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X-trem detailversessen

JCB bringt neue Bagger-Serie an den Start

Von Robert Bachmann

JCB CEO Graeme Macdonald informierte zum Auftakt über das derzeit überdurchschnittlich positive Marktumfeld für Baumaschinen.

JCB-Neuheiten 2018

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Rocester/UK. – Im Rahmen eines zweitägigen Launch-Events kündigte JCB vor Vertretern der internationalen Fachpresse kürzlich seine Maschinen-Neuheiten für das Jahr 2018 an. Im Zentrum stand die Präsentation der neuesten Raupenbagger-Generation X. Neuigkeiten gab es aber auch aus dem Bereich Elektromobilität. Die insgesamt sehr gute Entwicklung des internationalen Marktes für Baumaschinen ist auch bei JCB positiv zu Buche geschlagen. "Wir befinden uns auf einem Wachstumspfad", erklärte JCB CEO Graeme Macdonald während der einleitenden Pressekonferenz zum Launch-Event am Hauptsitz des Unternehmens im britischen Rocester. Von den Baggern über die Rad- und Teleskoplader bis hin zum Kompaktmaschinensegment wies die globale Nachfrage in fast allen Produktsegmenten, in denen JCB aktiv ist, im Vergleich zum Vorjahr mit mehr als 21 % hohe Wachstumsraten auf, so Macdonald.

Um der hohen Nachfrage mit dem entsprechenden Maschinenangebot begegnen zu können, erweitert JCB kontinuierlich sein Produktportfolio. Für 2018 plant das Unternehmen u. a., seinen Teleskid (Kompaktlader mit Teleskopausleger) in einer Raupenversion nach Europa zu bringen. Pünktlich zum 25. Jahrestag des Produktsegments will das Unternehmen zudem sieben neue kompakte Radlader und Raupenlader auf großer Plattform mit verbesserter Sichtweite auf den Markt bringen. Sichtweite und Sicherheit sind auch die wesentlichen Stichworte für die neue Raddumper-Baureihe, die JCB in diesem Jahr an den Start bringen will. Markant hervor sticht dabei v. a. das Hi-Viz-Frontkippermodell 7T-1, das mit einem besonders tief angelegten Chassis und einer überarbeiteten Mulde laut Herstellerangaben für eine 77 % verbesserte Sicht aus der Fahrerkabine sorgen soll. Nicht zuletzt plant JCB für dieses Jahr die Markteinführung des Minibaggers 15C-1. Mit seinen 1,5 t Gewicht und seinem 11,7 kW starken Motor komplettiert die neue Maschine als vierzehntes Neumodell die vor vier Jahren gestartete "Next Generation" der Minibagger bei JCB.

Die neue X-Serie

Klarer Schwerpunkt der Präsentation war die Vorstellung des JCB 220X, einem neuen 20-t-Raupenbagger, der als erstes Modell die neue X-Serie des Herstellers einläutet. "Jedes Detail dieser Bagger wurde unter die Lupe genommen und perfektioniert, um höchstmögliche Langlebigkeit und Zuverlässigkeit im Betrieb zu schaffen", erklärte Tim Burnhope, Chief Innovation and Growth Officer bei JCB. "Darüber hinaus waren uns Erleichterungen für den Bediener und für den Servicetechniker wichtig, wodurch der Kunde von kurzen Wartungszeiten und höchstmöglicher Wirtschaftlichkeit profitiert."

Der neue JCB 220 X läutet die neue X-Serie der Raupenbagger ein.

Augenfällig ist zunächst das überarbeitete Design des neuen 20-t-Baggers. Der Oberwagen misst nach Herstellerangaben nun 2,7 m in der Breite und damit 200 mm mehr als bei den Vorgängermodellen. Den zusätzlichen Platz nutzten die Konstrukteure von JCB, um den Hauptausleger mittig an der Maschine zu positionieren. Dadurch soll das Drehkranzlager entlastet und für den Fahrer die Präzision beim Grabenziehen erhöht werden. Auf der rechten Seite der Maschine wurde der Handlauf nach innen verlegt, um Schäden zu verhindern. Sollten sie doch einmal beschädigt werden, können sie über eine verschraubte Befestigung ausgetauscht werden. Die Wartungstüren mit stabilen Handgriffen sind doppelwandig ausgeführt und verfügen über einen geschweißten Rahmen, der für zusätzliche Steifigkeit sorgen soll.

