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Bauaussichten 2016

Investitionen wegen Abgasgesetzgebung fordern Mittelstand bis an Schmerzgrenze

Von Dieter SCHNITTJER, Geschäftsführer der VDBUM Service GmbH und Mitglied des Vorstandes, Stuhr

Der VDBUM am Puls der Zeit", so lautet das diesjährige Motto des VDBUM Großseminars. Darunter versteht der VDBUM seine Hauptaufgabe, nämlich die Vertretung der Interessen der bauausführenden Unternehmen und der Hersteller von Baumaschinen, Nutzfahrzeugen, Zubehör und natürlich der Servicebetriebe.

Derzeit herrscht eine gewisse Zurückhaltung im Markt, widersinnig zur Auftragssituation, die in der Regel gefüllte Orderbücher aufweist. Die Global Player der Baufirmen hegen die Grundeinstellung, ihren Maschinenpark auf einem modernen jungen Stand zu halten, weswegen in großen Unternehmen der neueste Stand der Technik installiert ist. Bei den mittelständischen und Klein-Unternehmern ist die Situation eine andere. Dort herrscht Unsicherheit wegen der nicht eindeutigen und unabgestimmten Vorschriften zwischen den Bundesländern sowie der unklar strukturierten Durchführung von kontrollierenden Maßnahmen z. B. in Bezug auf die aktuellen Abgasgesetzgebungen.

Die Investitionen in diesem Bereich fordern den Mittelstand bis an die finanzielle Schmerzgrenze, ohne Gewähr auf darauf folgende Aufträge. Die öffentliche Hand vergibt Ihre Baumaßnahmen weiterhin nach dem günstigsten Preis. Die Argumentation, dass die Auftraggeber die Baumaschinentechnik-Investitionen im Auftragsvolumen "bezahlen" ist nur in der Theorie darstellbar. Eine wichtige Aufgabe für unseren Verband sehen wir in der Aufklärung zum Thema Datenvernetzung. Qualitätsstandards sollen den gesamten Bauprozess begleiten, dies ist heute möglich, allerdings ebenfalls mit entsprechenden Investitionen verbunden. BIM ist ein Schlagwort, welches derzeit diskutiert wird, mehr als sinnvoll ist, aber sich nicht entsprechend in zu erreichenden Magen niederschlägt. Zur Umsetzung dieser organisatorischen Maßnahmen sind intensive Informationsveranstaltungen und Schulungen notwendig.

Ein großes Feld des VDBUM ist die Weiterbildung und Arbeitssicherheit in der Baumaschinentechnik. Trotz des großen Bedarfs an Schulungen sehen sich viele Anwender aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage, die betroffenen Mitarbeiter für die notwendigen Weiterbildungsmaßnahmen freizustellen. Obwohl diese Schulungen zu wirtschaftlichen Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten führen und durch höhere Sicherheitsstandards zu effektiveren Abläufen beitragen, fehlt es an dem genannten Freiraum aufgrund der Auftragslage. Dieser Schulungsstau darf nicht unterschätzt werden und führt zu einem späteren Zeitraum zu Umsetzungsproblemen.

Auch wenn der eine oder andere Bauunternehmer, Vermieter oder Händler auf die enge Auslegung der BG-Vorschriften geschimpft hat, werden wir zukünftig eine durch die gesetzlichen Neuregelungen über die TRBS (Technische Regeln der Betriebssicherheit) sowie die damit verbundene Umsetzung der neuen Verordnung für alle Unternehmen unabsehbare Nachteile in Kauf nehmen. Durch ein hohes Maß an Kreativität und Unternehmerverantwortung lebt unsere Wirtschaft, doch dem Unternehmer Gesetzestexte zur Interpretation zu überlassen, bringt unsere Branche zu amerikanischen Verhältnissen, bei dem Rechtsanwälte die Schadensfälle regulieren. Unser Verband wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die strukturierte und anwendbare Arbeitshilfe der DGUV/BG-Bau, auch in der neuen Auslegung als Leitplanke für Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit, in unserer Branche Anwendung findet.

Auf unserem Großseminar vom 23.–26.02.2016 in Willingen haben die Teilnehmer bei über 50 Vorträgen die Gelegenheit, dieses Weiterbildungsseminar mit einem Zertifikat zur Unternehmer- bzw. Führungsverantwortung abzuschließen.

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