Demo Days 2022

Volles Programm bei Bobcat in Tschechien

von: Kai-Werner Fajga
Dobříš/Tschechische Republik (ABZ). – Über eine Woche hinweg präsentierte der Hersteller im tschechischen Dobříš Kunden, Händlern und Pressevertretern neue Baumaschinen, Dienste und Konzepte. Die ABZ war dabei und konnte unter anderem den ersten vollelektrischen Kompakt-Raupenlader begutachten, der fast ohne Flüssigkeiten auskommt.
Bobcat Bagger und Lader
Bobcat präsentierte seinen Kunden, Händlern und Pressevertretern neue Baumaschinen, Dienste und Konzepte. FOTO: FAJGA

Bei einem Rundgang über das Firmengelände der Doosan-Tochter Bobcat im tschechischen Dobříš muss man schon aufpassen, nicht die Orientierung zu verlieren. Seit 2007 werden hier Baumaschinen gefertigt, 2019 wurde die europäische Hauptverwaltung nach Dobříš verlagert, ebenso fanden ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie ein Training Center auf dem Gelände Platz. In letzterem finden unter anderem Schulungen und Präsentationen statt, und in einer weitläufigen "demo area" können alle Produkte ausgiebig begutachtet und getestet werden. In den Produktionshallen werden Kompaktmaschinen hergestellt, die im EMEA-Markt und weltweit vertrieben werden. Andere Modelle werden etwa in Frankreich oder an vier Standorten in den USA hergestellt.

Die Doosan-Bobcat-Niederlassung Dobříš war nun der Austragungsort der ersten Präsenzveranstaltung, der Bobcat Demo Days, seit fast drei Jahren. Kunden und Händler aus ganz Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) waren eingeladen worden, um die neuesten Bobcat-Produkte sowie eine Vielzahl neuer Konzepte zu sehen, bevor sie in den Markt eingeführt werden. Da das Bobcat-Portfolio inzwischen von einer Rüttelplatte bis hin zu großen Telehandlern für den Industrieeinsatz reicht, zeigte der Hersteller anlässlich der Demo Days eine ganze Flotte an Neuheiten.

Hunderte Kunden und Händler aus der gesamten EMEA-Region können einen Blick auf die etablierten Produkte und neuen Entwicklungen werfen, die an den Demo Days 2022 zusammen präsentiert werden und nahmen die Gelegenheit wahr, das komplette Sortiment an Ladern, Minibaggern, Teleskopen, leichten Verdichtungsmaschinen und Anbaugeräten unter Arbeitsbedingungen zu testen. Ergänzend dazu gab es eine Vorschau auf eine Vielzahl neuer Produkte und modernster Technologien. Als Vorschau wurden die neuen Lader S86 und T86 der R-Serie ebenso vorgestellt wie der Mini-Raupenlader MT100, ein Produktsortiment zur Grundstückspflege sowie mit dem T7X der erste vollelektrische Kompakt-Raupenlader der Welt. Als neue Konzepte präsentierte Bobcat den Minibagger E35 mit elektrischer Steuerung und die Objektvermeidung durch Radarsensoren. Auch die Fernsteuerung "Bobcat MaxControl Remote Operation" wurde vorgestellt. Ähnlich einer Spielkonsole soll diese die Fernsteuerung von Baumaschinen per Joysticks erlauben.

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Bobcat Bagger und Lader
Das Highlight war der erste Auftritt des Compact Track Loader T7X auf den Demo Days in Europa, der fast ohne Flüssigkeiten auskommt. FOTO: FAJGA

Gustavo Otero, Präsident von Doosan Bobcat EMEA, erklärt über die diesjährige Veranstaltung: "Wir freuen uns, nach fast drei Jahren wieder eine Live-Veranstaltung organisieren zu können. Für unsere Kunden und Händler ist die Teilnahme an den Demo Days mit ihrem revolutionären Konzept, bei dem sie unsere gesamte Produktpalette nicht nur sehen, sondern auch selbst ausprobieren können, eine einzigartige Gelegenheit. Sie haben auch die Möglichkeit, die Mitglieder des Bobcat-Teams persönlich kennenzulernen, die unsere neuen Produkte und Lösungen entwickeln, darunter Designer, Ingenieure und Produktmanager. Durch diese Gespräche erhalten wir wertvolles Feedback zu den auf der Messe gezeigten Innovationen, sowohl bei den Produkten als auch bei den Dienstleistungen, wodurch wir uns weiter verbessern können."

