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Energetische Sanierungen

Mehr Fördergeld für Klimaschutz

Berlin (dpa). – Besitzer älterer Häuser dürfen auf mehr Fördergeld vom Staat hoffen, wenn sie im Sinne des Klimaschutzes in neue Fenster, umweltfreundliche Heizungen oder eine bessere Dämmung investieren. Das Bundesbauministerium setzt darauf, das steuerlich zu fördern – auch wenn nicht das gesamte Haus saniert wird. "Eine umfassende energetische Sanierung bei einem Haus aus den 60er- oder 70er-Jahren – das sind Ausgaben, die wenige stemmen können, auch wenn das Gebäude gut in Stand gehalten wurde", sagte Staatssekretärin Anne Katrin Bohle (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Man könne aber schauen, wie geheizt oder das Wasser erwärmt werde, oder ob eine bessere Dämmung möglich sei.

"Wir sollten die energetische Sanierung von Teilelementen steuerlich fördern", sagte Bohle. Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist seit vielen Jahren im Gespräch und steht bereits im Koalitionsvertrag von Union und SPD. "Das muss so einfach gemacht werden wie nur möglich", forderte die Staatssekretärin. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten seien sehr attraktiv, das zeige sich immer wieder. Die Regelung dürfe aber nicht zu bürokratisch werden.

Das Bauministerium von Horst Seehofer (CSU) rechnet mit "mindestens"1 Mrd. Steuereinnahmen weniger, wenn die Sanierungen für mehr Klimaschutz abgeschrieben werden können. Das dürfte ein Teil des Maßnahmen-Pakets werden, das dass sogenannte Klimakabinett der Bundesregierung am 20. September beschließen will. Die CDU fordert zudem eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen. Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) ist für eine "Umweltprämie" von mehreren 1000 Euro, wenn Hausbesitzer auf eine klimafreundlichere Heizung umsteigen.

Der Gebäudebereich steht im Klimakabinett besonders im Fokus. Aus diesem Sektor stammten im vergangenen Jahr nach vorläufigen Angaben des Umweltbundesamts 117 Mio. von insgesamt 866 Mio. t CO2-Äquivalent – in diese Einheit werden Treibhausgase oft umgerechnet, da Kohlendioxid (CO2) den größten Anteil hat. Gebäude hatten damit einen Anteil von 13,5 % am deutschen Treibhausgas-Ausstoß. Bis 2030 soll der Ausstoß auf 72 Mio. t CO2-Äquivalent sinken.

Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) betont immer wieder, dass es nicht nur Anreize und Förderung, sondern auch ordnungsrechtliche Vorgaben braucht, um die Klimaschutz-Ziele zu erreichen. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" kritisierte sie die Anforderungen für Neubauten im geplanten Gebäudeenergiegesetz als zu niedrig. 2050 sollen die Gebäude in Deutschland klimaneutral sein, also unterm Strich kein CO2 mehr ausstoßen. "Darum brauchen wir jetzt Neubaustandards, die uns beim Klimaschutz auf Zielkurs bringen", sagte Schulze.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 35/2019.

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