Bauunternehmen Matthäus Schmid schließt Projekt ab

Sieben Brücken auf Südbahn-Strecke realisiert

Baltringen (ABZ). – Mit dem aktuellen Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn ist die Elektrifizierung der traditionsreichen Strecke von Ulm über Biberach bis Friedrichshafen offiziell abgeschlossen. Teil der rund dreijährigen Baumaßnahmen waren insgesamt sieben Brücken entlang der Strecke, die das Bauunternehmen Matthäus Schmid aus dem oberschwäbischen Baltringen realisierte.
Brückenbau
Im Ulmer Donautal wurde der Stahlüberbau für eine Straßenüberführung direkt neben den Gleisen soweit fertiggestellt, dass er in der vierstündigen Nachtpause von 1 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens mithilfe eines Raupenkrans – mit einer Tragfähigkeit von 1000 t – eingehoben werden konnte. Foto: Schmid

Aufgrund der individuellen örtlichen Gegebenheiten zwischen dem Ulmer Donautal bis zur Schussen, einem Zufluss des Bodensees, konnte das Schmid-Team mehrmals seine Erfahrung unter Beweis stellen. "Neue Brücken mussten eingeschoben oder per Kran eingehoben werden, einen bestehenden Steg haben wir wegen der neuen Oberleitung angehoben, und eine Stütze wurde versetzt", erklärt Felix Schmid, Geschäftsführer der Matthäus Schmid Bauunternehmen GmbH + Co. KG.

"Das funktioniert nur mit einem erfahrenen Team, das Hand in Hand arbeitet", so Schmid weiter. Darüber hinaus erstellte die Unternehmenstochter Matthäus Schmid Stahlbau GmbH & Co. KG an insgesamt 16 Bestandbrücken einen sogenannten Berührschutz. Die Baumaßnahme umfasste ein Auftragsvolumen von rund 22 Millionen Euro.

Zwischen 1846 und 1850 wurde die Zugverbindung zwischen Ulm und Friedrichshafen erbaut und ist somit die älteste Bahnstrecke Baden-Württembergs. Die im Jahr 2018 begonnene Elektrifizierung, der auch Südbahn genannten Verbindung, zog zahlreiche Baumaßnahmen entlang der Strecke nach sich. So mussten unter anderem sieben Brückenbauwerke neu erstellt werden – teilweise unter herausfordernden Bedingungen: Im Ulmer Donautal wurde der Stahlüberbau für eine Straßenüberführung direkt neben den Gleisen soweit fertiggestellt, dass er in der vierstündigen Nachtpause von 1 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens mithilfe eines Raupenkrans – mit einer Tragfähigkeit von 1000 t – eingehoben werden konnte. Eine ähnliche Vorgehensweise war in Rugetsweiler im Landkreis Ravensburg nötig, wenn auch in kleineren Dimensionen.

Dort hat das Team der Firma Matthäus Schmid im Nachgang zusätzlich Halbfertigteile aus Stahlbeton aufgelegt, bevor es an den weiteren Aufbau der Fahrbahn ging.

Die Brücken in Laupheim und Erbach erstellte Schmid ebenfalls. Hier wurden zur Überbrückung der Gleise große Stahlbetonfertigteile eingebaut. Auch die Brücken am Bodenseezufluss Schussen wurden an Ort und Stelle hergestellt und mussten während der von der Bahn vorgegebenen Sperrpause eingeschoben werden. Mit dem Verfahren des Einschiebens eines seitlich hergestellten Überbaus hat Schmid jahrelange Erfahrung, was das Unternehmen bereits beim Bahnprojekt Stuttgart 21 unter Beweis gestellt hat.

Die beiden Baustellen in der Biberacher Innenstadt stellten das Schmid-Team vor zusätzliche Herausforderungen. Nicht nur den Zeitplan der Bahn galt es einzuhalten, sondern auch die Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten.

Eine Straßenüberführung im Bereich des Hauptbahnhofs wurde so hergestellt, dass der Schienenverkehr darunter uneingeschränkt weiterlief. Dazu wurde die Konstruktion 80 cm über der geplanten Höhe gebaut und im Anschluss abgesenkt. Einen über 100 m langen Fußgängersteg hob Schmid um 1,5 m an und positionierte die Mittelstütze neu.

Zur Schmid-Firmengruppe zählt ein eigenes Stahlbauunternehmen mit 45 Mitarbeitenden, welches die Stahlbauteile produzierte.

Für das Projekt Südbahn stellten die Stahlbauer nicht nur Verbundträger für die Brückenkonstruktionen her. Darüber hinaus wurden in Baltringen die Stahlkonstruktionen mit Sicherheitsscheiben für den Berührschutz an 16 Brücken gefertigt und anschließend vor Ort montiert – meist am Wochenende und bei mehr als 25 Nachtschichten. Ein solcher Berührschutz wird verbaut, wenn sich Oberleitungsanlagen unter Straßen- oder Fußgängerbrücken befinden.

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