Alle Tanks sind nun in der Karosserie untergebracht und auch beim Gegengewicht wurde der Kollisionsschutz optimiert. Der große Werkzeugkasten mit integrierter Betankungspumpe samt Filter ist einfach zugänglich, während sich der AdBlue-Tank unter einer separaten Abdeckung befindet, um Kreuzkontamination zu vermeiden und das Befüllen zu erleichtern. Die serienmäßig große Kühleinheit mit grobmaschigen Kühlern verfügt über ein abnehmbares und leicht zu reinigendes Grobschmutzgitter. Oberhalb der Batterien gibt es einen Stauraum und hinter der Wartungstür an der Kabinenrückseite findet sich ein neues, kompaktes IP69-Sicherungsmodul. Die Filter für Heizung und Lüftung sind bei offener Kabinentür vom Boden aus zugänglich und die Maschinen können mit optionalen LED-Leuchten für die Servicebereiche geliefert werden.

Effizienz und Komfort

Auch bei den neuen Modellen vertraut JCB auf die bewährten Hydraulikpumpen von Kawasaki und Ventilblöcke von Kayaba. Dabei entschieden sich die Konstrukteure jedoch für größere Schieberventile und einen Ventilblock der neuesten Generation zugunsten reduzierter hydraulischer Verluste. Der Durchmesser des Hauptschlauchs zum und vom Hauptventil der Hydraulik wurde von 19 auf 25 mm vergrößert, was einen höheren Volumenstrom bei gleicher Fließgeschwindigkeit des Öls ermöglicht. Die unveränderte Strömungsgeschwindigkeit in den größeren Schläuchen soll vor Verschleiß schützen und die Lebensdauer des Schlauchs verlängern. Wenngleich sich an Ausleger und Stiel nichts geändert hat, bietet JCB künftig als Option eine Auslegerschwimmfunktion mit zwei Betriebsarten an, die Begradigungsarbeiten erleichtern und bei der Arbeit mit einem Hydraulikhammer die Belastung reduzieren soll. Den Löffelzylinder gibt es wahlweise mit Schlauchbruchventil, und die oberen Schmierpunkte an Ausleger und Stiel sind nach unten verlegt und somit leicht zu erreichen.

In nahezu jedem Detail überarbeitet wurde auch die Kabine, die künftig in der gesamten X-Reihe Verwendung finden soll. Mit 100 mm zusätzlicher Länge und 1 m Breite bietet sie laut Hersteller 15 % mehr Platz als auf früheren Maschinen. Im Inneren sollen sich die Anwender über einen von 73 dB(A) auf 68 dB(A) gesenkten Innengeräuschpegel freuen dürfen. Der Wischermotor sitzt links unten an der Frontscheibe und gewährt so max. Sicht. Für mehr Komfort sollen des Weiteren drei neue, gemeinsam mit Grammer entwickelte Sitzvarianten sorgen. Die Servohebel sind am Sitzrahmen montiert und folgen dadurch dem Bediener. Die Kabine selbst ist auf vier neuen Kabinendämpfern gelagert.

Eindruck aus der Produktion: Die Fertigung der neuen X-Serie befindet sich bereits in vollem Gange.

Alle Bedienelemente sind laut JCB zu 100 % auf die Ergonomie des Fahrers zugeschnitten. Rechts vom Maschinenführer befindet sich die neue Kommandozentrale, auf der alle Schalter und Bedieneinrichtungen in einer einzigen sitzmontierten Einheit zusammengelegt sind. Ein 7" großer und im Winkel verstellbarer Monitor präsentiert dem Fahrer intuitiv und leicht verständlich die Menüs und Funktionen. Bedient wird er über einen Drehknopf, ähnlich wie im Auto. Ebenso wurden Fußpedale, Fußstützen und Fahrhebel unter dem Aspekt des Komforts überarbeitet, und die Maschinen können bei Bedarf werksseitig mit GPS-Steuerung, Schwenkrotator und automatischer Zentralschmierung geliefert werden.

Im Rahmen einer Werksführung konnten sich die anwesenden Pressevertreter davon überzeugen, dass die Produktion des neuen JCB 220X bereits in vollem Gange ist. Ab Mitte des Jahres sollen die ersten Modelle der neuen X-Serie am Markt erhältlich sein, hieß es auf Anfrage der ABZ.

