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Women in Architecture (WIA)

Festival findet vom 1. Juni bis 1. Juli statt

Hille Bekic (o.l.), Elke Duda (o. r.), Christine Edmaier (u. l.) und Regula Lüscher (u. r.) setzen sich mit dem WIA-Berlin-Festival gemeinsam für das verstärkte Sichtbarmachen von Frauen in der Architektur ein.

Berlin (ABZ). – WIA Berlin ist nach Aussage der Verantwortlichen das erste Festival in der Hauptstadt zum Thema "Frauen in der Architektur". Es wird vom 1. Juni bis 1. Juli 2021 vom Berliner Netzwerk von Planerinnen n-ails e. V. und der Architektenkammer Berlin veranstaltet. Mehr als 60 Events sind an verschiedenen Orten in Berlin geplant.

"Das Festival bietet einen Raum für die Auseinandersetzung mit Werken von Frauen. Nur so können sie in ihrer baukulturellen und stadthistorischen Bedeutung aufgearbeitet und eingeordnet werden", erklärt Elke Duda (WIA-Koordinatorin und Mitglied sowie Mit-Gründerin von n-ails). "Im Fokus von WIA Berlin stehen die Themenfelder 'Paritätische Baukultur', 'Umbau Berufsbild' und 'Baustelle Gleichstellung'. Unser Festival versteht sich als Plattform für mehr Sichtbarkeit der Leistungen von Frauen, Stärkung der beruflichen Vernetzung und will Planerinnen für den Schritt in die Selbstständigkeit oder für Tätigkeiten in Führungspositionen begeistern."

Städte vielfältig planen

Das WIA-Festival-Team wird überwiegend von Frauen aus der Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsplanung und Tragwerksplanung in Verbänden, Kammern, Vereinen und baukulturell aktiven Einrichtungen auf Stadt- und Bundesebene gestaltet. Schirmfrau des Festivals ist Regula Lüscher (Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin). Die Auftaktveranstaltung ist für den 1. Juni 2021 von 17:30 bis 21:30 Uhr geplant (Einlass ist ab 16 Uhr) und findet in der Forum Factory statt. Sollten Interessierte nicht vor Ort sein können, besteht die Möglichkeit, einen Livestream zu verfolgen. "Frauen aus der Fachwelt, der Gesellschaft und der Politik haben Jahrzehnte dafür gekämpft, dass Städte so geplant werden, dass sie für unterschiedlichste Menschen in verschiedensten Lebensphasen aus diversesten sozialen und kulturellen Hintergründen lebenswert sind. Dabei richteten die Women in Architecture ihr Hauptaugenmerk zunächst auf Frauen und ihre erhöhten Sicherheitsrisiken und -bedürfnisse im öffentlichen Raum", erläutert Lüscher. "Sie ebneten damit Akteurinnen und Akteuren den Weg, die Gesellschaft als divers und Stadt als soziale Bühne zu begreifen. Der Erfolg heutigen und künftigen Planens und Bauens muss daran gemessen werden, in welchem Maß Projekte die Vielfalt an Lebensentwürfen ermöglichen oder sogar fördern. Das Geschlecht der Autorenschaft sollte dabei keine Rolle – mehr – spielen. Aber eins ist klar und noch nicht erreicht: Frauen gehört Chancengleichheit auf allen Handlungsebenen", macht die Senatsbaudirektorin deutlich.

Sichtbarkeit von Frauen fördern

"Der Vorstand der Architektenkammer Berlin, der mit fünf zu zwei weiblich dominiert ist, hat das Festival WIA Berlin von Anfang an unterstützt", sagt Christine Edmaier, die Präsidentin der Architektenkammer Berlin. "Immerhin steigt der Anteil von derzeit ungefähr einem Drittel weiblicher Kammermitglieder kontinuierlich weiter – bei den Studierenden sind es schon seit Jahrzehnten mehr als 50 Prozent. Die Architektinnen sind aber medial noch längst nicht so präsent wie in den Kammergremien.

Es gilt, die Sichtbarkeit der vielen aktiven Frauen in Architektur und Stadtplanung zu verbessern und Hindernisse im Berufsalltag aufzuspüren. Unter anderem sind anonyme, offene Wettbewerbe ein Garant für mehr Chancengleichheit. Die Architektenkammer Berlin verbindet mit dem Festival das Anliegen, den offenen Diskurs über aktuelle Berufs- und Rollenbilder in unserer Gesellschaft zu fördern und herauszufordern. Von allein bewegt sich nichts. WIA 2021 soll verändern!"

Paritätische Baukultur

Das Thema "Paritätische Baukultur" habe das Sichtbarmachen des Anteils von Frauen an der Baukultur zum Ziel, das Zeigen ihrer Werke und Leistungen und damit zu mehr Teilhabe am öffentlichen Diskurs. Mehr Diversität zu etablieren, ist das Ziel des Themenblocks "Umbau Berufsbild". Hier stehen die Förderung der Präsenz sowie Gleichstellung von Frauen in der Baukultur und die Entwicklung von konkreten Umsetzungsmaßnahmen für mehr Chancengleichheit im Vordergrund. "Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit muss auch in Planungsbüros Einzug finden", ist Hille Bekic (Vorstandsmitglied Architektenkammer Berlin und Mitglied bei n-ails) überzeugt. "Aber wir brauchen auch ein neues Bild von den Planungsberufen: Mehr kollaborative statt hierarchischer Arbeitsweisen, mehr Beteiligungsverfahren statt Top-Down-Planung und Genie-Kult, das Verschränken von Themen statt rein technischer Lösungen, Diversität verinnerlichen – das alles zeichnet uns Frauen schon lange aus."

Besser vernetzen

Der Dialog soll einerseits zu den Institutionen, andererseits auch unter den Frauen selber stattfinden. Eine bessere Vernetzung ist sehr wichtig, sodass Frauen sehen, dass viele Planerinnen ihren ganz individuellen Weg finden. Überall in Berlin verteilt und auch online bieten die WIA-Verantwortlichen vier Wochen lang ihre Beiträge an. Das Netzwerk n-ails hat seinen WIA-Standort im Berliner Metropolenhaus und organisiert dort über den Festivalzeitraum hinweg verschiedene Formate. In der TU Berlin wird die Ausstellung "Queens of Structure" über Bauingenieurinnen und ihre Werke informieren. Die Architektenkammer Berlin kooperiert mit der TU Berlin und dem Architekturmuseum für Ausstellungen und Aktivitäten zu "[FRAU] ARCHITEKT*IN". Informationen gibt es unter www.wia-berlin.de.

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