"Koloss der Karibik"

Schwierige Lastwechsel realisiert

München/Barranquilla (ABZ). – Die Pumarejo-Schrägseilbrücke bei Barranquilla ist die längste Straßenbrücke Kolumbiens. Bei Neuerungsarbeiten seien vor allem starke vertikale und horizontale Brückendeckbewegungen bei Wind- und Erdbebeneinwirkungen eine Herausforderung gewesen. Im Zuge des Großprojektes lieferte und entwickelte das Unternehmen Maurer in enger Abstimmung mit der Bauherrschaft alle erforderlichen Lager sowie die Lager der Vorlandbrücken.
Maurer Brückenbau
An den beiden Pylonen wirken abwechselnd Druck- und Zugkräfte. Foto: Maurer

Die "Puente Alberto Pumarejo" wird im Volksmund "El coloso del caribe" genannt – "Koloss der Karibik". Sie ist mit 38,1 m die breiteste Brücke Südamerikas und mit 3,2 km eine der längsten Straßenbrücken Kolumbiens. Die sechspurige Pumarejo-Brücke mit seitlichen Rad- und Fußwegen überquert bei der Stadt Barranquilla den Río Magdalena und verbindet die Stadt mit der nordöstlichen karibischen Küste. Die Brücke ist nicht nur für den Straßenverkehr wichtig, sondern auch für die Schifffahrt. Sie ersetzt die Vorgängerbrücke "Puente Laureano Gómez", die eine Durchfahrtshöhe von lediglich 16 m hat und – zumindest teilweise – abgebrochen werden soll. Die Durchfahrtshöhe der neuen Schrägseilbrücke beträgt 45 m, die Hauptspannweite liegt bei 380 m.

Anspruchsvolle Wind- und Erdbebenlastfälle erfordern anspruchsvolle Maßnahmen im Tragwerk. Deshalb wurden für die Lastübertragung zwischen dem Brückendeck und den beiden Pylonen P13 und P14 insgesamt 10 Brückenlager eingebaut. Die größten dieser Brückenlager dienen der Übertragung von Druckkräften von bis zu 45.000 kN. Die lotrecht nach unten wirkende Vertikallast war jedoch nicht die einzige Herausforderung – auch Erdbeben könnten Zugkräfte von bis zur 15.000 kN auslösen. Auch dies musste von den Bauverantwortlichen berücksichtigt werden. Diese Herausforderung lösten die Planenden mit zwei übereinander angeordneten Lagern; davon je zwei Lagerpaare pro Pylon. Maurer entwickelte dafür die entsprechenden Lager. Unten kamen MSM-Kalottenlager für die Auflast zum Einsatz, oben setzten die Ingenieure auf Verformungslager für die Zugkräfte. Somit waren Druck- und Zugbeanspruchungen entkoppelt. Zwischen den beiden Lagern liegt der etwa 120 cm starke Betonuntergurt des Brückendecks, der je nach Kraftrichtung die Lager aktiviert. Eine Betonkonsole über den oberen Lagern leitet die Zugkräfte in den Pylon ein.

Kalottenlager ermöglichen eine Verdrehung um alle Achsen. MSM ist laut Hersteller ein patentierter Hochleistungswerkstoff für alle Gleitflächen. Er kann hohe Kräfte und Verdrehungen bei geringer Reibung aufnehmen. Die Kalotten der Lager wurden wegen der Meeresnähe aus korrosionsfreiem Maurer Sliding Alloy (MSA) gefertigt. Die Maurer-Verformungslager sind stahlbewehrte Elastomerlager aus Chloroprenkautschuk. Eine weitere Besonderheit der Pumarejo-Brücke ist deren Erdbebenbeständigkeit: Die Planenden haben die Pylonen für die Aufnahme sehr großer Erdbebenkräfte konzipiert. Deshalb bauten sie an den vier Seiten des Pylons Bauwerkslager senkrecht ein, damit diese die Horizontalkräfte übertragen.

Die Kräfte in Längsrichtung nehmen je zwei große MSM-Kalottenlager auf. Die Kräfte resultieren aus Verkehr, Wind, Temperatur und Erdbeben, wobei letztere die höchste Beanspruchung darstellen. Die MSM-Lager für die Längskräfte sind deshalb für ein MCE-Beben (Maximum Considered Earthquake) mit einer Längskraft von bis zu 65.000 kN ausgelegt. Die horizontalen Kräfte in Querrichtung von bis zu 35.000 kN nehmen je vier Elastomerlager auf.

Maurer lieferte die Lager für die gesamte Brücke, inklusive Vorlandbrücken und Rampen. So kamen in Summe 83 Kalotten- und Elastomerlager verschiedenster Auslegungen zusammen. Die größten sind bis zu 150 x 150 cm groß und bis zu 5,5 t schwer.

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