Die Lader S86 und T86

Vor der offiziellen Markteinführung im Laufe dieses Jahres stellte Bobcat den neuen Kompaktlader S86 der R-Serie und den Kompakt-Raupenlader T86 der R-Serie vor. Diese zwei Lader sollen die bisherigen Lader der 700er- und 800er-Reihe der M-Serie ersetzen und die aktuelle Lader-Palette der R-Serie vervollständigen und verfügen über 4,5 beziehungsweise 5,6 Tonnen Betriebsgewicht.

Durch die höhere nutzbare Motor- und Hydraulikleistung sind der Bobcat S86 und der T86 die leistungsstärksten Kompaktlader, die das Unternehmen nach eigenen Angaben je gebaut hat. Beide Maschinen sind mit einem bewährten Stage V-konformen 3,4-Liter-Bobcat-Motor ausgestattet, der 105 PS (78 Kilowatt) bei 2600 U/min leistet.

S86 und des T86 verfügen erstmals über drei verschiedene Zusatzhydraulikausgänge. Es gibt eine Standard-Durchflusskonfiguration von 87 l/min für Anwendungen wie Laden und Befördern oder bei der Verwendung von Anbaugeräten mit geringem hydraulischem Durchfluss. Darüber hinaus bietet Bobcat zwei zusätzliche hydraulische Leistungsfunktionen mithilfe der neuen EDC-Pumpe (Electronic Displacement Control): eine Hochleistungs-Funktion mit 138 l/min und eine neue, in der Branche einzigartige Super Flow-Funktion, die den Zusatzhydraulikdurchfluss auf 159 l/min erhöht. Die Super Flow-Funktion steigert die Produktivität bei vergleichbaren Anbaugeräten laut Bobcat in der Regel um 15 bis 20 Prozent und verfügt über einen neuen 5-Kupplungs-Anschlussblock, durch den die Verwendung größerer 3⁄4-Zoll-Schnellkupplungen und 3⁄4-Zoll-Anbaugeräteschläuche ermöglicht wird. Diese Änderung trägt auch zur Steigerung der Effizienz und Leistung der Zusatzhydraulik bei.

Bobcat Bagger und Lader
Mit der neuen Fernsteuerungslösung Bobcat MaxControl Remote Operation lassen sich die Maschinen einfach und praktisch per App und Joysticks mit einem Smartphone steuern. FOTO: DOOSAN BOBCAT

Der neue Mini-Raupenlader MT100 wurde entwickelt, um harte Handarbeit mit Schubkarren, Schaufeln und anderen Handwerkzeugen zu ersetzen. Bobcat wird ihn im Laufe des Jahres auf den Markt bringen. Der MT100 ist in der Lage, Tore, Türöffnungen und andere enge Stellen mühelos zu passieren und bietet mit einer fahrbaren Nutzlast von mehr als 450 Kilogramm, einer starken Ausbrechkraft und einer beeindruckenden Hubhöhe dennoch einen großen Leistungsanstieg.

Um seine Position in der Kompaktmaschinenbranche zu stärken, steigt Bobcat in neue Produktkategorien ein und ergänzt damit sein aktuelles Produktportfolio um den Markt für Maschinen zur Grundstückspflege. Als Vorschau wurden neue Kompakttraktoren, Nullwendekreismäher und Rasenmaschinen gezeigt, die neben den Mini-Raupenladern, Kompakt-Knickladern und den dazugehörigen Anbaugeräten nun Teil der Produktpalette des Unternehmens sein sollen.

