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Kommentar

Die Luft wird dünner …

Kai-Werner Fajga

… für Hersteller von Verbrennungsmotoren. Mehrere EU-Länder haben die EU-Kommission in einem Schreiben aufgefordert, ein Ausstiegsdatum für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos zu nennen. Das geht aus einem inoffiziellen Papier hervor, das die diplomatische Vertretung der Niederlande in Brüssel veröffentlicht hat, und in dem Österreich, Belgien, Dänemark, Griechenland, Malta, Irland, Litauen und Luxemburg als Absender genannt werden.

Auch in Deutschland sollen offensichtlich die Daumenschrauben in Stellung gebracht werden, denn Bundesverkehrsminister Scheuer hat sich jüngst für ein Ende für Autos mit klassischen Benzin- und Dieselmotoren innerhalb der kommenden 15 Jahre ausgesprochen. "Unser Ziel muss das Auslaufen desfossilen Verbrenners bis 2035 sein", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag".

Das Ziel ist freilich nicht neu, denn CSU-Chef Markus Söder und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatten sich bereits im Herbst vergangenen Jahres für ein Zulassungsverbot für Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2035 ausgesprochen. Dennoch: Die Aufforderungen der EU-Länder reihen sich weltweit in eine Kette ein, denn von Ägypten über China bis USA diskutiert man – laut einer im Dezember 2020 von der Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors veröffentlichten Studie – über Verkaufsverbote für konventionelle Fahrzeuge, die zwischen 2030 und 2050 in Krafttreten sollen.

Über das "wie?" der Umsetzungen wird allerorten noch heftig diskutiert. Und auch wenn Jahresangaben mit einem "100-Prozent-Elektroanteil im Jahr 2050" noch weit weg scheinen, sollte bedacht werden, dass viele Länder und Kommunen in Europa schon weiter sind und teilweise rigorose Einschnitte umsetzen wollen. In Paris etwa soll ab 2024 ein komplettes Dieselfahrverbot gelten, Amsterdam will ab 2030 jegliche Verbrennungsmotoren aussperren – also auch Busse, Transporter oder Motorroller.

Ob nun Verbote eher kurz- oder langfristig kommen: Es liegt auf der Hand, dass auch Hersteller in der Baubranche sich in der Pflicht sehen müssen, möglichst schnell ein überzeugendes Angebot an Fahrzeugen mit alternativen, emissionsfreien Antrieben zu entwickeln oder bereit zu halten.

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