstraßen zu schildern.

Düsseldorf (ABZ).  - Die vielen Aufträge der öffentlichen Hand für Straßen-, Brücken- und Tiefbauvorhaben sähen sie selbstverständlich „mit Freude“. Die Investitionsoffensive bringe ihre Unternehmen und ihre Zulieferer allerdings an die Kapazitätsgrenzen, meinten Unternehmer aus der Straßen- und Tiefbaubranche gegenüber NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. Insbesondere die Regelungen zur Arbeitszeit der Mitarbeiter und zu den Lenk- und Ruhezeiten der Lkw-Fahrer müssten zumindest vorübergehend an die aktuelle Situation angepasst werden. Wüst äußerte Verständnis und Hilfsbereitschaft, machte aber deutlich, dass sich an der Auftragsflut zunächst nichts ändern werde.

Seine „klare Ansage“ laute, dass das Bauvolumen hoch bleiben werde, so der CDU-Politiker. Alleine 20 Mrd. Euro an Bundesmittel müssten bis 2030 in NRW für Fernstraßen verbaut werden. „Wir wollen und wir müssen das tun. Es ist unser Auftrag als Landesregierung und es entspricht der Erwartung der Bevölkerung und der Wirtschaft, dass die Straßen in einen besseren Zustand kommen.“ Er stehe jedoch in Gesprächen etwa mit den Kirchen und den Gewerkschaften, um „Hürden“ aus dem Weg zu räumen, damit „deutlich mehr“ Nacht- und Wochenendarbeit möglich werde. „Zur Regel soll sie aber nicht werden.“ Zudem gebe es ja auf Bundesebene Bestrebungen, die Arbeitszeitregelungen zu flexibilisieren.

Die Unternehmer hatten eine Diskussion Wüsts bei einer Tagung des Straßen- und Tiefbau-Verbands Nordrhein-Westfalen zum Anlass genommen, ihm ihre Praxisprobleme mit dem Investitionshochlauf gerade bei den Fernstraßen zu schildern. Vertreten waren Achim Blandfort (Fa. Blandfort, Linnich),Wilfried Dohmen und Heiko Beining (Dohmen, Übach-Palenberg), Gereon Frauenrath (Frauenrath, Heinsberg), Erich Esch und Christian Nilkens (Wurzel, Jülich), Stephan Moog (Dr. Fink-Stauf, Much), Theo Reddemann (Echterhoff, Westerkappeln) und Johannes Trippe (Trippe, Schmallenberg).Weil jahrelang die staatlichen Ausgaben im Verkehrssektor zurückgefahren worden waren, hätten sie ihren Personalbestand reduzieren müssen, argumentierten die Firmenvertreter. Jetzt sei es schwierig, mehr qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen, um die Aufträge abzuarbeiten. Wenn dann verstärkt auch in den „Randzeiten“ gearbeitet werden müsse, führe das zu erheblichen Problemen. Gereon Frauenrath nannte ein Beispiel: „Wir waren an sieben Wochenenden hintereinander auf einer Autobahnbaustelle tätig – von Freitagabend bis montags in den Morgenstunden. Das ist eine Riesenherausforderung für unsere Belegschaften und deren Familien, die das Wochenende selbstverständlich gerne zusammen verbringen wollen. Zwischen diesen Wünschen und den Forderungen der Auftraggeber müssen wir dann den Spagat hinbekommen.“

Deutliche Engpässe gebe es inzwischen daneben bei den Zulieferern, etwa den Asphaltmischwerken, und bei den Transportkapazitäten, berichteten die Unternehmer. Da komme man schnell in Konflikt mit den Obergrenzen für die Arbeits- und die Lenkzeiten. „Gerade die Bestimmungen für die Lastwagenfahrer passen aber gar nicht auf unsere Verhältnisse, sondern sollen eigentlich die Fernfahrer schützen“, kritisierten die Firmenvertreter gegenüber Minister Wüst.

Gesprächsthemen waren weiterhin die Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen wie Kies und Splitt sowie die Knappheit von Deponieraum. Beides führe dazu, „dass wir längere Wege bewältigen müssen und so wieder mehr Verkehr auf den Straßen erzeugen“. Als Vorschlag gaben die Unternehmer dem Politiker mit auf den Weg, nach erfolgter Auftragsvergabe Vorschläge „der Praktiker“, wie Bauprojekte effizienter oder technisch günstiger abgewickelt werden könnten, zuzulassen und möglichst auch durch einen finanziellen Anreiz zu belohnen.  

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