Innovationen und Technologien

Das Highlight war der erste Auftritt des Compact Track Loader T7X auf den Demo Days in Europa, der fast ohne Flüssigkeiten auskommt. Die Maschine wurde entwickelt, um die Ziele von Bobcat hinsichtlich Emissionen und Lärmreduzierung zu erreichen. Das 62-Kilowattstunden-Lithium-Ionen-Akkupack ermöglicht einen Dauerbetrieb von vier Stunden.

Dies wird unter anderem durch ein lastabhängiges Energiemanagementsystem ermöglicht, das die Leistung automatisch so weit reduziert, dass nicht mehr als die für die jeweilige Aufgabe erforderliche Leistung bereitgestellt wird. Die Bediener können die Leistung des T7X für bestimmte Aufgaben auch manuell einstellen, zum Beispiel durch die Möglichkeit, die Antriebsgeschwindigkeit bei vollem Drehmoment zu variieren. "Ein weiteres herausragendes Merkmal des T7X, das ihn von allen anderen Ladern der Welt unterscheidet, ist, dass die Maschine praktisch keine Flüssigkeiten benötigt. Die traditionelle hydraulische Arbeitsgruppe wurde vollständig durch ein elektrisches Antriebssystem ersetzt, das aus elektrischen Zylindern und elektrischen Antriebsmotoren besteht. Die einzige Flüssigkeit, mit der die Maschine befüllt wird, ist ein Liter umweltfreundliches Kühlmittel", so Joel Honeyman, Vice President of Global Innovation bei Bobcat.

Die Maschine verfügt über eine hohe fahrbare Nutzlast von 1374 Kilogramm und verursacht keine CO2-Emissionen. Auf den Demo Days und für den Rest des Jahres will Bobcat den T7X einsetzen, um Feedback von Kunden zu sammeln, die in verschiedenen Bereichen arbeiten, damit das Unternehmen die Marktchancen in EMEA besser einschätzen könne.

"Der T7X wurde mit Blick auf Produktivität, Emissionsfreiheit und technologische Überlegenheit entwickelt. Die Maschine soll einen minimalen CO2-Fußabdruck, weniger Lärm und Vibrationen sowie einen geringeren Wartungsbedarf aufweisen und gleichzeitig die Produktivität steigern. Bobcat wird auch die gesetzlichen Anforderungen in Europa und die Bereitschaft der Aftersales-Infrastruktur untersuchen", erklärt Honeyman weiter.

Bobcat gewährte auch einen ersten Blick auf den neuen elektrohydraulisch gesteuerten 3,5-Tonnen-Minibagger. Wie bei den meisten schweren Baggern werden die hydraulisch gesteuerten Joysticks bei der Maschine durch ein elektrohydraulisches System ersetzt. Ein solches System ermöglicht es Bobcat, die Steuerung der Maschine an die jeweiligen Fähigkeiten des Bedieners anzupassen. Außerdem stehen dem Bediener zusätzliche digitale Funktionen und besondere Maschinenmerkmale zur Verfügung.

"Mithilfe integrierter Sensoren kann die Maschine auch einige halbautomatische Aufgaben ausführen, die den Bediener bei der präzisen Planierung und Nivellierung, beim Grabenaushub oder bei sich wiederholenden Aufgaben, wie dem Zurückkehren zum Graben, unterstützen. Wir wollen die Leistungsfähigkeit eines solchen Konzepts zeigen und beweisen, welchen Wert es für die Arbeit des Bedieners und seine Produktivität hat", erklärte Vijay Nerva, Head of Innovation and Acceleration, Doosan Bobcat EMEA.

