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150 Jahre Baugewerkschaft

Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen

Offenbach (ABZ). – Mit einer Festveranstaltung hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) kürzlich die Gründung der Baugewerkschaft vor 150 Jahren gefeiert.

Die lange Geschichte der Baugewerkschaft ist geprägt von Höhen und Tiefen. Sie hat zwei Weltkriege ebenso überstanden wie die brutale Naziherrschaft. "Sich die Vergangenheit vor Augen zu führen, muss immer auch heißen, für die Zukunft zu lernen", sagte der IG Bau-Bundesvorsitzende Robert Feiger zum Beginn der Veranstaltung. "Diesem Anspruch wollen wir gerecht werden."

Heute vertritt die IG Bau neben Baubeschäftigten Fachkräfte aus der Gebäudereinigung und aus der Agrarwirtschaft. Insgesamt zählt die Gewerkschaft rd. 250 000 Mitglieder. Wie bereits bei der Gründung stehen die Mitgliederinteressen im Mittelpunkt der Gewerkschaftsarbeit. "Faire Arbeit – jetzt! – ist der Anspruch unserer Organisation, der mehr zum Ausdruck bringen soll, als nur die Forderung nach einer angemessenen Bezahlung. Die IG Bau hat in der Vergangenheit Lösungen für die spezifischen Probleme der Branche entwickelt", sagte Feiger mit Blick auf das Urlaubskassenverfahren, die tarifliche Zusatzrente und die Ausbildungsförderung unter dem Dach von SoKa-Bau. Der IG Bau-Chef betonte: "Dies wollen wir auch in Zukunft tun. Wir stehen vor globalen Herausforderungen, die vor unseren Branchen nicht Halt machen. Digitalisierung, Klimawandel und soziale Spannungen zählen dazu." Wie schon vor gut 100 Jahren würde die für viele Menschen prekäre Wohnungslage den sozialen Frieden gefährden. "In der Weimarer Republik gab es für die arbeitenden Menschen in den Städten viel zu wenige Wohnungen. Als Konsequenz forderte der Deutsche Baugewerksbund 1923 eine Vergesellschaftung des gesamten Bau- und Wohnungsbauwesens. Heute stehen wir vor ähnlichen Problemlagen. Viele Menschen können sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten", sagte Feiger. "Wir wollen, dass auch Gering- und Mittelverdiener – Menschen aus allen sozialen Schichten – gut wohnen können. Ich kann die Wut und die Forderung verstehen, wenn Menschen sagen, Wohnunternehmen mit einer gewissen Marktmacht muss das Handwerk gelegt werden, wenn sie ihrer Verpflichtung nicht nachkommen. Aber ich sage auch: Enteignung allein schafft noch keinen Wohnraum. Wer bezahlbaren und Sozialwohnungsraum möchte, der muss Geld in die Hand nehmen und bauen."

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