Wohngesundheit

Wie Baustoffe das Wohnklima beeinflussen

Rodgau (ABZ). – Für das Wohnklima sind emotionale und technische Parameter wichtig. Einige davon sind mess- und nachweisbar, viele beruhen dagegen auf persönlichem Empfinden. Zu den Aspekten gehört z. B. ein Wohnumfeld mit guter Luftqualität, ausreichend Grün und einem lebendigen sozialen Miteinander. Hinzu kommen Parameter wie die Diffusionsoffenheit der Außen- und Innenwände eines Gebäudes, der Einfall von Tageslicht, der Lärm- und Wärmeschutz sowie schadstofffreie Baustoffe und deren gesundheitsschonende Verarbeitung.

Die Konstruktion der tragenden Wände ist ein Punkt auf der Checkliste. Vor allem bei schnell und kostengünstig zu erstellenden Außenwänden wird auf den Baustoff Stahlbeton gesetzt. Er bietet einige Vorteile bspw. gegenüber einer konventionell gemauerten Außenwand aus Hochlochziegeln: hohe Feuerwiderstandsfähigkeit, gute Trageigenschaften, schneller Baufortschritt und große gestalterische Freiheit bei der Wahl der Dämm- und Bekleidungswerkstoffe. Jedoch ist weder die Regulierung der Raumluftfeuchte noch die Flexibilität für zukünftige Umbauten oder Anpassungen ähnlich gut wie bei einer Konstruktion aus tragfähigen und diffusionsoffenen Werkstoffen wie z. B. Kalksandstein. Darauf weist das Unternehmen Unika als Hersteller von Kalksandstein hin.

Ein Nachteil von Beton sei die Diffusionsdichte. Feuchtigkeit werde weder nennenswert auf- noch abgegeben (abgesehen von Baufeuchte nach der Errichtung). "Das ist eine Herausforderung für die heute dicht verpackten Häuser und lässt sich oft nur mit teuren Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung meistern", so ein Sprecher des Unternehmens. Dagegen würden Werkstoffe wie der von Unika produzierte Kalksandstein die Regulierung der Luftfeuchte aufgrund ihrer kapillaren Materialstruktur positiv beeinflussen und so die Wohnqualität steigern. Auch könne Kalksandstein bei der wirtschaftlichen und schnellen Erstellung gegenüber Beton und Ziegel punkten und bei der Flexibilität und Tragfähigkeit der Außenwände. Denn Kalksandstein biete die Option, ein Bauwerk mit werkseitig konfektionierten Bausystemen zu erstellen. Alle Passsteine der Wände würden dann im Lieferwerk maßgenau nach Plan gefertigt und zusammen mit Regelelementen sowie einem exakten Versetzplan an die Baustelle geliefert. Damit steige nicht nur die Ausführungsqualität des Mauerwerks, sondern auch die Sicherheit, dass die richtigen Materialgüten verbaut und die vorgesehenen bautechnischen/bauphysikalischen Eigenschaften der Wände sicher erreicht würden. Auch nachträgliche Änderungen oder Umbauten ließen sich im Gegensatz zu Wänden aus Beton einfach und wirtschaftlich vornehmen.

Sommerlicher Wärmeschutz sei ebenfalls von Bedeutung. Dieser fließe in die Nachweise zur EnEV ein. Außenwände aus Kalksandstein gewährleisten diesen nach Angaben von Unika durch ihre funktionsgetrennte Bauweise, bei der Wärmedämmung und Tragstruktur als Einzelschichten ausgeführt sind, besser als monolithische Ziegelaußenwände. Die max. Raumtemperaturen fielen deutlich niedriger aus. Durch die hohe Speichermasse und die Funktionstrennung der KS-Außenwand bleibe die Temperatur in den Räumen während der warmen Sommermonate angenehm. "Nicht von ungefähr werden massive Wände aus Sandstein, technologisch gesehen das natürlich gewachsene Vorbild des Kalksandsteins, seit Jahrhunderten als ideale Kälte- und Wärmespeicher empfunden", so ein Sprecher des Unternehmens. Vor allem Hohlkammern oder Dämmstofffüllungen in Hochlochziegeln würden dazu führen, dass überschüssige Raumwärme schlechter aufgenommen werden könne als bei einer homogenen KS-Konstruktion.

Ein weiterer Vorteil von Kalksandstein: Dieser sei normativ als Baustoff mit verbindlichen Rochdichteklassen geregelt und gelte als sog. schwere Bauart. Für eine Außenwand mit separater Dämmung reiche daher der einfache Nachweis nach DIN 4108-2-2013-02. Das sei wesentlich schneller und einfacher als der detaillierte Nachweis, der oft bei der Ziegelbauweise gefordert werde.

Kalksandstein bestehe nur aus Kalk, Sand und Wasser, so Unika. Das Herstellungsverfahren des "luftgetrockneten" KS-Steins sei zudem umweltfreundlich. Neben dieser Natürlichkeit biete der Baustoff bauphysikalische Qualitäten sowie eine positive Herstellungsbilanz – wenn man den Gebäudelebenszyklus ganzheitlich und nicht nur die Erstellungskosten eines Hauses betrachte.

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