Universitätsbibliothek Heidelberg

Sanierung in enger Abstimmung mit Denkmalschutz

Die Universitätsbibliothek Heidelberg wird bereits seit mehr als zehn Jahren umgebaut und erweitert. Derzeit werden die markante Fassade des schlossartigen Südflügels sowie die Dächer über dem historischen Gebäude in der Plöck instandgesetzt. Die Baustelle befindet sich in der historischen Altstadt von Heidelberg. Sie wird begrenzt durch die Sandgasse im Westen, die Grabengasse im Osten und die Plöck im Süden.
Teupe Gerüstbau
Im Bereich Plöck errichtete Teupe ein komplexes Fassadengerüst mit Überbrückung des Haupteingangs und eines großen Giebels.

Heidelberg (ABZ). – An der Nordseite grenzt ein Nachbargebäude an. Die Fassade sowie die Dachflächen des Gebäudes müssen umfangreich saniert werden, da die Oberfläche der Außenwände stark angegriffen ist und die künstlerischen Figuren, Vasen und Reliefs Abplatzungen aufweisen. Zudem ist die Standfestigkeit der Vasen stark gefährdet.

Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH wurde mit der Ausführung sämtlicher Gerüstbauarbeiten für die Ausführung der Fassaden- und Dachsanierung beauftragt. Außerdem werden im Verlauf der Bauphase sämtliche Giebel und alle Türme eingerüstet. Die Gerüstkonstruktionen für die Durchführung der Dacharbeiten sowie Instandsetzungsarbeiten an den historischen Außenfassaden werden als Arbeits- und Schutzgerüste inklusive Schutzverkleidung ausgeführt. Der Auftrag umfasst alle Leistungen einschließlich der Konstruktion, Planung, Nachweisführung, Montage und Demontage der Gerüstkonstruktionen nach Abschluss der Arbeiten inklusive der kompletten technischen Bearbeitung sowie die Erstellung der statischen Berechnungen und Ausführungszeichnungen im technischen Büro Teupe.

Die Sanierung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz und aufgrund des enormen Umfangs in mehreren Bauabschnitten. Im ersten Abschnitt erfolgte die Einrüstung der Fassade an der Grabengasse inklusive des Giebels und einer Gaube mit einem Tonnendach aus Kupfer sowie eines 28 m hohen Turms. Eine Besonderheit war hier, dass die Gerüstkonstruktion auf der Rückseite des Gebäudes auf zwei ehemaligen Kaminen aufgelagert wurde. Die Abfangung des Gaubendachs erfolgte mittels eines 7 m hohen Stützturms im Dachgeschoss des Gebäudes.

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Teupe Gerüstbau
Für die Einrüstung des großen Turms an der Ecke zwischen Grabengasse und Plöck konstruierte Teupe oberhalb des 22 m hohen Fassadengerüstes ein großflächiges Arbeits- und Schutzgerüst mit einer Gesamthöhe von etwa 45 m. Fotos: Teupe

Im Bereich Plöck errichtete Teupe ein komplexes Fassadengerüst mit Überbrückung des Haupteingangs und eines großen Giebels. Weiterhin wurde im Bereich des Haupteingangs zum Schutz vor herabfallenden Bauteilen unterhalb des Gerüstes ein Fußgängertunnel und 4 m breiter Durchgang für einen freien Zugang zur Bibliothek errichtet. Alle Gerüstaußenseiten wurden komplett eingekleidet und mit einem Aufkletterschutz aus Trapezblechen versehen.

Für die Einrüstung des großen Turms an der Ecke zwischen Grabengasse und Plöck konstruierte Teupe oberhalb des 22 m hohen Fassadengerüstes ein großflächiges Arbeits- und Schutzgerüst mit einer Gesamthöhe von etwa 45 m. Eine spezielle Anforderung war der Aufbau beziehungsweise die Auflagerung des Gerüstes hinter dem Turm, was Teupe durch eine Öffnung im Dach mittels einer Sonderkonstruktion und dem Einsatz von Stahlträgern realisierte. In einem weiteren Bauabschnitt wird am Gebäude inklusive zwei Giebeln und einem weiteren Turm im Bereich der Sandgasse ein Fassadengerüst spiegelbildlich zur Grabengasse errichtet. Weiterhin werden derzeit im Innenhof des Gebäudekomplexes zwei weitere Türme und ein Giebel eingerüstet. Das Dachfanggerüst am Giebel ermöglicht den Zimmerleuten den sicheren Rückbau der bestehenden Giebelgaube, um dort ein neues Fassadenelement zu montieren. Zum Schutz vor herabfallenden Bauteilen wird hier ein weiterer Passantenschutztunnel errichtet. Die Gerüstgründung am Turm 3 erfolgt hier – nach dem Rückbau des Gerüstes am Turm 2 – ebenfalls auf den beiden ehemaligen Kaminen.

Für die Bearbeitung des historischen Bleiglasgewölbes errichtete Teupe im Gebäudeinnern ein Raumgerüst, welches in drei Segmente unterteilt als Arbeitsplattform und als Schutzwanne dient. Durch die Arbeiten am Bleiglasgewölbe kann Wasser eindringen. Die Schutzwanne mit einer Fläche von etwa 110 m² bildet eine dichte Ebene in über den Hauptwegen der Bibliothek inklusive dem Haupttreppenhaus, das mittels Gitterträgern komplett überbrückt wurde. So ist durch die Notabdichtungswanne die ungehinderte Nutzung der Räumlichkeiten während der Bauphase sichergestellt.

Außer den Gerüstkonstruktionen errichtete Teupe für einen sicheren Zugang zu allen Arbeitsebenen insgesamt vier Treppentürme an den Außenfassaden und im Innenhof sowie für das Innengerüst. Zusätzlich zu den Gerüstbauleistungen stellt Teupe für den Material- und Personentransport einen 22 m hohen Bauaufzug mit einer Tragkraft von 1000 kg Nutzlast.

Eine große Herausforderung ist der enorme logistische Aufwand: Aufgrund der Umgebung stehen für die Baustelleneinrichtung und Lagerung von Baumaterialien nur geringe Flächen zur Verfügung. Deshalb muss das Material für die jeweiligen Bauabschnitte jeweils just in Time angeliefert werden. Das Be- und Entladen der Lkw wird durch die im Fünf-Minuten-Takt fahrenden Busse in der engen Grabengasse und einzigen Entladestelle enorm erschwert. Da wegen der vielen Passanten, Radfahrer und Busse im Baustellenbereich auch kein Gabelstapler eingesetzt werden kann, muss die Beschickung der einzelnen Bauabschnitte ausschließlich mittels eines Baukrans oder mit "Manpower" erfolgen. Im weiteren Bauverlauf ist aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Innenhof und der Ladefläche die Einrichtung einer Lagerplattform über den Fahrradständern zur Erweiterung des Lagerplatzes geplant.

Der Start der Baumaßnahme im Bereich Plöck erfolgte im Herbst 2020. Die Instandsetzungsarbeiten an der Universitätsbibliothek Heidelberg sollen Ende 2023 abgeschlossen sein.

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