Bereit für Stufe V

Auch im Bereich Motorentechnik gab es Neuigkeiten. "Bei der Entwicklung der Stufe-V-Motoren konnten wir aus einer starken Position starten, denn bereits unsere Stufe-IIIB- und IV-Motoren arbeiten mit besonders schadstoffarmen, hocheffizienten Verbrennungssystemen", stellte Alan Tolley, JCB Group Director of Engines, voller Stolz die innovativen, nahezu emissionsfreien JCB Dieselmotoren vor.

JCB setzt hierzu partikelarme Verbrennung, Oxidationskatalysator, Filter und eine integrierte Steuerung von Motor und Abgasnachbehandlung ein. Die Lösung ist als vollständig integriertes System angelegt – hochzuverlässig, hocheffektiv und für den Kunden unsichtbar. Die kompakten Systeme können laut JCB in den bestehenden Motorräumen untergebracht werden und erfordern keinen zusätzlichen Wartungsaufwand.

Ganze 15 % mehr Platz sowie vollständig an die Ergonomie des Fahrers angepasste Bedienelemente bietet die neue Kabine des JCB 220 X.

Für das kompakte Segment bringt JCB einen 3-l-Motor mit einer Leistung von 55 kW (74 PS) und einem Drehmoment von 410 Nm. Ausgerüstet mit elektronisch geregeltem Wastegate-Turbolader und kompaktem DOK- und Filtersystem garantiert er mit Auto-Stopp-Technologie und bis zu 1000-Std.-Wartungsintervall deutlich reduzierte Betriebskosten für den Kunden.

Daneben präsentierte JCB einen 4,8-l-Motor mit 81 bis 129 kW (108 bis 174 PS) und einem Drehmoment zwischen 516 Nm und 690 Nm. Dieser Motor verfügt über ein kompaktes Abgasnachbehandlungssystem mit SCR-Filter. Auch hier werden zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs ein Wastegate-Turbolader und Auto-Stopp-Technik eingesetzt.

Die neuen JCB-Motoren werden sowohl in Baggern und Ladern als auch in den Baggerladern, Teleskopladern sowie in anderen Maschinen von JCB eingesetzt werden. "Wir sind stolz auf die Entwicklung innovativer, nahezu emissionsfreier Dieselmotoren, die unseren Baumaschinen eine optimale Leistung verleihen. Auch in Zukunft benötigen wir den Diesel-Motor zur Erzeugung hoher Leistungen, die wir für unsere Maschinen auf den Baustellen benötigen", sagte Alan Tolley abschließend in seinen Ausführungen.

Elektromobilität hält Einzug

Damit nicht genug kündigte das Unternehmen am Rande der Veranstaltung auch noch Neues aus dem Bereich der alternativen Antriebe an. Besonders für den Einsatz von Maschinen in urbaner Umgebung oder Indoor-Anwendungen reagiert JCB mit einer Lösung für den Null-Emissions-Sektor. Unter Anwesenheit des Firmeninhabers Lord Anthony Bamford und seines Sohnes George Bamford enthüllte JCB den neuen Akku-betriebenen Minibagger 19C-1 E-Tec. Der in den vergangenen vier Jahren unter höchster Geheimhaltung entwickelte 1,9-t-Elektrobagger wurde für den Einsatz in besonders Emissions-sensiblen Bereichen konstruiert und zeichnet sich insbesondere durch einen extrem niedrigen Außengeräuschpegel aus, der laut Herstellerangaben bei lediglich 7 dB(A) liegt. Die drei verbauten Lithium-Ionen-Akkupacks mit einer Speicherkapazität von 312 Ah (15 kWh) lassen den Bagger einen kompletten Arbeitstag bei normaler bzw. 4 Std. bei intensiver Arbeitsbelastung laufen, verspricht der Hersteller.

Auch im neu gegründeten Geschäftsbereich "Access" hält der Lithium-basierte Stromspeicher Einzug. So verkündete JCB im gleichen Atemzug die Einführung einer Lithium-Ionen-Akku-betriebenen Scherenarbeitsbühne – gerade einmal ein Jahr, nachdem das Unternehmen diesen Markt betreten hat. Die neuen Elektro-Bühnen sollen im Vergleich zu ihren Blei-Akku-Pendants bis zu 40 % längere Betriebszeiten und 50 % kürzere Nachladezeiten bieten.

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