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Europäisches Patentamt ist "bestes Bürohochhaus"

Größte Stahlkonstruktion in den Niederlanden

Die doppelt verglaste Fassade des Europäischen Patentamtes hat eine Fläche von 100 000 m2. Mit 10 000 t verbautem Stahl ist das "New Main" die größte Stahlkonstruktion, die jemals in den Niederlanden gebaut wurde.

Rijswijk/Niederlande (ABZ). – Das Bürogebäude des Europäischen Patentamts (EPA) im niederländischen Rijswijk bei Den Haag ist 107 Meter hoch und 156 Meter lang, aber nur 24,7 Meter breit. Die Stahlkonstruktion ersetzt seit Ende des Jahres 2018 das alte Hochhaus von 1973. Wie ArcelorMittal jetzt bekannt gegeben hat, wurde das Gebäude 2019 vom Council on Tall Buildings and Urban Habitat (CTBUH) mit dem internationalen Preis für das beste Bürohochhaus ("Best Tall Office Building") ausgezeichnet.

Um für diese Auszeichnung des CTBUH infrage zu kommen, müssen Bauprojekte einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Hochhäusern und urbanen Lebensräumen leisten, wobei Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt. Jedes Projekt soll möglichst geringe Auswirkungen auf die natürliche Umwelt haben, einen positiven Einfluss auf die örtlichen Anwohner ausüben und sowohl für die Nutzer als auch für die Allgemeinheit wirtschaftlich sinnvoll sein.

Die Architekten des Gebäudes sind Jean Nouvel und Diederik Dam. Die schlanke Form des von ihnen geschaffenen 27-stöckigen, 85 000 m² großen Bürogebäudes lässt das Licht durch und sorgt dadurch für Transparenz. Die doppelt verglaste Fassade hat eine Fläche von 100 000 m².

Kühne, zeitgemäße Architektur, eine moderne, nachhaltige Infrastruktur und hochfeste Stahlprofile machen das Gebäude des EPA zum Gesamtkunstwerk, meint Stahlhersteller ArcelorMittal, von dem die Stahlprofile stammen. Der Sitz des EPA besteht aus zwei unterschiedlichen Konstruktionen mit den Namen "New Main" und "New Hinge". Mit 10 000 t verbautem Stahl ist das "New Main" die größte Stahlkonstruktion, die jemals in den Niederlanden gebaut wurde. Stahlhersteller ArcelorMittal lieferte die Stützen und andere Komponenten des Stahltragwerks. Durch einen Korridor ist die imposante Stahlkonstruktion mit dem vierstöckigen "New Hinge" verbunden. Dort befinden sich eine Erweiterung des Restaurants, acht Tagungsräume und ein neuer Fitnessbereich.

Das Gebäude weist weitere Besonderheiten auf: Die Doppelglasfassade beherbergt hängende Gärten mit 300 verschiedenen Pflanzensorten, und der Hohlraum zwischen diesen Fassaden leitet Frischluft in das intelligente Lüftungs- und Klimasystem.

Für den Baustoff Stahl entschieden sich die Verantwortlichen laut ArcelorMittal aufgrund der schnellen und relativ geräuscharmen Konstruktionsmöglichkeiten, seines geringen Gewichts im Vergleich zu Beton und der größeren Flexibilität bei der Raumplanung.

Auch die transparenten Fassaden sprachen für die Wahl eines Stahltragwerks. Außerdem konnte das 27-stöckige Gebäude so trotz des begrenzten Platzes auf der Baustelle für die Lagerung von Baumaterial und den Einsatz von großen Baumaschinen effizient und zeitnah errichtet werden.

Um die Tragfähigkeit der Konstruktion zu maximieren und das Gewicht weiter zu begrenzen, wurden die hochfesten HISTAR-Stähle von ArcelorMittal für einige der Stahlprofile eingesetzt, welche als Stützen und andere Tragwerkskomponenten agieren. Histar-Stähle kombinieren nach Angaben von ArcelorMittal Festigkeit und Zähigkeit bei niedrigen Temperaturen und können sehr gut geschweißt werden.

Sechs Hauptbinder von jeweils etwa 52 t bilden das Rückgrat der Haupttragstruktur. In den unteren fünf Etagen ermöglichen einzelne, 22 m lange Stützen aus dreifachen HD-Profilen die Lastabtragung in das Fundament.

Das ArcelorMittal Steligence-Anarbeitungszentrum lieferte 3300 t Doppel- und Dreifach-Primärstützen mit HD 400 x 1086 in Histar 355 und 700 t Einzel-Sekundär-HD-Stützen in HISTAR 355. Dreifach-Stützen mit einer Länge von bis zu 22 m wurden durch Zusammenschweißen gebildet, die Binderkonstruktionen sind 6 m hoch mit einer Länge von 18 m. Die Sekundärstruktur- und Stabilitätsrahmen wurden mit 3000 t Histar 355 und Histar 460 realisiert.

Das gesamte Tragwerk ist auf 1250 Fundamentpfählen auf einem Betonfundament platziert. Die Sockel umfassen sechs je 16 t schwere Stahlgrundplatten, die die Last gleichmäßig auf das Fundament verteilen. Die großen Hauptbinder wurden nachts per Spezialtransport auf die Baustelle gebracht, um Verkehrsbeeinträchtigungen zu vermeiden, und mit einem mobilen 300-Tonnen-Kran aufgebaut.

Das EPA hat festgelegt, dass das neue Gebäude eine um 20 % höhere Energieeffizienz aufweist als von den Niederlanden im Rahmen ihrer Verpflichtung zur Erfüllung der EU-Gesetzgebung festgelegt. Zu diesem Zweck liefert eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach erneuerbare Energie, und ein Aquifersystem reduziert den Primärenergieverbrauch und die resultierenden CO2-Emissionen.

Das Gebäude des EPA sei nicht nur ein hochmoderner Arbeitsplatz für die Beschäftigten, sondern ein international anerkanntes Symbol dafür, wie sich das EPA für Innovation einsetze, so EPA-Präsident António Campinos.

Das Bauprojekt wurde komplett aus Eigenmitteln finanziert und ist die größte Einzelinvestition des Amts seit seines Bestehens in den Niederlanden. In dem Gebäude arbeiten rund 2000 Mitarbeiter. Prüfer, Juristen und Unterstützungsteams arbeiten nun an einem Standort zusammen.

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