Das Konzept

Baustellen sind voll von unbekannten Hindernissen wie Arbeitern, Maschinen oder Versorgungsleitungen. Um eine neue Lösung zur Objektvermeidung anbieten zu können, hat sich Bobcat bereits 2021 am US-Unternehmen Ainstein beteiligt, der hochmoderne Radarsensoren herstellt. Durch die Partnerschaft und Investition konnte ein Radarsensorkonzept entwickelt werden, das mit Parksensoren an Autos oder Landmaschinen vergleichbar ist. Dieses Gerät kann laut Bobcat an jeder Maschine angebracht werden und diese (je nach elektronischer oder mechanischer Steuerung) anhalten, abschalten und den Bediener durch Licht- oder Tonsignale warnen.

"Es ist keine Überraschung, dass Fahrer mit ihren Maschinen oft gegen Objekte stoßen. Dies geschieht aufgrund schlechter Sicht, einer hohen Dichte an sich bewegenden Objekten in der Umgebung der Maschine oder einfach aus Unachtsamkeit. Wir haben eine Lösung entwickelt, die die Bediener bei der Ausführung ihrer Arbeit unterstützt, ohne dass sie sich dabei Gedanken über ihre Umgebung machen müssen, was zu höherer Produktivität und mehr Aufmerksamkeit führt", erläutert Vijay Nerva.

Eine solche Lösung soll nicht nur finanzielle, sondern auch gesundheitliche Risiken für das Personal auf den Baustellen verhindern. Bei den Demo Days sammelte Bobcat Kundenfeedback und versucht, die Komplexität der gesetzlichen Vorschriften einschätzen zu können, um schließlich in den kommenden Jahren eine begrenzte Markteinführung mit ausgewählten Kunden durchzuführen. Wie in einer Live-Vorführungen gezeigt wurde, bremste das Systeme tatsächlich Lader ab, wenn sie sich auf ein Hindernis zubewegen – oder hält den Bagger komplett an, selbst wenn der Fahrer noch Gas gibt.

Fernsteuerung mit Joysticks

Mit der im letzten Jahr eingeführten, neuen Fernsteuerungslösung Bobcat MaxControl Remote Operation lassen sich die Maschinen einfach und praktisch per App auf dem iPhone steuern. Arbeiten, für die bisher zwei Personen nötig waren, können so mit der Lösung als Einmannaufgaben gelöst werden. Einfache Routinetätigkeiten, wie das Öffnen und Schließen von Toren oder das Laden von Ballen, lassen sich mit weniger Zeit- und Personalaufwand erledigen. MaxControl ist laut Hersteller mit allen Bobcat-Kompaktladern kompatibel, die mit der bereits seit 2004 verfügbaren Joystickbedienung (SJC) ausgestattet sind. Bobcat präsentierte auch externes Joystick-Zubehör für die MaxControl-Remote-Operation-App.

"Wir bei Bobcat verpacken gerne komplexe Lösungen in einfache und leicht zu bedienende Produkte. Dank dieser Lösung kann man externe Joysticks für Bobcat MaxControl Remote Operation aktivieren, indem man das Smartphone in die Joystick-Telefonhalterung steckt. Jede Taste entspricht einer anderen Funktion, die die auswählbaren Joysticks an der Maschine nachahmt", fügte Vijay Nerva hinzu. Bobcat plant, in diesem Jahr Kundenfeedback zu sammeln und das endgültige Produkt zu optimieren, bevor eine Entscheidung für eine Markteinführung getroffen werden soll.

Neben den Highlights wurden auch schon viele Weiterentwicklungen und neue Maschinen gezeigt, die zur bauma vorgestellt werden sollen, wie beispielsweise neue Kompakt-Radlader-Modelle oder Kompaktbagger. Keine Frage, bei Bobcat hat man sich für 2022 viel vorgenommen, was sich auch in aktuellen und geplanten Zahlen ausdrückt: in der Fertigung in Dobrˇísˇ wurden 2021 insgesamt 25.000 Fahrzeuge hergestellt, für 2022 plant der Hersteller mit 29.000 Maschinen.

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